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Fazit: IPv6 arbeitet noch an klarem Implementierungspfad
Der Pfad für die Produktentwicklung in der IPv6-Szene erscheint nach wie vor wenig sattelfest und kalkulierbar. Die Portierung selbst erscheint dabei noch weitgehend unkritisch und effizient realisierbar und somit deutlich weniger komplex und aufwändig als allgemein befürchtet. Treten aber an einer Stelle im Betrieb erste Probleme auf, so könnte sich dies aufgrund der allgemein vorherrschenden Angst gegenüber einem kompletten Umschwenken als Achillesferse erweisen.
Somit müssen Kundenbetreuer und Help Desk von vorne herein mit einer Flut von größeren und kleineren Problemen rechnen, was erhebliche Vorbereitungen in der Einarbeitung nach sich ziehen kann. Bei eigenen Entwicklungen muss die entsprechende Expertise im Umgang mit Kunden schließlich erst noch aufgebaut werden, auch und gerade anhand von schmerz- und leidvollen Erfahrungen.
Den System- und Netzwerkadministratoren kommt in diesem Prozess eine delikate Rolle zu. Sie erwartet nicht nur viel Arbeit, sondern auch zusätzliche „Wartungsfenster“, die sich plötzlich auftürmen. Neues Wissen muss aufgebaut werden, alte Gewohnheiten bis hin zu angeblich erprobten „Best Practices“ gilt es zu überdenken und gegebenenfalls an die neue Situation anzupassen.
Gerade Admins gehören deshalb nicht unbedingt zu den Promotoren dieser Entwicklung. Sie befürchten Mehrarbeit und einseitige Schuldzuschreibungen, wenn etwas auf der unteren Ebene nicht gleich funktioniert. Sprich, sie scheuen ein derartiges „Himmelfahrtskommando“. Aber auch Entwickler unterschätzen oftmals die Altlasten in ihren Produkten. Zum Trost sei gesagt: Auch sie stehen mit diesem „Himmelfahrtskommando“ keineswegs allein.
Denn auch die nicht-technischen Manager im Betrieb können sich leicht von IPv6 überfordert und überrollt fühlen. Die künftige Entwicklung ist in vielen Punkten zu wenig vorhersehbar, was eine breit gefächerte und zielgruppenspezifische Aufklärung aller Interessengruppen erforderlich macht. Das Fachwissen für technische Gruppen sollte knapp und kurz strukturiert sein und systematisch aufgebaut werden. Daneben gilt auch weiterhin die Maßgabe, viele nicht-technische Anlaufschwierigkeiten erst noch überspringen zu müssen.
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(ID:2013103)