Hybride IT-Infrastrukturen und Konstrukte aus einer oder mehreren Public-Cloud-Plattformen, On-premises-Systemen und Edge-Anwendungen, haben die Komplexität für Administratoren erheblich erhöht. Für konsistentes Management, Cyber-Resilienz und höchste Sicherheit benötigen Unternehmen ein hohes Maß an Netzwerktransparenz – und entsprechendes Monitoring.
Für den umfassenden und konsolidierten Überblick über eine durch Hybrid- und Multicloud-Nutzung stark verteilte Netzwerkumgebung sind Einzellösungen für das Monitoring nicht mehr ausreichend.
(Bild: jijomathai - stock.adobe.com)
Um in diesen stürmischen Zeiten konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen sich schnell und flexibel auf neue Situationen einstellen können. Die Public Cloud ist für sie das richtige Werkzeug, um diesem Anspruch an sich selbst gerecht zu werden. Eine von den Analysten der Enterprise Strategy Group (ESG) des Marketing-Netzwerks TechTarget durchgeführte Untersuchung ergab, dass mittlerweile 96 Prozent der befragten Unternehmen Public Clouds nutzen – entweder in Form eines IaaS (Infrastructure-as-a-Service)- oder eines SaaS (Software-as-a-Service)-Modells.
Mit ersterem lagern Nutzer zum Beispiel die Verwaltung der nötigen Netzwerkinfrastruktur, des Storage und der Server sowie die Virtualisierung der Infrastruktur aus. Sie selbst kümmern sich um Betriebssysteme, Middleware, die Laufzeitumgebung, Daten und schließlich auch die Anwendungen. Mit einer Software-as-a-Service lagern sie all die genannten Aufgaben aus. Beliebt ist inzwischen auch die PaaS (Platform-as-a-Service)-Variante, bei der Unternehmen Anwendungen und Daten selbst verwalten, aber den Rest outsourcen.
Egal welches Modell Unternehmen für ihre Cloud-Journey verwenden, die mit der Einführung dieser Technologie erkaufte Agilität hat ihren Preis: IT-Umgebungen entwickeln sich durch sie rasch weiter und ihre Komplexität steigt rasant. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass viele Unternehmen nicht nur einen, sondern mehrere Cloud-Anbieter verwenden. Zudem sind oft gewisse Legacy-Systeme nicht abschaltbar und nicht ohne Weiteres in die Cloud überführbar oder als Service verfügbar.
Auch das Aufkommen von Edge-Umgebungen – und damit weiterer Endpunkte, an denen Anwendungen bereitgestellt und Daten evoziert werden – trägt zu einer Verschärfung der Situation bei. Diese am Netzwerkrand stationierten „Mini-Rechenzentren“ sind für Unternehmen jedoch ein essenzielles Asset, um Geschäftseinblicke in Echtzeit zu gewinnen, qualitativ hochwertige Dienste zu gewährleisten und Prozesse zu optimieren. Sie sind damit ebenso wertvoll und dienen der Steigerung der Konkurrenzfähigkeit.
Ohne Netzwerktransparenz sinkt die Leistung
Die Mixtur aus verschiedenen Cloud-, On-Premises- und Edge-Technologien, die Unternehmen heute unterhalten, nennt sich Hybrid Cloud. Für Administratoren ergibt sich aus deren Verwendung und betriebsbedingter Notwendigkeit die Herausforderung, immer komplexere IT-Infrastrukturen zu verwalten und die Sicherung von Daten an verschiedensten Orten risikofrei möglich zu machen: Unterm Strich geht es also einerseits um das ohnehin schon schwierige generelle IT-Management. Andererseits aber auch darum, Bedrohungen, Schwachstellen sowie Ineffizienzen im Netzwerk einzudämmen, die Performance zu erhöhen und die Verfügbarkeit von Anwendungen und Diensten sicherzustellen.
Das funktioniert nur, wenn über das gesamte Netzwerk hinweg eine nahtlose Transparenz herrscht und die Korrelation von Daten aus den verschiedenen physischen, virtuellen und Cloud-basierten Teilen der IT-Umgebung stattfindet. Exakt dafür ist konsistentes Monitoring und die Kontrolle über die gesamte Netzwerkinfrastruktur von höchster Wichtigkeit.
