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Netzwerk Grundlagen – MPLS

Warum Multiprotocol Label Switching (MPLS) auch heute noch wichtig ist

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MPLS Bausteine

Die Komponenten von MPLS sind der LER (Label Edge Router) und der LSR (Label Switch Router) sowie die Gesamtstrecke, der LSP (Label Switched Path).

  • Label Edge Router; LER: Der Ingress LER klassifiziert die eingehenden Pakete und assoziiert einen LSP mit ihnen. Das MPLS Label wird hier eingefügt. Der Egress LER entfernt den MPLS Header und das Label.
  • Label Switch Router; LSR: Der Transit/Core-Router, der die Pakete anhand des Labels weiterleitet und gegebenenfalls das Label austauscht (da dieses nur zwischen 2 Hops gilt).
  • Label Switched Path; LSP: Die Ende-zu-Ende Strecke, über die Pakete weitergeleitet werden. LSPs können statisch oder dynamisch etabliert werden.

Die Verteilung der Labels erfolgt über ein zusätzliches Label Distribution Protokoll (LDP).

Im Kontext von BGP MPLS VPNs nach RFC 2547 wird auch von P- (Provider, entspricht LSR) und PE-Routern (Provider Edge, entspricht LER) gesprochen. Die Router auf der Kundenseite werden als CE-Router (Customer Edge) bezeichnet.

Hierbei läuft zwischen allen Routern ein IGP (Interior GatewayProtocol) wie OSPF oder IS-IS (bevorzugt) bzw. die Protokolle OSPF-TE und IS-IS TE, wenn Constraint Based Routing genutzt werden soll (die meisten SP-Netze sind statisch provisioniert in Bezug auf TE und auf Protection Switching). Zwischen den PEs kommt dann iBGP im Full Mesh zum Austausch der Kundenrouten zum Einsatz. Im PE selbst erfolgt die Zuordnung von Kunden zu VPNs.

Die Kunden werden über VR Virtual Router oder VRFVirtual Routing and Forwarding logisch voneinander getrennt und dann den VPNs zugewiesen. Wenn die Anzahl der PEs zu groß wird, um effektiv einen iBGP Mesh zu fahren, werden so genannten Route Reflectors (RR) eingesetzt, die die Verteilung der Routen an die PEs übernehmen.

Falls bei einem CE Router mehrere Kunden zusammengefasst werden, kommt eine lokale Erweiterung auf dem CE Router zum Einsatz: VRF Lite. Diese bietet die Möglichkeit, die Routen verschiedener Kunden auf einer Routerinstanz voneinander zu trennen ohne die restlichen MPLS Funktionen abbilden zu müssen. Zwischen PE und CE Router kommt dann typischerweise 802.1q Tagging oder verschiedene ATM/FR PVCs zum Einsatz. Eine Zuordnung anhand der IP Adressen am PE ist auch möglich (dies schließt dann aber überlappende IP Adressbereiche aus). In den einzelnen VLANs (Virtual LANs nach IEEE 802.1q und auch damit Routing Peers zwischen PE und CE) werden dann pro Kunde die Routen (mit verschiedenen Routingprotokollen) übertragen.

weiter mit: Anwendung von MPLS in LANs

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