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5 Quintillionen IPv6-Adressen und ein Aktionsplan

„Provider spielen eine Schlüsselrolle bei der IPv6-Migration“

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Was passiert, wenn es keine Adressen mehr gibt?

Christoph Meinel: Es geht zwar nicht das Licht aus, dennoch ist die Adressknappheit ein reales Problem – und zwar für den, der keine IPv4-Adresse mehr ergattern konnte. Denn ohne Adresse kann keiner im Internet agieren.

Generell steigt der Druck etwa durch die zunehmende Mobilität der Nutzer. So besitzt in Afrika kaum jemand einen Computer, doch fast jeder hat ein Handy. Doch nicht nur hier wird der Adressmangel spürbar. Auch durch das Internet der Dinge, in dem Geräte von der Smartcard bis zum vielzitierten Joghurtbecher, aber auch jeder Service über das Netz beziehungsweise in einer Cloud interagieren kann.

Bisher kosten die Adressen nichts. Doch je knapper sie werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es etwa Versteigerungen von Adressräumen gibt.

Christoph Meinel, Chairman des Deutschen IPv6-Rats: „Erneuerungszyklen bieten genügend Raum für den IPv6-Umstieg.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Unternehmen, die keine IPv6-Adresse haben, können mit ihren Partnern nicht mehr angemessen kommunizieren. Es findet eines Reduzierung statt. Unter Umständen bleiben komplette Märkte verschlossen.

Denn in China, Korea und Japan sieht die Situation ganz anders aus. Hier ist die Akzeptanz von IPv6 viel größer, weil es hier noch viel weniger freie IPv4-Adressen gibt. So konnte ich mit Hu Qihengin, der Vorsitzenden des chinesischen IPv6-Rats die 24 Etagen des IPv6-Testzentrums in Zhong Guan Cun besuchen.

Tatsächlich haben mich 2007 die Aktivitäten in Asien und die US-Direktive, dass alle in der Öffentlichen Hand eingesetzten Systeme Ipv6-fähig sein müssen, dazu veranlasst den deutschen IPv6-Rat zu gründen. Schließlich müssen deutsche Firmen und Behörden mit Organisationen in diesen Ländern kooperieren.

Sie haben das Buzz Word „Cloud“ erwähnt. Ist Cloud-Computing ein Treiber für IPv6?

Christoph Meinel: Nein. Cloud ist zu diesem Zeitpunkt noch zu sehr Nebel. IPv6 bringt jedoch viele Verbesserungen. Zum Beispiel nutzen moderne Internet-Anwendungen P2P-Verbindungen. Das ist mit Network Access Translation (NAT) nicht oder nur eingeschränkt machbar.

Aber gerade von NAT wollen sich Anwender gar nicht gerne trennen, weil der Mechanismus Schutz biete.

Christoph Meinel: Ursprünglich war NAT jedoch gar kein Schutzmechanismus. Diese Deutung kam erst hinzu. IPv6 hat viele Sicherheitsmechanismen bereits integriert und benötigt solche Konstruktionen nicht. Um darüber hinaus mobile Geräte Internet-fähig zu machen, braucht es die Autokonfiguration, die in IPv6 angelegt ist…

Es wird mit IPv6 eben alles ein wenig besser und einfacher. Doch zugegegeben: das ist für die einzelne Firma, die umstellen muss, noch lange kein Grund für Investitionen.

Doch es unnötig, alles auf einmal zu erneuern. Vielmehr sollten die Unternehmen die Erneuerungszyklen nutzen, um IPv6-Funktionen einzukaufen. Betriebssysteme von Vista und Linux bis MAC OS können längst IPv6. Auch viele Router und andere Netzkomponenten sind IPv6-fähig. Sogar Cisco sagt, sie könnten IPv6, Anbieter wie Huawei können das schon lange.

weiter mit: Sie sagen, IPv6 werde nicht genutzt, weil keiner es nutze…

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