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IP-Insider-Workshop: Active Directory (AD) in der Praxis

Trickreiche Installation der Active Directory Domänendienst-Rolle auf Server 2008 R2

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Active Directory von einem Installationsmedium aus installieren

Soll ein Domänencontroller nach der Installation seine Replikationsdaten nicht über das Netzwerk beziehen – zum Beispiel, weil der Server in einer Niederlassung steht, die durch eine schmalbandige Leitung angebunden ist – müssen Administratoren einige Vorbereitungen treffen.

Auf einem Quell-Domänencontroller müssen dazu zunächst Daten aus Active Directory exportiert und auf einen Datenträger kopiert werden der zur Installation von AD eingelegt sein muss. Um ein Installationsmedium vorzubereiten, müssen Sie sich an einem Domänencontroller mit Admin-Rechten anmelden. Gehen Sie im Anschluss folgendermaßen vor (siehe auch Abbildung 3):

  • Öffnen Sie eine Befehlszeile und geben Sie „ntdsutil“ ein.
  • Geben Sie „activate instance ntds“ ein und bestätigen Sie.
  • Geben Sie „ifm“ ein und bestätigen Sie.
  • Geben Sie „create rodc c:\InstallationMedia“ ein, um ein Installationsmedium für einen RODC (schreibgeschützter Domänencontroller) zu erstellen. Um Replikationsdaten für einen vollwertigen Domänencontroller zu erstellen, geben Sie „create full c:\InstallationMedia“ ein.
  • Verlassen Sie „ntdsutil“ mit „quit“.
  • Überprüfen Sie ob das Verzeichnis erstellt wurde und die Daten darin enthalten sind.

Um anschließend einen Server mit diesen Daten zum Domänencontroller heraufzustufen, kopieren Sie die Daten auf ein Medium und legen dieses in den Server ein, den Sie mit diesem Medium installieren wollen. Soll die Installation unbeaufsichtigt erfolgen, verwenden Sie die Variable „/ReplicationSourcePath“.

Verwenden Sie den Assistenten in der grafischen Oberfläche, aktivieren Sie auf der Seite „Installieren von Medium“ die Option „Daten von Medien an folgendem Speicherort replizieren“ und wählen Sie das lokale Verzeichnis aus, in dem die Daten abgelegt sind. Die weitere Installation entspricht der ganz normalen Heraufstufung eines Domänencontrollers; siehe Abbildung 4.

Active Directory mit Antwortdatei installieren – Server Core als Domänencontroller

Auch Core-Server können als Domänencontroller installiert sein. Der Assistent „dcpromo“ funktioniert auf Core-Servern allerdings nicht.

Wollen Administratoren einen Core-Server als Domänencontroller betreiben, muss eine Antwortdatei vorhanden sein, die dem Server bei der Installation von AD übergeben wird, unabhängig davon ob es sich um einen Core-Server oder einen normalen Server handelt. Um Active Directory unbeaufsichtigt zu installieren, verwenden Administratoren in der Befehlszeile „dcpromo /answer:“ oder „dcpromo /unattend:“.

Die Antwortdatei ist eine normale Textdatei. Diese besteht zunächst aus dem Kopf [DCInstall]. Mit diesem Kopf wird dem Server mitgeteilt, dass anschließend Anweisungen für die unbeaufsichtigte Installation von Active Directory erfolgen. Nach dem Kopf kommen verschiedene Variablen und hinter einem Gleichheitszeichen jeweils der Wert dieser Variablen. So kann zum Beispiel mit „AutoConfigDNS = Yes“ konfiguriert werden, dass der Assistent die DNS-Einstellungen für eine neue Domäne automatisch vornimmt. Zwischen Variable und Wert kann noch ein Leerzeichen eingefügt werden, nach der Syntax _ =_ . Dies dient aber nur der besseren Übersicht und ist nicht vorgeschrieben.

Alle möglichen Variablen für die unbeaufsichtigte Installation von Active Directory unter Windows Server 2008 R2 lassen sich über den Befehl „dcpromo /?“ mit ausführlicher Hilfe anzeigen. Meldungen der Installation zeigt der Assistent in der Befehlszeile an. Bei Abbrüchen entfernt der Assistent automatisch die Kennwörter aus der Antwortdatei.

Auf Core-Servern sollte vorher das Remotemanagement in der Firewall freigeschaltet werden. Dazu steht der Befehl „netsh advfirewall set allprofiles settings remotemanagement enable“ zur Verfügung Den kompletten Netzwerkverkehr auf einem Core-Server schalten Administratoren über „netsh advfirewall set allprofiles firewallpolicy allowinbound,allowoutbound“ frei.

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