Mobile-Menu

Die Zeit des Internet-Protokolls der Version 6 (IPv6) hat begonnen

Best Practices für den Einsatz von IPv6 bei Breitbandanschlüssen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Übersetzungsverfahren

Der einfachste Weg, der Verminderung von IPv4-Adressen entgegenzuwirken, ist die Nutzung von Übersetzungsverfahren, bei der die nach außen gerichtete Schnittstelle eine öffentliche Schnittstelle nutzt, während das private Anwendernetz IP-Adressen verwendet, die nicht über das Internet geroutet werden. Jedoch zwingen allseits bekannte Leistungs- und Skalierungsprobleme die meisten Dienstanbieter dazu, entweder Tunnel- oder Dual-Stack-Übergangsmechanismen für Breitbandzugangsnetze einzusetzen.

Tunnelmechanismen

Tunnelmechanismen werden für die Übertragung von IPv6-Paketen über IPv4-Netzwerke und umgekehrt eingesetzt. Die beiden Modelle für Tunnelmechanismen, die momentan in der Branche eine Aufmerksamkeit genießen, sind Dual-Stack-Lite und IPv6 Rapid Deployment

Dual-Stack-Lite

Ein Dual-Stack-Lite-Gerät wird auf seiner/n Schnittstelle/n sowohl mit einer IPv4- als auch einer IPv6-Adresse ausgestattet. Dual-Stack-Lite nutzt nur IPv6-Tunnel zwischen dem Anbieter und dem Kunden. Wenn ein Gerät im Kundennetzwerk ein IPv4-Paket an einen externen Bestimmungsort versendet, dann wird dieses IPv4-Paket für den Versand im Dienstanbieternetz in ein IPv6-Paket eingeschlossen. Ein NAT-Dienst (Network Address Translation) auf dem Teilnehmer-Endgerät (CPE), wie Home-Gateway, erfolgt nicht. Wenn ein Endgerät Zugang zu einem IPv6-Dienst benötigt, so wird dieser im „Ist“-Zustand transportiert und an einen Internetserver geroutet.

Die Quelladresse des IPv6-Tunnels wird zusammen mit IPv4-Quelladresse und -port zur NAT-Tabelle hinzugefügt, um sowohl die private Herkunftsadresse des Kunden eindeutig zu kennzeichnen, als auch die Referenzen für den Tunnelendpunkt zur Verfügung zu stellen. Mit Dual-Stack-Lite-Technologie verbleibt die Kommunikation zwischen den Endknoten innerhalb ihrer Adressfamilie, ohne dabei eine Protokollübersetzung der selbigen zu benötigen.

Funktionsweise Dual-Stack-Lite

Dual-Stack-Lite hat eine Reihe von Vorteilen gegenüber der Nutzung einer NAT-Kaskade:

  • Das Tunneln von IPv4 auf IPv6 ist weitaus einfacher als das Übersetzungsverfahren, da es weitaus besser als NAT464 arbeitet
  • Der IPv6-Einsatz im Dienstanbieternetzwerk ist ausgekoppelt und unabhängig von der kundenseitigen Migration auf IPv6
  • Wenn das Kundengerät IPv6 verarbeiten kann, dann werden die Pakete ganz normal über IPv6-Routing ohne den Einsatz eines Tunnels an die entsprechenden Endpunkte geliefert
  • Eine erhöhte Verkehrlast kann über ein Hinzufügen von AFTR-Elementen im Dienstanbieternetz abgedeckt werden. Dadurch kann auf eine Änderung in der Verkehrslast flexibel reagiert werden.

IPv6 Rapid Deployment (6RD)

6RD baut auf IPv4 auf und ist so gestaltet, dass IPv6 in hoher Qualität neben IPv4 geliefert wird, ohne dabei Änderungen an der Vernetzung und Bedienung von IPv4 zu verursachen. Eine 6RD-Domäne besteht aus:

  • 6RD CE-Router, auch als Residential Gateways (RG) oder Teilnehmer-Endgeräte (CPE) bezeichnet. Ein 6RD-CE funktioniert als Teilnehmer-Endgerät in einem 6RD-Einsatz und stellt den Anfang eines 6RD-Tunnels dar.
  • Ein oder mehreren 6RD Grenzrelais (BR). Ein 6RD-fähiger Router wird vom Dienstanbieter am Ende der 6RD-Domäne verwaltet. Das BR schließt den IPv4-Tunnel und übermittelt IPv6 außerhalb des Dienstanbieternetzwerks. Der 6RD-Mechanismus baut auf einer algorithmischen Abbildung zwischen den IPv6- und IPv4-Adressen auf, die für die Nutzung innerhalb des Dienstanbieternetzwerkes bestimmt sind.
  • Ein IPv6-Präfix, auch „6RD-Präfix“ genannt. Dieser wird vom Dienstanbieter für die Nutzung in der 6RD-Domäne gewählt. Das IPv6-Paket wird innerhalb von IPv4 durch ein 6RD-CE eingeschlossen und folgt der IPv4-Routingtopologie zwischen den CEs und BRs innerhalb des Dienstanbieternetzwerks.

weiter mit: Dual-Stack-PPP

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2051677)