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Wie IAM Datensouveränität unterstützt Warum Infrastruktur-Souveränität und Zugriffssouveränität zusammengehören

Von Thomas Joos 6 min Lesedauer

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Datensouveränität gewinnt in Cloud- und SaaS-Umgebungen eine neue technische Dimension. Neben dem Datenstandort rückt die kontrollierte Nutzung von Informationen in den Fokus. IAM verbindet Infrastruktur-Souveränität mit Zugriffssouveränität und schafft die Voraussetzung für steuerbare Datennutzung über Organisations- und Systemgrenzen hinweg.

Flexibles Identätsmanagement spielt eine immer wichtigere Rolle. Hier helfen zum Teil auch externe Tools.(Bild:  Joos - FirstAttribute)
Flexibles Identätsmanagement spielt eine immer wichtigere Rolle. Hier helfen zum Teil auch externe Tools.
(Bild: Joos - FirstAttribute)

Datensouveränität beschreibt die Fähigkeit von Organisationen, digitale Informationen kontrolliert zu speichern, zu verarbeiten und zu nutzen. In klassischen Rechenzentrumsstrukturen lag diese Kontrolle weitgehend innerhalb der eigenen Organisation. Cloud-Modelle, SaaS-Plattformen und hybride Identitätslandschaften verschieben diese Kontrolle in verteilte technische und rechtliche Strukturen. IAM (Identity and Access Management) wirkt in diesem Umfeld als verbindende Steuerungsschicht, die Identitäten, Berechtigungen und Datenflüsse zusammenführt – zentrale IAM-Plattformen wie my-IAM von FirstAttribute können diese Daten aus unterschiedlichen Systemen konsolidieren, synchronisieren und Zugriffssouveränität operativ umsetzen.

Datensouveränität als zusammengesetztes Steuerungsmodell

Datensouveränität besteht aus zwei Ebenen, die sich gegenseitig bedingen. Infrastruktur-Souveränität beschreibt den Ort und den rechtlichen Rahmen der Datenverarbeitung. Zugriffssouveränität beschreibt die Kontrolle über Identitäten, Rollen und Berechtigungen. Beide Ebenen entfalten ihre Wirkung nur gemeinsam. Ein definierter Datenstandort verliert an Bedeutung, sobald Zugriffe ungeordnet erfolgen. Ein differenziertes Berechtigungsmodell verliert seine Schutzwirkung, sobald Daten in rechtlich oder technisch nicht kontrollierbaren Umgebungen verarbeitet werden.

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Infrastruktur-Souveränität in verteilten Cloud-Architekturen

Infrastruktur-Souveränität beginnt bei der Auswahl von Cloud-Regionen und reicht bis zur Kontrolle der Abhängigkeiten von Plattformbetreibern. EU-Cloud-Angebote reduzieren regulatorische Risiken, beseitigen jedoch keine strukturellen Bindungen an Anbieter. Globale Hyperscaler unterliegen nationalen Zugriffsrechten auf Unternehmensebene.

Der US Cloud Act erweitert Zugriffsmöglichkeiten auf Daten von US-Anbietern unabhängig vom physischen Speicherort. Die DSGVO fordert nachvollziehbare Verantwortlichkeiten, Zweckbindung und kontrollierte Datenweitergaben. Daraus folgen technische Anforderungen an Mandantentrennung, Schlüsselverwaltung, Protokollierung und Governance über SaaS-Grenzen hinweg. Infrastruktur-Souveränität bleibt unvollständig, wenn Daten zwar regional gespeichert sind, Zugriffe jedoch nicht steuerbar oder überprüfbar bleiben.

Zugriffssouveränität als operative Ebene der Datennutzung

Zugriffssouveränität steuert die tatsächliche Nutzung von Daten. Rollen, Gruppen und Richtlinien definieren Berechtigungen in Verzeichnisdiensten, Cloud-Plattformen und Fachanwendungen. Moderne IT-Landschaften erweitern diese Struktur durch Teams, Gastzugänge, Partnerkonten und automatisierte Identitäten. Ohne zentrale Koordination ergeben sich inkonsistente Berechtigungen, übergreifende Gruppenmitgliedschaften und unklare Zuständigkeiten. Zugriffssouveränität verlangt konsistente Identitätsdaten, klar definierte Pflegeverantwortung, kontrollierte Delegation und eine nachvollziehbare Änderungshistorie. IAM setzt diese Anforderungen technisch um und hält Berechtigungszustände systemübergreifend synchron.

