Obwohl das Thema Netzwerkresilienz mittlerweile im Bewusstsein der IT-Verantwortlichen angekommen ist, sind einige Irrtümer nach wie vor weitverbreitet. So zum Beispiel: „Redundanz bedeutet Resilienz“ – es ist allerhöchste Zeit, Denkfehler wie diesen ein für alle Mal auszuräumen.
Um die Folgen von Downtimes zu minimieren, müssen Firmen ihre Netzwerkresilienz erhöhen.
Fällt ein Unternehmensnetzwerk aus, hat das nicht selten unangenehme bis ruinöse Konsequenzen – wie jüngst in Australien geschehen, als über zehn Mio. Menschen und zahlreiche Unternehmen unerwartet stundenlang offline waren. Um die Folgen von Downtimes zu minimieren, müssen Firmen ihre Netzwerkresilienz erhöhen. In diesem Zusammenhang halten sich jedoch hartnäckig fünf lästige Irrtümer:
1. „Ein einziges Netzwerk deckt all unsere Bedürfnisse ab“
Wenn es rein um den Alltagsbetrieb geht, mag diese Aussage durchaus stimmen: Um Daten von A nach B zu schieben oder die unternehmensinterne Kommunikation zu gewährleisten, genügt ein herkömmliches Produktionsnetzwerk. Allerdings gerät das schnell an seine Grenzen, wenn Administratoren Wartungsarbeiten an Netzwerkkomponenten oder anderen Geräten durchführen müssen. Die Folge ist ein Stau auf der Datenautobahn, die den Betrieb verlangsamen oder gar unterbrechen kann. Unternehmen benötigen daher ein parallel laufendes Out-of-Band-Netzwerk (OOB). Dadurch steigern sie die Resilienz, denn so kann das Fachpersonal die Wartung und Fehlerdiagnose trotz des Ausfalls zentraler Komponenten wie Router oder Switches remote durchführen – und die „Mean time to Recovery“ (MTTR) beschleunigen.
2. „Redundanz bedeutet Resilienz…“
Redundante Netzwerke sind ein wichtiger Baustein, um Netzwerkresilienz zu erreichen. Dabei werden zwei oder mehr identische Failover-Geräte installiert. Fällt etwa ein Switch oder ein Router aus, übernimmt ein anderer nahtlos dessen Aufgaben, sodass die Stabilität des Netzwerks gewährleistet ist. Dieser Ansatz schützt allerdings nicht allumfassend vor Ausfällen. Veröffentlicht ein Hersteller einen fehlerhaften Patch, der einen Router lahmlegt, wird das baugleiche Failover-Gerät ebenfalls ausfallen. Redundanz schützt außerdem nicht vor externen Beeinträchtigungen: Wird das Netzwerkkabel vor dem Gebäude – etwa bei Bauarbeiten – gekappt, hilft reine Redundanz auch nicht weiter. Out-of-Band-Netzwerke bieten Konsolenserver mit LTE- oder 5G-Mobilfunkanschluss. Über diesen können Netzwerkadministratoren die Ursache des Ausfalls ermitteln und schneller Gegenmaßnahmen einleiten. Die richtige Hardware vorausgesetzt, ist es überdies möglich, den Netzwerk-Traffic temporär über das Mobilfunknetz zu routen.
3. „… und Resilienz bedeutet Sicherheit“
Generative KI-Tools und Ransomware-as-a-Service-Angebote aus dem Darknet erleichtern Cyberkriminellen ihre sinistre Arbeit und steigern deren Erfolgsquote. Ein hohes Maß an Netzwerkresilienz aufzubauen, um sich gegen Angriffe auf das Netzwerk zu schützen, ist aber keine alternative Taktik zur mindestens ebenso wichtigen Erhöhung der Cybersicherheit. Insbesondere beim Einsatz von Out-of-Band-Netzwerken müssen Unternehmen dringend auch ihre IT-Security-Maßnahmen ausweiten und Zero-Trust-Ansätze und Multi-Faktor-Authentifizierung für maximal eingeschränkten Zugriff auf das Unternehmensnetz implementieren. Nur so können sie verhindern, dass sie die Sicherheit auf dem Altar der Resilienz opfern.
4. „Wozu Automatisierung? Wir haben doch Administratoren!“
Die Anzahl an Netzwerkadministratoren, die Unternehmen engagieren können, und die Aufgaben, die das Fachpersonal übernehmen kann, sind endlich. Annähernd endlos und definitiv redundant sind die vielen Tasks, die im Alltag für Netzwerkadministratoren anfallen. Das Thema Automatisierung ist also ein wichtiger Faktor, wenn es um die Wahl von Out-of-Band-Lösungen geht, die aus Netzwerkgeräten und entsprechender Software bestehen: Gute OOB-Lösungen bieten nicht nur Resilienz, sondern auch die Möglichkeit, Wartungs- und Managementprozesse zu definieren, die dann vom System automatisch durchgeführt werden. Auf diese Weise entlastet eine Software die Netzwerkadministratoren, die sich dann komplexeren und wertschöpfenderen Aufgaben widmen können als beispielsweise dem Ausrollen von Patches.
5. „Unsere Hardware läuft seit 20 Jahren – die hält noch“
Unternehmen, die ein hohes Maß an Resilienz erreichen wollen, benötigen moderne Netzwerkkomponenten. Auch wenn Router und Switches grundsätzlich kein Ablaufdatum haben, ist es bei ihnen wie bei jeder Technologie: Irgendwann sind sie den Belastungen im Betrieb nicht mehr gewachsen und erschweren die Umsetzung moderner Use Cases. Alte Hardware ist z.B. selten in der Lage, Docker-Container oder Python-Anwendungen nativ auszuführen, was ein Monitoring des Netzwerks erschwert und Scripting für die Automatisierung verhindert. Eine Inventur und Modernisierung der eingesetzten Netzwerkgeräte gehört also zu einer effektiven Resilienzstrategie dazu.
Dirk Schuma.
(Bild: Opengear)
Über den Autor
Dirk Schuma ist Sales Manager Europe bei Opengear.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.