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Europäische Infrastruktur für satellitengestütztes 5G CTO und ESA starten 5G-mmWave-Test im All

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Constellation Technologies & Operations (CTO) testet gemeinsam mit der European Space Agency (ESA) eine europäische 5G-Infrastruktur aus dem All. Eine regenerative Nutzlast im mmWave-Band soll im Juni 2025 in den niedrigen Erdorbit starten – als technischer Wegbereiter für eine hybride, verzugsarme Konnektivität aus Europa.

CTO und ESA testen 2025 eine 5G-Nutzlast im mmWave-Band aus dem All. Ziel: europäische Hybrid-Konnektivität mit niedriger Latenz.(Bild: ©  greenbutterfly - stock.adobe.com)
CTO und ESA testen 2025 eine 5G-Nutzlast im mmWave-Band aus dem All. Ziel: europäische Hybrid-Konnektivität mit niedriger Latenz.
(Bild: © greenbutterfly - stock.adobe.com)

Die europäische Raumfahrtbehörde ESA und das Unternehmen Constellation Technologies & Operations (CTO) haben ein gemeinsames Testprogramm für satellitengestütztes 5G angekündigt. Im Mittelpunkt steht eine so genannte regenerative Nutzlast für das mmWave-Band (FR2), die 2025 im niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit, LEO) zum Einsatz kommen soll. CTO bestätigte, dass es sich um den ersten Versuch dieser Art in Europa handelt.

Nach Angaben von CTO basiert die Nutzlast auf einem in Frankreich entwickelten System, das in der Lage sein soll, Signale direkt im Orbit zu verarbeiten und damit die Latenz sowie den Energiebedarf zu senken. Die ESA bringt unter anderem Testkapazitäten aus dem ESA Communications and Systems Testbed (ECSAT) in Großbritannien in die Zusammenarbeit ein.

Realversuch für hybride 5G-Netze

Die geplanten Tests dienen laut Mitteilung dazu, die technische Machbarkeit und Interoperabilität von terrestrischen und satellitengestützten Netzen zu prüfen. Dabei greifen die Partner auf das vorhandene Spektrum der 5G-FR2-Frequenzen zurück, wie sie Mobilfunkanbieter in Europa bereits nutzen. CTO sieht darin einen möglichen Baustein für eine universelle Netzinfrastruktur, die terrestrische Versorgungslücken – etwa in ländlichen oder krisenbetroffenen Regionen – überbrücken kann.

Im Fokus steht ein so genannter hybrider Ansatz: terrestrische Netze sollen mit weltraumgestützter Infrastruktur ergänzt werden. Der geplante VLEO-Orbit – deutlich näher an der Erdoberfläche als herkömmliche LEO-Systeme – soll laut CTO niedrigere Latenzen und geringere Betriebskosten ermöglichen.

Ein europäisches Gegengewicht zur Konstellationskonkurrenz

Mit dem Projekt will CTO ein Gegengewicht zu bestehenden Konstellationen aus den USA und China schaffen. Derzeit dominieren kommerzielle Anbieter wie Starlink von SpaceX oder die chinesische Guowang-Initiative den Markt für satellitengestützte Breitbanddienste. CTO setzt dem eigenen Angaben zufolge ein neutrales und gemeinsam nutzbares Modell entgegen: Statt proprietärer Netze sollen Telekommunikationsanbieter ihre eigenen Dienste auf gemeinsamer europäischer Infrastruktur anbieten können.

Die ESA unterstützt das Vorhaben im Rahmen ihrer Strategie zur Entwicklung nicht-terrestrischer Netze (Non-Terrestrial Networks, NTN) nach dem 3GPP-Standard. ESA-Direktor Laurent Jaffart sprach in diesem Zusammenhang von einer geplanten „resilienten Konnektivität“ aus europäischen Händen.

Strukturierte Kooperation zwischen CTO und ESA

Die Partner haben eine umfassende Zusammenarbeit angekündigt, die neben den gemeinsamen Orbit-Tests auch den Austausch von Know-how und Infrastruktur umfasst. Die wissenschaftliche und betriebliche Wirkung der Tests soll so maximiert werden. Das Projekt gilt bei CTO als technologische Blaupause für eine spätere kommerzielle Satellitenkonstellation.

Laut Charles Delfieux, CEO und Gründer von CTO, soll das Projekt zeigen, dass europäische Anbieter im internationalen Wettbewerb bestehen können, ohne technologische Abhängigkeiten einzugehen. ESA und CTO setzen damit auf ein neues Kapitel der Telekommunikation – mit dem Orbit als nächstem Netzwerkknoten.

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