SaaS-Governance als Erweiterung der Zugriffssouveränität

SaaS-Governance beschreibt die Steuerung von Identitäten, Berechtigungen und Datenflüssen innerhalb externer Cloud-Anwendungen. SaaS-Plattformen entziehen sich klassischen Netzgrenzen und nutzen eigene Rollen- und Gruppenmodelle. Ohne übergreifende Governance sind voneinander abweichende Berechtigungsstände, intransparente Freigaben und schwer überprüfbare Datenbewegungen eine reale Gefahr. IAM bildet die übergeordnete Steuerungsebene, die SaaS-Zugriffe an definierte Identitäten und Gruppen bindet. Zugriffssouveränität manifestiert sich dadurch, dass Berechtigungen nicht isoliert in einzelnen Anwendungen gepflegt, sondern aus einer konsolidierten Identitäts- und Gruppenbasis abgeleitet sind.

Gastzugänge als eigenständiger Zugriffskontext

Gastzugänge erweitern Kollaborationsplattformen und SaaS-Anwendungen um externe Identitäten. Projektpartner, Dienstleister oder Kunden erhalten Zugriff auf Daten außerhalb der eigenen Organisation. Technisch entstehen zusätzliche Identitätsklassen mit eigenen Lebenszyklen. Ohne IAM-gestützte Steuerung bleiben Gastkonten häufig länger aktiv als fachlich erforderlich oder erhalten weitreichendere Berechtigungen als vorgesehen. Zugriffssouveränität verlangt zeitlich begrenzte Zugriffe, eindeutige Zuordnung zu internen Verantwortlichkeiten und eine konsistente Einbindung in Gruppen- und Rollenmodelle. IAM verankert Gastidentitäten im zentralen Identitätsmodell und unterwirft sie denselben Governance-Regeln wie interne Zugriffe.

Partneridentitäten in dauerhaft verteilten Strukturen

Partneridentitäten unterscheiden sich von Gastkonten durch ihre Dauerhaftigkeit und durch die Einbindung in geschäftskritische Abläufe. Lieferanten, Entwicklungspartner oder externe Betriebsdienstleister benötigen kontinuierlichen Zugriff auf definierte Systeme. Zugriffssouveränität verlangt hier eine saubere Trennung zwischen internen und externen Identitäten, ohne operative Prozesse zu behindern. IAM unterstützt dieses Modell durch föderierte Identitäten oder separate Identitätsklassen, deren Berechtigungen an Rollen und Gruppen gebunden sind. Der Zugriff bleibt steuerbar, auch wenn Identitäten außerhalb der eigenen Domänen verwaltet sind.

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IAM als Verbindung zwischen Infrastruktur und Zugriff

IAM verbindet infrastrukturelle Entscheidungen mit konkreten Zugriffspfaden. Identitäten wirken unabhängig vom Speicherort und steuern Datennutzung in SaaS-Anwendungen, Kollaborationsplattformen und internen Systemen. Dadurch erhält Infrastruktur-Souveränität eine operative Durchsetzungsebene. IAM fungiert als Integrationsschicht zwischen Verzeichnisdiensten, HR-Systemen, Cloud-Plattformen und Fachanwendungen und reduziert unkontrollierte Datenvervielfältigung sowie Schattenstrukturen.

In komplexen Umgebungen verteilen sich Identitäts- und Gruppendaten über mehrere Systeme. Ein Identity-Information-Broker sammelt diese Informationen aus autoritativen Quellen, gleicht sie ab und stellt sie Zielsystemen kontrolliert bereit. Dieser Ansatz vermeidet vollständige Migrationen und erhält die Hoheit über Stammdaten in den Quellsystemen. Datensouveränität profitiert von dieser Trennung, da Datenhaltung und Datennutzung technisch entkoppelt bleiben und Datenflüsse nachvollziehbar bleiben.

In diesem architektonischen Umfeld lassen sich Lösungen von my-IAM einordnen. Der Ansatz konzentriert sich auf die kontrollierte Zusammenführung von Identitäts- und Gruppendaten aus bestehenden Verzeichnisdiensten und Fachsystemen. Ziel ist die technische Durchsetzung von Zugriffssouveränität in hybriden und Cloud-basierten Umgebungen, ohne bestehende Infrastrukturen zu ersetzen oder Infrastrukturstrategien vorzugeben.

