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Digitale Transformation in Unternehmen stockt Wenn KI auf Kompetenzlücken trifft

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Mitarbeiter fehlen digitale Fähigkeiten, Unternehmen investieren Milliarden. Eine Studie von Nexthink zeigt: Ohne Schulung, kein Fortschritt – und kein ROI. Der digitale Wandel droht zu einer Sackgasse zu werden, wenn die Belegschaft nicht mitzieht.

Nexthink warnt: Fehlende digitale Kompetenz bremst KI-Investitionen. Ohne Schulung droht die digitale Transformation zu scheitern.(Bild:  KI-generiert)
Nexthink warnt: Fehlende digitale Kompetenz bremst KI-Investitionen. Ohne Schulung droht die digitale Transformation zu scheitern.
(Bild: KI-generiert)

Die Digitalisierung schreitet in hohem Tempo voran – doch nicht alle halten Schritt. Laut einer Studie von Nexthink, einem Anbieter im Bereich Digital Employee Experience, könnten fehlende digitale Kompetenzen in der Belegschaft zum Bremsklotz für KI-Investitionen werden. Das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne hat im Auftrag von Nexthink für die Studie „The Science of Productivity: AI, Adoption and Employee Experience“ [registrierungspflichtig] weltweit 1.100 IT-Entscheider befragt, davon 200 in Deutschland.

Nach Angaben von Nexthink rechnen 95 Prozent der deutschen IT-Führungskräfte damit, dass neue KI-Technologien die digitale Reibung im Unternehmen massiv erhöhen könnten. Gemeint sind damit Störungen, die aus der Diskrepanz zwischen technologischer Innovation und der tatsächlichen Nutzung durch Mitarbeiter entstehen. Ein Großteil der Beschäftigten sei laut Studie nicht ausreichend vorbereitet: Nur 44 Prozent sollen über die nötigen Fähigkeiten verfügen, um mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung mithalten zu können.

Milliardeninvestitionen unter Druck

Die Zahlen sind eindeutig: Für 2025 erwartet das Marktforschungsunternehmen Gartner globale IT-Ausgaben von 5,61 Billionen US-Dollar. Davon könnten allein 644 Milliarden in den Bereich Generative KI fließen. Das Potenzial ist riesig – ebenso wie das Risiko. Laut Nexthink fällt es 42 Prozent der befragten IT-Entscheider in Deutschland schwer, den finanziellen Mehrwert ihrer bisherigen KI-Investitionen konkret zu benennen.

Ein Grund: Ohne gezielte Schulung und Unterstützung im Umgang mit neuen Tools könnten die Investitionen ins Leere laufen. 88 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass viele Mitarbeiter von der Einführung Generativer KI überfordert sein dürften.

Tempo hoch, Transparenz niedrig

Die Dynamik des Wandels lässt kaum Zeit zum Atemholen. Bereits heute bringt laut Nexthink fast jedes zweite Unternehmen monatlich neue Anwendungen oder Plattformen an den Start. In den kommenden drei Jahren erwarten die IT-Entscheider einen weiteren Zuwachs der eingesetzten Tools um 42 Prozent. Gleichzeitig gaben 69 Prozent an, dass es zu viele Nutzer gebe, um alle angemessen beim Onboarding zu begleiten.

Die Folgen dieses Missverhältnisses zeigen sich bereits: Weniger Zusammenarbeit (58 Prozent), sinkende Produktivität (57 Prozent), verschwendete Ressourcen (51 Prozent) und steigende Unzufriedenheit (44 Prozent) wurden von den Befragten als direkte Auswirkungen benannt.

DEX statt Frust

Die Reaktion auf diese Entwicklung fällt eindeutig aus: 94 Prozent der IT-Führungskräfte wollen die digitale Kompetenz der Belegschaft gezielt fördern. Dabei gehe es nicht nur um klassische Schulungen, sondern auch um das frühzeitige Erkennen von Reibungspunkten. Ebenso viele wünschen sich konkrete Unterstützung bei der Einführung neuer Technologien.

Für 93 Prozent ist die Digital Employee Experience (DEX) laut Studie der Schlüssel, um Digitalisierung messbar und wirksam zu gestalten. Sie versprechen sich davon nicht nur mehr Resilienz (44 Prozent), sondern auch bessere Zusammenarbeit (43 Prozent) und eine beschleunigte Umsetzung der Transformation (40 Prozent).

Technologie ist nicht genug

„Transformation bedeutet mehr als Technologie – es geht um effektive Nutzung“, wird Vedant Sampath, CTO bei Nexthink, zitiert. Unternehmen müssten nicht nur investieren, sondern auch aktiv begleiten. Die technische Umsetzung allein genüge nicht, um die erhofften Fortschritte zu erzielen.

Ohne ausreichende Transparenz über die tatsächliche Nutzung digitaler Werkzeuge blieben IT-Teams im Blindflug. Die Gefahr: Teure Tools bleiben ungenutzt, Mitarbeitende frustriert – und der ROI aus.

Was bleibt, ist ein Paradoxon: Während Milliarden in KI fließen, fehlen oft ein paar Stunden Weiterbildung, um sie effektiv zu nutzen.

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