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Exchange-Überwachung
Die Überwachungsmöglichkeiten, die Paessler für Exchange-Server bereitstellt, sind sehr umfangreich. Konkret stellte uns das System insgesamt 97 Sensoren zur Verfügung, die speziell für Exchange-Systeme gedacht sind.
Damit lassen sich so unterschiedliche Bereiche wie der Speicher, die Datenbank und die Zahl der aktiven Benutzer überwachen. Generell gilt, dass es beim Überwachen von Exchange-Servern Sinn ergibt, die einzelnen Mail-Queues im Auge zu behalten, da sich hier leicht herausfinden lässt, ob es beim Mail-Versand zu Staus kommt.
Ebenfalls wichtig: die Zahl der pro Sekunde verschickten Mails. Denn mit diesem Sensor lässt sich klären, ob irgendwelche Rechner im Netz zum Versenden von Spam missbraucht werden.
Abgesehen davon ist es sinnvoll, die CPU- und Speicherlast, die Mail-Dienste POP3, IMAP4, SMTP sowie die Queues zum internen Weiterverteilen der Mails auf die Mailboxen zu überwachen. Wenn es hier zu keinen Problemen kommt, stehen die Chancen gut, dass sich der Exchange-Server in einem guten Zustand befindet.
Das Monitoring von vSphere
Beim Überwachen von Virtualisierungsumgebungen auf Basis von Vmware (wir verwendeten im Text vSphere-5- und ESXi-5-Systeme) sind folgende Punkte zu beachten:
Wurden die Credentials für die Virtualisierungshosts korrekt angegeben, so findet die automatische Netzwerksuche die Systeme, erkennt sie als ESXi-Hosts und richtet gleich Sensoren zum Überwachen der darauf laufenden VMs ein. Die ganze Sache ist folglich sehr einfach und läuft "Out of the Box".
Arbeitet ein Unternehmen aber mit vSphere-Servern, die mehrere ESXi-Systeme verwalten, und Vmotion, um die VMs ja nach Auslastung von einem Host auf den anderen schieben zu können, dann ergibt der eben beschriebene Ansatz keinen Sinn. Verschiebt Vmotion nämlich eine VM von einem Host auf einen anderen, so löst dieser Vorgang bei PRTG einen Alarm aus, da die VM ja plötzlich auf dem dazugehörigen Host nicht mehr existiert.
In diesem Fall ist es besser, die ESXi-Hosts nicht direkt, sondern über den vSphere-Server zu überwachen. In diesem Fall hat PRTG die Sichtweise von vSphere und erkennt, dass die VM noch arbeitet, nur eben auf einem anderen Host.
Um das genannte Szenario zu realisieren, ist aber Handarbeit angesagt. Beim vSphere-Server handelt es sich nämlich um eine Windows-Software die auf einem Windows-Server läuft. Untersucht das Paessler-Produkt diesen Server mit der automatischen Netzwerksuche, so richtet es zwar die Standard-Windows-Sensoren ein, nicht aber die Vmware-Sensoren. Diese Arbeit müssen die Administratoren manuell nachholen. Dabei dürfen sie als Credentials für die Vmware-Umgebung nicht die Login-Daten für die ESXi-Server verwenden, sondern müssen eines der Windows-Benutzerkonten einsetzen, das Zugriff auf den vSphere-Server hat. Im Test funktionierte das eben genannte Vorgehen ohne Probleme.
Fazit
Der PRTG Network Monitor konnte uns voll überzeugen. Das System ist schnell installiert und dank des Konfigurations-Gurus auch schnell und ohne Probleme eingerichtet. Positiv fällt vor allem auf, dass die Software ohne Agenten auf den zu überwachenden Systemen auskommt. Auf diese Weise sparen die zuständigen Mitarbeiter nicht nur Arbeit, sondern vermeiden es sogar, die Systeme im Netz überhaupt anzufassen, was gerade bei kritischen Installationen sehr beruhigend sein kann.
Gleichermaßen müssen wir den großen Funktionsumfang der Software hervorheben. Paessler hat sich viel Mühe gegeben, leistungsfähige Sensoren für alle in modernen IT-Umgebungen vorkommenden Dienste bereitzustellen. Das gilt nicht nur für Cloud-Services wie Dropbox und Salesforce sondern auch für das Monitoring von Standardapplikationen wie Exchange und von virtuellen Umgebungen sowie das Überwachen von Betriebssystemen wie Linux, MacOS und Windows.
Sogar der Netzwerkverkehr lässt sich über NetFlow, sFlow, jFlow und Packet Sniffing im Auge behalten. In den meisten Fällen richtet die automatische Netzwerksuche sogar alle benötigten Sensoren von sich aus ein.
Weitere positive Punkte sind die so genannten Bibliotheken und Maps. Sie ermöglichen es, die vorhandenen Infrastrukturen nicht nur aus Sicht eines Technikers – wie in der Geräteübersicht – darzustellen, sondern schaffen flexible Sichtweisen, die auch für Mitarbeiter aus anderen Bereichen wie dem Management verständlich sind. Der Arbeitsaufwand dafür ist gering und es ist sogar möglich, die Maps auf externen Seiten zu publizieren.
Die umfangreichen und leistungsfähigen Alarm- und Berichtsfunktionen, die im Test bestens funktionierten, runden den positiven Gesamteindruck des PRTG Network Monitors ab.
Über das IAIT
Das Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT) erstellt qualitativ hochwertige, unabhängige Tests, Workshops, Video-Tutorials sowie Interviews zu neuen Produkten und Lösungen aus der Informationstechnologie, die anschließend in neutralen Medien erscheinen.

Über den Autor
Der Leiter des Instituts - Dr. Götz Güttich - verfügt über mehr als fünfzehn Jahre Branchenerfahrung als IT-Consultant und Fach- beziehungsweise Chefredakteur im IT-Umfeld. Aufgrund seiner langjährigen umfangreichen Testtätigkeit für führende deutsche Netzwerkmagazine beschränken sich seine Fähigkeiten nicht auf die Theorie des IT-Geschäfts.
Dr. Güttich bringt auch umfassende praktische Kenntnisse aus dem Einsatz unterschiedlichster Lösungen in Unternehmensnetzen mit. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Cloud, Mobile Computing, IT-Sicherheit, Storage, Netzwerkmanagement, Netzwerkbetriebssysteme, Terminalserver und Virtualisierung.
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