Im Klartext gehören dazu die Überwachung des Traffics, die Erfassung und Analyse von Daten aus unterschiedlichen Quellen sowie die Implementierung effektiver Maßnahmen zur Segmentierung des Netzwerks und eine starke Zugriffskontrolle. Eine detaillierte, durchgängige und holistische Netzwerktransparenz bietet Unternehmen nicht nur die nötige Agilität, sich schnell auf neue Situationen und Begebenheiten einstellen zu können. Durch die Analyse von Daten und die damit mögliche Prozessoptimierung können sie zudem die Betriebskosten senken und das Management der IT-Infrastruktur optimieren.
Überdies ist Netzwerktransparenz ein entscheidender Aspekt, wenn es um die Verteidigung geht. Frei nach dem Motto „You can’t protect what you can’t see“ benötigen Unternehmen tiefe Einblicke in alle Teilbereiche der IT-Infrastruktur und sämtliche (Cloud-, Edge- oder IoT-)Anwendungen, die über das Netzwerk kommunizieren und miteinander verbunden sind. Gleichzeitig steigert eine holistische Netzwerktransparenz die Cyber-Resilienz eines Unternehmens und dessen Geschäftskontinuität, denn sie verkürzt die Zeit, die für die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit einer bestimmten Umgebung nach deren Absturz erforderlich ist.
Stand: 08.12.2025
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Aus einem Guss statt Einzellösung
Um echte Netzwerktransparenz in Hybrid-Cloud-Umgebungen zu erreichen, müssen Unternehmen zahlreiche Tools verwenden, die einen Überblick über verschiedene Teilbereiche der Netzinfrastruktur bieten. Nur wenn jedes Puzzlestück im Flickenteppich einer solchen IT-Infrastruktur überwacht wird, erhalten Administratoren einen tiefen, detaillierten Einblick in die Einstellungen der Netzwerkgeräte und den Netzwerkverkehr. Das ermöglicht Unternehmen, Nutzern und Kunden eine bessere Erfahrung zu bieten, ein höheres Maß an Sicherheit zu erreichen und eine verbesserte betriebliche Effizienz zu evozieren.
Eine agile und holistisch ausgelegte Network-Monitoring-Lösung, die eine Alternative zu Einzel-Tools darstellt, geht allerdings über die reine Überwachung bekannter Metriken und Ereignisse hinaus. Sie ermöglicht zusätzlich die Erfassung von Daten, durch die Netzwerkadministratoren eines Unternehmens potenzielle künftige Ereignisse erkennen können, die mit der Einführung neuer Anwendungen und Netzwerkarchitekturen einhergehen. Besonders Microservices oder Multi-Cloud-Umgebungen sind prädestiniert dafür, Admins vor Herausforderungen zu stellen. Eine holistische Monitoring-Lösung zu verwenden, hilft Network-Operations-Teams daher maßgeblich, einen umfassenden und konsolidierten Überblick über ihre Netzwerkumgebung zu gewinnen.
Dieses hohe Niveau an Netzwerktransparenz zu erreichen, ist für Unternehmen essenziell, um geschäfts- und konkurrenzfähig, resilient und sicher zu bleiben. Einzelne, sich auf einen einzigen Teilbereich konzentrierende Tools bieten keinen optimalen Gesamtüberblick. Das liegt vor allem an der heute üblicherweise starken Verteilung der Anwendungen sowie der ebenfalls stark verteilten IT-Infrastruktur, die eine Hybrid-Cloud-Strategie nun mal mit sich bringt. Daher sollten Unternehmen proaktiv über die Implementierung einer konsolidierenden Plattform nachdenken, die einen ganzheitlichen Überblick aus einem Guss über ihre Netzwerkinfrastruktur bietet und sich problemlos in andere Geschäftssysteme integrieren lässt.
Der Autor Thomas Schuller ist Regional Director DACH bei Progress.