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Virtualisierung für kleine und kleinste Unternehmen

Server-Virtualisierung von Microsoft und VMware, Teil 2

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VMware Server 2.0

Der VMware Server läuft auf beliebigen Windows Servern oder Workstations im 32-Bit-Modus. Es liegt eine Hosted-Virtualisation vor. Er unterstützt virtuelle 32- und 64-Bit Maschinen, die bis zu zwei virtuelle CPUs haben können. Eine 64-Bit-Unterstützung erfordert eine entsprechende CPU auf dem Host-System.

Der VMware Server eignet sich sehr gut zum Testen neuer Software, da er sich auch auf einer Workstation installieren lässt. Sehr geeignet sind hierbei Windows 7 x64-Betriebssysteme mit mindestens 8 GB RAM Speicher und einer Mehrkern-CPU. Bei einer sehr knappen Kasse könnte man sich auch vorstellen, dass VMware Server in der Produktion eingesetzt werden, um beispielsweise einen „alten“ Windows NT-Rechner zu virtualisieren. Der Host würde dann über ein einfaches RAID und eine USV rudimentär abgesichert sein.

VMware Hypervisor und ESXi 4.1

Der kostenfreie Hypervisor kann mit einem entsprechenden Lizenzschlüssel zum ESXi heraufgestuft werden. Nicht freigeschaltet sind ein Update-Manager und APIs zur Datensicherheit, wie zum Beispiel für ein Backup-Programm. Die kostenfreie Version eignet sich für einen einzelnen Host, der über den vCenter-Client administriert wird. Alternativ gibt es noch ein Remote Command Line Interface (CLI), mit dem Befehle über ein Zusatzprogramm von dem Windows Client abgesetzt werden können.

Da es keinen Verwaltungsserver (wie bei VMware vSphere-Edition) gibt, können mehrere Server auch nicht gemeinsam in einer Konsole verwaltet werden. Für einen VMware-Anfänger ohne Linux/Unix-Kenntnisse wird die Installation Neuland sein, denn eine grafische Oberfläche sucht er hier vergebens.

Hier teilen sich vielleicht die Meinungen, doch erwiesen ist, dass Grafik, Farben und Animationen Speicherplatz kosten. Auch sind viele Schnittstellen zum Netzwerk immer potentielle Angriffspunkte, die durch Hacker und Malware ausgenutzt werden können. Insgesamt erfolgt die Installation (die richtige Hardware vorausgesetzt) automatisiert und einfach. Weitere Informationen sind bei den Abbildungen zu finden.

Gut gefallen hat:

  • Schlanker Hypervisor verbraucht wenige Ressourcen auf dem Host.
  • Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten für Host und virtuelle Maschinen (Einbindung NAS-Speicher, virtuelle Netzwerke, Datenspeicher-Browser, Einbinden von USB-Schnittstellen, Anbindung an Microsoft Active Directory, Firewall, usw.)
  • Vollständige und effiziente Provisionierung von Speicher (RAM) und Festplatte für die virtuellen Maschinen.
  • Einfache Installation von virtuellen Maschinen per ISO-Image oder CD/DVD (Host oder Clientgerät)
  • Virtuelle Maschinen werden sehr einfach importiert und exportiert (hier klonen genannt). Ein simples Kopieren der Dateien funktioniert ebenfalls.
  • Remote-Konsole zur Fernwartung
  • Snap-Shot aus dem laufenden Betrieb zur Datensicherung
  • Verwaltungsdienste, wie automatisches Herauf- und Herunterfahren der virtuellen Maschinen
  • Erweiterbarkeit zum ESXi und zu vSphere-Editionen (Verwaltung von mehreren Server, Hochverfügbarkeit, verschieben von Servern, usw.)

Anregungen zur Verbesserung:

  • Anbindung von Treibern anderer Hersteller gleich während der Installation, um Drittherstellern auch die Möglichkeit zu geben, ihre Produkte einzubinden, wie es bei dem ESX 4.1 (ohne „i“) der Fall ist. Diese Option könnte auf die Stabilität von ESXi beeinflussen, bewirkt aber auch eine breitere Basis für diese Technologie. Somit könnte die Anbindung von Peripherie, wie beispielsweise die einer USV, einfacher zu gestalten sein.
  • Spezielle VMware-Backup-Produkte von anderen Anbietern können u.U. noch sehr teuer sein, weil sie für die eigentliche Zielgruppe „Rechenzentren“ ausgelegt sind. Abhilfe und Alternativen für Erweiterungen liefern die zahlreichen Communities im Internet.

Fazit

Es ist möglich, mit kostenfreier Software einen Server zu virtualisieren und diesen auch im Produktivbetrieb einzusetzen. Kleine und kleinste Unternehmen können mit einem einzelnen Servergerät beginnen. Gerade für Firmen, die noch keinen Windows Server 2008 einsetzen, ist der VMware ESXi 4.1 die erste Wahl. Wird bereits ein Windows Server 2008R2 eingesetzt, bleiben die Lizenzkosten in beiden Fällen gleich. In der Ressourcen-Ausnutzung schlägt der ESX/ESXi 4.1 bei unserem Vergleich die Microsoft Hyper-V-Lösung, da CPU, Speicher und Festplatte effizienter provisioniert werden. Mit einem kostenpflichtigen Upgrade kann man anschließend auf verbesserte Verwaltung mehrerer Server und sogar Hochverfügbarkeit wechseln.

Für alle Leser, die sich zuerst das Fazit anschauen, sei erwähnt, dass alle Überlegungen und Empfehlungen für kleine Unternehmen mit begrenztem Budget gemacht worden sind.

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