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Nutzlasttyp und ATM-Vermittlung
Der Nutzlasttyp gibt an, ob eine Zelle von einem Benutzer oder von einer netzinternen Kontrolleinrichtung benutzt wird. Die Zellen-Verlust-Priorität erlaubt es, Zellen zu kennzeichnen, die man im Netz besonders ungern verlieren möchte.
In kritischen Situationen oder bei Überlast werden diese Zellen so gut es geht übertragen, auch wenn andere Zellen niedrigerer Priorität hierbei dran glauben müssen. Die Fehlerkontrolle hilft dabei, Pakete mit verkümmerten Headern auszusortieren.
Bei der ATM-Vermittlung muss man deutlich zwischen Vermittlung von virtuellen Kanälen und der Vermittlung von virtuellen Pfaden unterscheiden. Beim Aufbau einer virtuellen Verbindung wird zunächst ein geeigneter virtueller Pfad ausgesucht und anschließend ein Teil der Bandbreite dieses Pfades als virtueller Kanal belegt.
Letztlich ist dies vergleichbar der Vorgehensweise von X.25 mit seinen logischen Kanälen und virtuellen Verbindungen. Der virtuelle Pfad ist, wie Badach so schön bemerkt, letztlich eine virtuelle Hochgeschwindigkeits-Standleitung und kann zur Bildung privater Subnetze innerhalb des ATM-Netzes durch die virtuellen Kanäle innerhalb des Pfades herangezogen werden. Eine Adressierung ist nur vollständig durch das komplette Paar (VCI, VPI).
Die PMD zerfällt nochmals in eine Teilschicht, die die Abhängigkeiten in Bezug auf das verwendete Übertragungsmedium formuliert (Physical Medium Dependent Sublayer PMD) und für das korrekte Übertragen und Empfangen von Bits zuständig ist, und in eine weitere Teilschicht, den Transmission Convergence Layer TC, der die zu sendenden ATM-Zellen zum jeweiligen Übertragungssystem zuordnet. Hier muss man zum Verständnis jedoch etwas weiter ausholen.
Die ATM Adaption Layer AAL passt die Low-Level Transportdienste für die erforderliche Dienstqualität der darüberliegenden Klassen von Anwendungsdiensten an. Es gibt vier AAL-Dienstklassen, die sich durch die Zeitrelation zwischen Quelle und Ziel, konstante oder variable Bitrate und die Verbindungsart voreinander unterscheiden. Genau wie bei S-ISDN gibt es wiederum eine B-ISDN-Referenzkonfiguration, die dabei zwischen User Network Interface und Network Node Interface unterscheidet.
Über den Autor
Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit über 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, über 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender. Sein besonderes Augenmerk galt immer der soliden Grundlagenausbildung.
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