OpenSource-Tool Hibernation Once Resume Many (BHORM)

So schützen Sie Windows vor unerwünschten Änderungen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Mithilfe eines Steady State Tools wie BHORM (Hibernation Once Resume Many) lassen sich Betriebssytemkonfigurationen einfrieren.
Mithilfe eines Steady State Tools wie BHORM (Hibernation Once Resume Many) lassen sich Betriebssytemkonfigurationen einfrieren. (Bild: VRD - Fotolia.com)

Viele Anwender wünschen sich für bestimmte Rechner die Möglichkeit, dass das Betriebssys­tem alle Einstellungen der aktuellen Sitzung „vergisst“ und nach dem Neustart in einem vorher fest definierten Zustand startet. Zwischenzeitliche Einstellungen sollen gelöscht und Programm­installationen vergessen werden. Das kostenlose Tool BHORM kann so etwas.

BHORM wird auf Rechnern installiert, in deren Betriebssystem keine Änderungen mehr vorgenommen werden sollen bzw. die bei jedem Systemstart in genau dieser Konfiguration hochfahren sollen. Generell ist die Vorgehensweise dabei recht einfach.

Das Tool nutzt die Datei des Ruhezustands hiberfil.sys. Unabhängig davon, welche Änderungen Anwender während ihrer Sitzung vornehmen, startet Windows immer mit der unverändert eingefrorenen Datei hiberfil.sys. Das heißt, der Rechner akzeptiert keine Änderung, beziehungsweise vergisst diese bei jedem Neustart wieder.

Die Datei hiberfil.sys ist direkt im Stammlaufwerk des Rechners gespeichert und wird erst anzeigt, wenn Administratoren in den Ordner- und Suchoptionen des Datei-Explorers die versteckten Systemdateien anzeigen lassen (siehe Abbildung 1).

Wird auf einem Rechner BHORM installiert, kann ein Administrator des Rechners das Speichern von Änderungen jederzeit verhindern, indem der HORM-Modus (Hibernation Once Resume Many) aktiviert wird. Nur durch die Installation des Tools ändert sich zunächst nichts (siehe Abbildung 2).

Wo lässt sich BHORM einsetzen?

BHORM unterstützt Windows 8/8.1, aber auch Windows XP/Vista und natürlich Windows 7. Wird auf dem Rechner ein modernes UEFI-System (Unified Extensible Firmware Interface) eingesetzt, kann BHORM nicht verwendet werden. Auch für virtuelle Computer ist das Tool nicht geeignet. Wenn Administratoren das Tool testen wollen, muss also ein physischer Computer her.

Achtung: BHROM greift sehr tief in das Betriebssystem ein. PCs können während der Einrichtung abstürzen oder bei Aktivierung des HORM-Modus deutlich an Leistung verlieren. Bevor Administratoren BHORM einsetzen, sollten Sie eine System-Image-Sicherung auf einer externen Festplatte durchführen. Entsprechende Funktionen sind in allen Firmenvarianten von Windows 7/8 verfügbar (siehe Abbildung 3).

Grundsätzlich ist der Einsatz der Software auch nicht für produktive Firmenrechner empfohlen. Das Tool sollte nur auf Kiosk-Rechnern, Test-Arbeitsstationen oder auf Rechnern installiert werden, die keinerlei Änderungen akzeptieren sollen. Da die Anwendung sehr experimentell ist, besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass das Betriebssystem nach der Aktivierung nicht mehr funktioniert.

Setzen Unternehmen Windows 8/8.1 ein, hat BHORM teilweise Probleme mit dem Schnellstart, da auch dieser den Ruhezustand nutzt. Um BHORM zu testen, sollten Administratoren daher zuerst die Energieeinstellungen aufrufen und einstellen, was beim Drücken des Netzschalters gesehen soll. Dort sollte die Option „Schnellstart aktivieren“ ausgeschaltet werden.

BHORM aktivieren und verwenden

Die Einrichtung von BHORM erfolgt in zwei Schritten. Das Tool wird erst installiert und lässt sich danach beliebig aktivieren und deaktivieren. Ist der HORM-Modus ausgeschaltet, akzeptiert Windows ganz normal die Änderungen, wie ohne Installation des Tools. Und so richten Sie BHORM ein:

  • 1. Überprüfen Sie auf dem Rechner, ob der Ruhezustand unterstützt wird. Öffnen Sie dazu eine Befehlszeile mit Administratorrechten und geben den Befehl „powercfg -h on“ ein.
  • 2. Laden Sie die Installationsdatei von BHORM.
  • 3. Starten Sie die Installation in Windows und bestätigen Sie die Benutzerkontensteuerung.
  • 4. Wählen Sie den Installationspfad (standardmäßig C:\Program Files\Toolwiz BHORM) und klicken Sie dann auf „I Agree, Install Now“.
  • 5. Sie erhalten die Meldung, dass der Master Boot Record der Festplatte geändert wird. Klicken Sie dazu auf OK (Achtung! Vorher komplette Sicherung der Platte vornehmen, mit einem Systemimagetool) (siehe Abbildung 5).

Haben Sie die Anpassung des MBR bestätigt, wird BHORM installiert. Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden. Danach müssen Sie den PC neu starten. Das ist notwendig, damit die Installation fortgesetzt werden kann.

Nachdem Sie die Installation vorgenommen haben, finden Sie auf dem Desktop ein neues Icon mit der Bezeichnung „Toolwiz BHORM free“. Starten Sie das Tool, können Sie mit der Option „Enter BHORM Mode“ den Modus aktivieren (siehe Abbildung 2).

Nachdem der BHORM-Modus aktiviert wurde fährt das Betriebssystem in den Ruhezustand. Anwender müssen den PC neu starten. Dieser läuft jetzt im BHORM-Modus und speichert keinerlei Änderungen mehr, die der Anwender vornimmt. Anwender müssen den PC also erst neu starten, damit sie wieder mit Windows arbeiten können.

Mit Exit BHORM Mode wird der Dienst wieder ausgeschaltet. Nach dem Neustart speichert Windows die Änderungen wieder.

Troubleshooting mit BHORM

Sollte BHORM nicht funktionieren, können Administratoren das Tool in der Systemsteuerung über appwiz.cpl entfernen. Gelingt das nicht, finden Administratoren im Internet einige Anleitungen zum Troubleshooting. Wurde vor dem Test eine Systemsicherung durchgeführt, ist der einfachste Weg, diese wieder zurückzuspielen, wenn BHORM nicht mehr funktioniert. Grundsätzlich möchten wir an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich empfehlen, dass nur erfahrene Administratoren das Tool einsetzen und in jedem Fall eine Sicherung vor der Installation anlegen sollten.

Alternative Kioskmodus im Internet Explorer

Häufig reicht es für Kioskcomputer aber auch aus, wenn nur der Browser in diesem Modus gestartet wird. Eine weitere Möglichkeit, Computer mit Windows sicher zu betreiben, ist in diesem Fall der so genannte Kioskmodus des Internet Explorers. Dazu erstellen Administratoren über das Kontextmenü des Desktops eine neue Verknüpfung und geben als Befehl

"C:\Program Files\Internet Explorer\iexplore.exe" -k

an.

Öffnen Anwender den Internet Explorer über diese Verknüpfung, startet dieser immer im Vollbildmodus, der sich allerdings nicht beenden lässt. Beenden können Administratoren den Browser in diesem Fall nur über den Task-Manager.

Alternative Steady-State-Werkzeuge

Administratoren, die auf der Suche nach Alternativen für einen Kiosk-Modus von Windows-Rechnern sind, sollten sich folgende Seiten ansehen:

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