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Geschichte eines Betriebssystems

Windows Historie, Teil 2: Das Plug-and-Play-Betriebssystem

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Die "Millenium Edition" stieß aufgrund augenscheinlicher Entfernung des DOS-Modus und anfänglichen Stabilitätsproblemen auf wenig Gegenliebe bei Anwendern.(Bild:  Microsoft)
Die "Millenium Edition" stieß aufgrund augenscheinlicher Entfernung des DOS-Modus und anfänglichen Stabilitätsproblemen auf wenig Gegenliebe bei Anwendern.
(Bild: Microsoft)

Windows Me: Ungeliebte Zwischenlösung

Das letzte Betriebssystem auf Basis der vierten Windows-Generation (Versionsnummer 4.90.3000) war die sogenannte „Millenium Edition“, Windows Me. Ursprünglich hatte Microsoft eigentlich für das Jahr 2000 vorgesehen, die getrennten NT- und DOS-basierten Betriebssystemfamilien zu einer gemeinsamen Reihe zu vereinen. Tatsächlich hatte man das NT-Produkt Windows 2000 zunächst für diesen Zweck vorgesehen.

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Um aber die Kompatibilität mit bestehender DOS-Software nicht zu verlieren, die gerade im Spiele- und Heimanwendermarkt noch weit verbreitet war, entschied man sich doch für zwei separate Releases. Am 14. September 2000 erschien daher mit Windows Me die letzte Ausgabe eines DOS-basierten Windows-Betriebssystems.

Die GUI sowie das Design der Icons orientierte sich bei Windows Me stark an der NT-Familie, speziell an Windows 2000.(Bild:  Screenshot/Microsoft)
Die GUI sowie das Design der Icons orientierte sich bei Windows Me stark an der NT-Familie, speziell an Windows 2000.
(Bild: Screenshot/Microsoft)

Auch wenn das Prinzip dem Rest der 9x-Familie entsprach, orientierte sich die grafische Oberfläche an der Gestaltung von Windows 2000. Der Windows Media Player erhielt mit Version 7 eine neue Struktur wie auch Nutzeroberfläche und Unterstützte nun auch das direkte Brennen von Audio-CDs (allerdings nur mit passendem Adaptec-Plugin), ein integriertes Internetradio sowie das Anlegen und Speichern von Playlists.

Mit dem Windows Movie Maker war erstmals ein einfaches Schnittprogramm für Filme im Betriebssystem vorhanden, auch das Entpacken von ZIP-Archiven direkt aus dem Windows Explorer heraus war nun möglich. Als erste Windows-Version für Heimanwender verfügte Windows Me zudem über einen Schutzmechanismus zum automatischen Wiederherstellen beschädigter Systemdateien. Als einziges Windows der 9x-Familie hielt Me zudem standardmäßig einen eigenen Treiber für USB-Wechselspeichermedien wie USB-Sticks bereit. Ansonsten hielten sich die Neuerungen in Grenzen.

Auch wenn Microsoft den DOS-Modus aus Windows Me offiziell entfernt hatte, konnten Anwender mit Hilfe einer speziellen Bootdiskette dennoch direkt in das darunterliegende MS-Dos 8.0 starten.(Bild:  Screenshot/Microsoft)
Auch wenn Microsoft den DOS-Modus aus Windows Me offiziell entfernt hatte, konnten Anwender mit Hilfe einer speziellen Bootdiskette dennoch direkt in das darunterliegende MS-Dos 8.0 starten.
(Bild: Screenshot/Microsoft)

Auffällig war die augenscheinliche Abwesenheit des DOS-Modus, der in Windows 95 und 98 noch Standard war. Allerdings war MS-DOS 8.00 unter der Haube weiterhin fester Bestandteil von Windows Me, mit einer bearbeiteten Boot-Diskette war ein Start in den reinen DOS-Modus weiter möglich. Microsoft hatte diesen versteckt, angeblich um die Systemstabilität zu optimieren. Dabei wurde gerade letzteres unter Windows Me oft als großes Problem wahrgenommen: Unmittelbar nach Release wurde eine Sicherheitslücke bekannt, die das System zum Abstürzen brachte. Ironischerweise war auch die neue Systemwiederherstellung fehlerhaft und weigerte sich ab einem bestimmten Zeitpunkt, angelegte Restore-Zustände wiederherzustellen.

Im Endeffekt wirkte das System wie eine dritte, weniger stabile Auflage von Windows 98, die wegen des versteckten DOS-Modus gerade für viele Spieler unattraktiv war. Als erstes Microsoft-Betriebssystem wird Windows Me daher von Beobachtern als Flop wahrgenommen. Den Rückschlag sollte das Unternehmen mit seinem nächsten OS umgehend ausbügeln.

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation ELEKTRONIKPRAXIS.

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