Die my-IAM platform als Grundlage konsistenter Identitätsdaten

Eine zentrale Voraussetzung für Zugriffssouveränität liegt in konsistenten und steuerbaren Identitätsdaten. In vielen Organisationen pflegen HR-Systeme, Verzeichnisdienste und Fachanwendungen unterschiedliche Attributstände.

Die my-IAM platform von FirstAttribute führt Identitätsinformationen aus mehreren Quellsystemen zusammen und stellt sie angebundenen Zielsystemen kontrolliert bereit. Änderungen in den Quellsystemen werden automatisch extrahiert, abgeglichen und weitergegeben. Dadurch liegen jederzeit aktuelle und konsistente Identitätsdaten vor – eine Voraussetzung, damit Berechtigungen attributbasiert und automatisiert abgeleitet werden können. Für Datensouveränität bedeutet dieser Ansatz kontrollierte Identitätsdatenflüsse und mehr Transparenz über Datennutzung in SaaS-Anwendungen.

Gruppen und Rollen als zentrales Berechtigungsobjekt

In Cloud- und SaaS-Umgebungen bilden Gruppen das primäre Berechtigungsobjekt. Teams-Strukturen, Projektgruppen und rollenbasierte Zugriffe hängen direkt von konsistenten Gruppenständen ab. Abweichungen zwischen lokalen Verzeichnisdiensten und Cloud-Verzeichnissen führen zu unkontrollierten Zugriffen. Die my-IAM platform führt Gruppeninformationen aus verschiedenen Verzeichnisdiensten zusammen und synchronisiert diese. Der Fokus liegt auf einheitlicher Pflege, konsistenter Mitgliedschaft und einer zentralen Sicht auf Berechtigungsobjekte. Zugriffssouveränität profitiert davon, da Gruppenpflege systemübergreifend koordiniert erfolgt.

Delegation und Verantwortlichkeiten in Berechtigungsmodellen

Zugriffssouveränität erfordert Delegation, da Fachbereiche ihre Rollenmodelle kennen. Gleichzeitig verlangt Datensouveränität eine Begrenzung dieser Delegation. IAM-Architekturen setzen daher auf definierte Pflegebereiche, in denen Verantwortliche Gruppen und Berechtigungen verwalten können, ohne globale Administrationsrechte zu erhalten.

Prüfmodelle bilden eine tragende Säule der Zugriffssouveränität. Rezertifizierungsprozesse überprüfen in festgelegten Intervallen die fachliche Notwendigkeit bestehender Berechtigungen. Änderungsverläufe lassen sich systemübergreifend auswerten, auch wenn Berechtigungen in mehreren SaaS-Anwendungen wirksam sind. IAM liefert hierfür die technische Grundlage, indem Identitätsdaten, Gruppenmitgliedschaften und Berechtigungsänderungen zentral auswertbar bleiben. Datensouveränität erhält dadurch eine überprüfbare Qualität jenseits formaler Richtlinien.

Zusammenspiel von Infrastruktur und Zugriff in der Praxis

Datensouveränität ergibt sich aus dem Zusammenspiel beider Ebenen. EU-basierte Infrastruktur reduziert rechtliche Risiken, IAM steuert die tatsächliche Nutzung. Zugriffssouveränität übersetzt organisatorische Vorgaben in technische Regeln, Infrastruktur-Souveränität definiert den rechtlichen Rahmen. Identity-Information-Broker-Ansätze, gruppenbasierte Berechtigungsmodelle und konsistente Identitätsdaten bilden die technische Grundlage, um Datennutzung in verteilten Cloud- und SaaS-Landschaften kontrollierbar zu halten.

Technische Schlussfolgerung

Wahre Datensouveränität setzt Infrastruktur-Souveränität und Zugriffssouveränität voraus. IAM verbindet beide Ebenen und macht Kontrolle über Datennutzung technisch durchsetzbar. Lösungen wie my-IAM RealIdentity ordnen sich in diesem Kontext als Bausteine ein, die Identitäts- und Gruppenflüsse konsolidieren und synchronisieren. Ihr Beitrag liegt in der technischen Ordnungsleistung über Systemgrenzen hinweg.

Datensouveränität bleibt damit kein abstraktes Konzept, sondern eine umsetzbare Eigenschaft moderner IT-Architekturen. Identitäten spielen eine immer wichtigere Rolle, was sich schlussendlich auch an der ständig steigenden Anzahl an Cyberattacken auf Identitäten zeigt.

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