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Silo vs. Ökosystem: Kooperation von Server- und Netzwerkteams ist in virtuellen Umgebungen Pflicht

Netzwerkdiagnose für virtualisierte Umgebungen

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Netzwerksonden in virtuellen Umgebungen einbinden

Anbieter von Diagnose- und Forensik-Werkzeugen entwickeln derzeit Software-Sonden, die Messungen innerhalb virtualisierter Umgebungen ermöglichen. So gehört beispielsweise zur WildPackets Analyselösung OmniPeek auch OmniVirtual – eine virtualisierte Netzwerksonde, die auf jeder virtuellen Maschine läuft und gleichermaßen mit physischen und virtuellen Netzwerkelementen kommuniziert. OmniVirtual überträgt diese Daten zu einer zentralisierten Netzwerkanalyseappliance.

Eine Kombination virtueller und physischer Netzwerksonden liefert einen durchgehenden Blick auf das Netzwerk. Die virtuellen Dienste sind allerdings auf die jeweiligen Netzwerkanalyseprodukte zugeschnitten und funktionieren nur mit den Netzwerkmanagementlösungen des jeweiligen Herstellers.

Verantwortliche für Netzwerk und Server müssen eng zusammenarbeiten wenn virtuelle Netzwerksonden auf jeder virtuellen Maschine in der gesamten Umgebung ausgerollt werden, denn: Jeder Workload, die nicht von einer Sonde beobachtet wird, bleibt für das Netzwerkmanagementwerkzeug unsichtbar.

Virtuellen Traffic zurück ins physische Netzwerk drängen

Ein neuer Satz an noch von der IEEE zu verabschiedenden Standards könnte Administratoren einen Einblick in virtuelle Netze geben, ohne für virtuelle Switches oder Sonden Prozessorleistung opfern zu müssen. Edge Virtual Bridging (EVB), auch als IEEE 802.1Qbh bekannt, verbindet Hardware, Software und Protokollstandards, um die Verbindungen zwischen physischen und virtuellen Layer-2-Verbindungen im Rechenzentrum zu vereinfachen und zu automatisieren. Mit dem Standard werden physische und virtuelle Switches miteinander kommunizieren und Informationen zu Konfiguration miteinander teilen können.

Zum EVB-Standard wird auch eine Technik namens Virtual Ethernet Port Aggregation (VEPA) gehören; die weist virtuelle Switches an, den kompletten Traffic virtueller Maschinen zum nächsten physischen Switch zu leiten. Wenn sich virtuelle Maschinen so gegenüber dem physischen Netzwerk darstellen, können Administratoren herkömmliche Verfahren für Netzwerkanalyse und -verwaltung einsetzen.

VEPA deckt auch die Kommunikation zwischen virtuellen Maschinen ab, die auf dem gleichen physischen Server und Netzwerksystem laufen (bekannt als Reflective Relay bzw. Hairpin Turn). Zusätzlich ermöglicht es VEPA physischen Switches, Datenströme zu ihrem Ursprungsnetzwerkport zurückzuschicken. Administratoren können VEPA wahlweise per Upgrade der Software für virtuelle Switches oder durch unterstützte Netzwerkwerkinterfacekarten implementieren. Die Entscheidung für eine Soft- oder Hardwarelösung hängt von der jeweiligen Serverauslastung ab; die meisten Anwender werden sich wohl für eine Kombination aus Hard- und Software entscheiden.

Edge Virtual Bridging kann mit dem Virtual Station Discovery Protocol (VDP) auch dabei helfen, Netzwerkkonfiguration und Policy Management zu automatisieren. Dank VDP wird das Netzwerk schon vor dem Verschieben virtueller Maschinen darauf vorbereitet und ermöglicht damit die automatisierte Netzwerkkonfiguration für den Hypervisor am Zielhost.

Für Netzwerk-Diagnosen an einem Strang ziehen

Mit jeder der beschriebenen Lösungen können Netzwerk- und Serververantwortliche auf ihre jeweiligen Systeme konzentrieren, für eine Implementierung führt jedoch kein Weg an einer Zusammenarbeit vorbei. Statt in Silos zu denken, müssen Administratoren die Infrastruktur großer Organisationen als Ökosystem betrachten. Ansätze zu einer Automatisierung virtueller Umgebungen müssen einhergehen mit der Automatisierung von Rechenzentrum und Netzwerk-Edge.

Silos in der IT-Verwaltung werden dabei einer Zusammenarbeit weichen müssen; Netzwerk-, Server- und Storage-Teams sollten dabei ebenso agil agieren, wie die Infrastruktur, die sie aufzubauen hoffen.

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