Mit der nächsten Mobilfunkgeneration rückt eine Idee in greifbare Nähe, die lange nach Science-Fiction klang: Ab 2030 sollen Smartphones nicht mehr nur über Funkmasten, sondern auch direkt über Satelliten kommunizieren. Was heute eine Spezialfunktion für Notfälle ist, soll mit 6G so selbstverständlich werden wie WLAN oder GPS – und damit den Mobilfunk grundlegend verändern.
Mit 6G soll Satellitenkonnektivität ab 2030 zur Grundfunktion in Smartphones werden. Die neue Mobilfunkgeneration verspricht globale Verfügbarkeit, mehr Resilienz und nahtlose Kommunikation – selbst bei Katastrophen oder in abgelegenen Regionen.
(Bild: KI-generiert)
Sommer 2021: Nach tagelangem Starkregen tritt die Ahr im Westen Deutschlands über die Ufer. Ortschaften werden überflutet, Straßen und Stromleitungen zerstört. In manchen Orten bricht die Mobilfunkversorgung stunden- oder tagelang zusammen. Viele Menschen haben damals erfahren, wie verletzlich unsere Kommunikationsinfrastruktur sein kann. Und wie beunruhigend es ist, kein Netz zu haben, wenn Hilfe gebraucht wird.
Die nächste Mobilfunkgeneration soll genau hier ansetzen. Mit 6G, das voraussichtlich ab etwa 2030 eingeführt wird, sollen Smartphones nicht nur über Funkmasten, sondern auch direkt über Satelliten kommunizieren können. Was heute noch eine Nischenfunktion in wenigen Geräten ist, soll dann so selbstverständlich sein wie WLAN oder GPS.
3GPP: das Labor für weltweite Standards
Damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, braucht es internationale Koordination. Hier kommt das 3rd Generation Partnership Project (3GPP) ins Spiel. In diesem Zusammenschluss von Standardisierungsgremien, Netzbetreibern, Ausrüstern wie Nokia und Forschungsinstituten entstehen seit über 20 Jahren die technischen Spezifikationen für Mobilfunknetze. Jede neue Generation, von UMTS (3G) über LTE (4G) bis hin zu 5G und dem kommenden 6G, basiert auf den so genannten „Releases“ dieser Arbeitsgemeinschaft.
Ein solcher Release, im Jahr 2022 verabschiedet, legte die Grundlage für „Non-Terrestrial Networks“ (NTN). Gemeint sind Netze, die nicht auf Antennen am Boden, sondern auf Satelliten setzen. Zum ersten Mal wird es damit möglich, dass normale Endgeräte im Notfall über den Weltraum funken können.
Schon heute: Erste Satelliten-Verbindungen mit 5G
NTN-Kommunikation ist bereits in ersten Produkten angekommen. Smartphones wie aktuelle Apple iPhones, das Pixel 9 oder das Galaxy S25 nutzen Spezifikationen aus Release 17, um Textnachrichten auch dann zu versenden, wenn kein terrestrisches Netz verfügbar ist. Noch sind die Funktionen stark eingeschränkt, meist für Notfall-SMS, doch sie zeigen, wohin die Reise geht.
Die Vorteile liegen auf der Hand: In entlegenen Gegenden oder während großflächiger Störungen bleibt zumindest eine Basisverbindung bestehen. Für Rettungsdienste oder Katastrophenschutz kann das überlebenswichtig sein. Zugleich erweitern NTN die Reichweite von Mobilfunknetzen in Regionen, in denen sich klassische Infrastruktur kaum rechnet, etwa auf See oder in sehr dünn besiedelten Gegenden.
Die Arbeit an NTN geht aktuell in großen Schritten weiter. Release 18 und 19 haben den Funktionsumfang ausgebaut, etwa durch neue Gerätetypen für Schiffe und Flugzeuge oder durch Satelliten, die Signale direkt an Bord verarbeiten können. Damit entwickelt sich NTN von einer Zusatzfunktion zu einem festen Bestandteil moderner Netze.
Mit 6G soll dieser Prozess abgeschlossen sein: Jedes neue Gerät wird dann von Anfang an Satellitenfunk unterstützen. Der Unterschied zur heutigen Situation wäre gewaltig. Nutzerinnen und Nutzer müssten nicht mehr darauf achten, ob ihr Telefon „NTN-fähig“ ist. So wie heute kein Smartphone ohne WLAN oder GPS ausgeliefert wird, würde künftig auch die Verbindung ins All dazugehören.
Ein Blick in die 6G-Zukunft
Technisch verspricht 6G gleich mehrere Verbesserungen. Künftige Geräte sollen keine Satellitennavigation mehr benötigen, um den Kontakt herzustellen, ein Vorteil, weil Navigationssysteme störanfällig sein können. Auch der Übergang zwischen Boden- und Weltraumnetzen soll nahtlos erfolgen, sodass Verbindungen nicht abbrechen, wenn man von der Stadt in eine abgelegene Region wechselt.
Die gesellschaftlichen Folgen könnten erheblich sein. In ländlichen Räumen ließe sich die digitale Lücke schließen, weil Menschen unabhängig vom Netzausbau Zugang zu Kommunikation hätten. Für den Katastrophenschutz eröffnet NTN die Möglichkeit, Einsatzkräfte schnell und zuverlässig zu vernetzen, auch wenn lokale Infrastrukturen ausgefallen sind. Darüber hinaus könnten Branchen wie Logistik, Schifffahrt oder Bergbau profitieren – überall dort, wo Netze bisher nur lückenhaft verfügbar waren.
Während die bisherigen Mobilfunkgenerationen vor allem auf höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten setzten, bringt 6G einen neuen Aspekt: weltweite Verfügbarkeit. Das Ziel ist eine Kommunikationsinfrastruktur, die auch in Ausnahmesituationen funktioniert, sei es beim nächsten Hochwasser, bei einem Stromausfall oder schlicht in Regionen, in denen bislang kein Netz verfügbar ist.
Die Technik ist noch im Aufbau, doch die Richtung ist klar: Mit 6G ist der Himmel keine Grenze mehr für den Mobilfunk, sondern eine Erweiterung. Kommunikation könnte dann tatsächlich überall möglich sein: jederzeit, verlässlich und auch in den Momenten, in denen es am wichtigsten ist.
Stand: 08.12.2025
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