Wie finde ich die richtige Monitoring-Lösung für mein Team bzw. mein Unternehmen?
In der Theorie sollte Ihnen nach Lektüre dieses Artikels klar sein, ob Sie einen Spezialisten, einen Generalisten oder beides benötigen. In der Praxis geht es jetzt darum, die richtigen Lösungen und Hersteller zu identifizieren. Dazu sollten Sie zunächst eine Bestandsaufnahme machen.
Bestandsaufnahme
1. Was muss ich überwachen?
2. Sind Sie als ITOps-Team für die gesamte IT verantwortlich oder geht es nur um einen klar umrissenen Teilbereich wie das Netzwerk, die Server oder Security? Sollte Letzteres der Fall sein: Benötigen Sie auch Informationen aus anderen Bereichen und falls ja, wie tief müssen Sie da gehen oder geht es eher um einen allgemeinen Überblick?
3. Welche Monitoring-Lösungen setze ich bereits ein?
4. Gerade in größeren Unternehmen sind häufig schon unterschiedlichste Monitoring-Lösungen im Einsatz. Denken Sie auch an die Informationen, die viele Hard- und Software-Lösungen bereits ohne eine externe Monitoring-Lösung liefern.
5. Was ist das Ziel?
Geht es darum, eine bestehende Monitoring-Landschaft zu erweitern oder zu vereinfachen? Häufig leiden gewachsene Strukturen unter zu vielen Insellösungen mit teils veralteten Tools. Hier kann ein Generalist möglicherweise mehrere Tools ersetzen und so Zeit und Kosten beim Monitoring sparen. Andererseits können die Anforderungen in einem bestimmten Bereich so gewachsen sein, dass die vom eingesetzten Generalisten gelieferten Daten nicht ausreichen und ein Spezialist benötigt wird.
Falls Sie Zeit und Ressourcen für eine gründliche Evaluierung haben, verschaffen Sie sich einen Überblick über die Lösungen, die Ihren Anforderungen entsprechen. Nutzen sie Portale und Marktübersichten für einen ersten Überblick, informieren Sie sich auf den Webseiten der Hersteller über technische Details und identifizieren Sie eine Vorauswahl der für Sie passenden Tools. Installieren Sie Testversionen der Tools, die es in Ihre Vorauswahl geschafft haben bzw. nutzen Sie Test-Accounts bei SaaS-Angeboten. Verschaffen Sie sich einen eigenen Überblick über technische Details, vor allem aber auch über Usability.
Je komplexer Ihre Aufgabe ist, je größer die zu überwachende Umgebung, desto mehr die Empfehlung, externen Rat zu suchen: Viele Systemhäuser und Consultants haben Erfahrung mit Monitoring. Haben Sie eine erste Vorauswahl getroffen, dann suchen Sie nach einem Partner, der möglichst viele der ausgesuchten Lösungen kennt, idealerweise sogar als Dienstleister implementiert. Allerdings sollten Sie dabei auch immer die Interessenlage des Dienstleisters im Hinterkopf behalten: Teure Lösungen werfen meist auch höhere Margen ab. Hinterfragen Sie Empfehlungen und informieren Sie sich zusätzlich auf anderen Wegen.
Nur eine Monitoring-Lösung, die sowohl Ihre Anforderungen in technischer Hinsicht erfüllt, als auch einfach zu pflegen und zu bedienen ist, wird Ihnen langfristig helfen. Komplexe und aufwändige Lösungen enden oft als „totes Kapital“: Sie werden vernachlässigt, schlecht gepflegt und wenig genutzt, blockieren aber unter Umständen den Einsatz anderer, besser geeigneter Lösungen. Außerdem verursacht eine schlecht gewartete Monitoring-Lösung noch ein ganz anderes Problem: Sie erhalten ein gewisses Maß an Informationen, das Sie in falscher Sicherheit wiegt, tatsächlich aber werden möglicherweise ernste Probleme nicht rechtzeitig erkannt und können schwere Schäden verursachen. Daher investieren Sie etwas Zeit und Aufwand in eine gründliche Evaluierung Ihrer nächsten Monitoring-Lösung.
Fassen wir zusammen: Erstellen Sie im ersten Schritt ein weitestgehend klares Anforderungsprofil. Nutzen Sie möglichst viele Quellen, um sich zu informieren. Ziehen Sie bei größeren Projekten Experten hinzu, aber bleiben Sie kritisch. Investieren Sie in Ihr Monitoring: Nur eine geeignete Lösung kann die Sicherheit liefern, die Sie benötigen.
Eine Marktübersicht
Wir haben eine kleine Übersicht der wichtigsten Monitoring-Kategorien und -Tools zusammengestellt. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit und garantieren auch nicht, dass alle Zuordnungen und Informationen zu 100 % stimmen. Aber vielleicht können wir Ihnen die erste Orientierung etwas erleichtern, indem wir die recht groben Zuordnungen der meisten Portale und Marktübersichten etwas verfeinern oder Ihnen zumindest eine zweite Perspektive bieten.
Um das Ganze nicht zu sehr ausufern zu lassen, beschränken wir uns auf Monitoring-Kategorien und jeweils auf ein paar populäre Vertreter, die wir bei Gartner finden. Zusätzlich listen wir noch einzelne Suiten und Generalisten. Zu jedem Tool versuchen wir die Schwerpunkte in einem Satz zusammenzufassen. Die Tools werden in alphabetischer Reihenfolge gelistet und wir geben keine Wertungen ab.
Network Performance Monitoring and Diagnostics
Hier geht es in erster Linie um NetFlow-basierte Traffic-Analysen. Zum einen in Hinblick auf Netzwerk- Performance und User Experience, zum anderen unter Security-Aspekten. „Echte“ NPMD-Tools sind hochspezialisierte Lösungen für NetOps- und SecOps-Experten.
CatchPoint: End-to-End Transaction und User Experience Monitoring
Unter Infrastruktur werden in der Regel Server- und Standard-Applikationen, aber auch Hardware und Services, zusammengefasst. Viele IT Infrastructure Monitoring-Lösungen bieten inzwischen auch mehr oder weniger tiefe Einblicke in das Netzwerk, sodass reine Infrastructure Monitoring Tools selten sind.
SCOM by Microsoft: Microsofts System Center Operations Manager liefert klassisches Infrastruktur-Monitoring für Microsoft-Umgebungen und ist als Teil des MS System Center weit verbreitet.
Zabbix: Hauptsächlich Agenten-basierte Open Source-Lösung mit zahllosen 3rd Party-Plugins und -Templates.
Application Performance Monitoring
Hier ist es wichtig, zwischen dem Monitoring von Standard-Applikationen wie Mail-Servern oder Datenbanken und dem von Web-basierten, individuellen Applikationen wie beispielsweise Shop-Systemen zu unterscheiden. Während Ersteres eigentlich in den Bereich Infrastructure Monitoring fällt, ist Letzteres die Aufgabe von hochspezialisierten Tools, die das Monitoring bis auf Source Code Level der Applikation betreiben und einen Schwerpunkt auf User Experience haben. Hauptsächlich Letztere finden sich im Gartner Magic Quadrant for Application Performance Monitoring.
Stand: 08.12.2025
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AppDynamics: 2017 von Cisco übernommen, liefert AppDynamics ebenfalls Application Performance Monitoring mit Schwerpunkten in den Bereichen Cloud und Web-Applikationen.
Dynatrace: Etablierte Application Performance Monitoring-Lösung mit umfassenden Optionen zum Monitoring der drei großen Cloud-Anbieter AWS, Google und Microsoft
New Relic: New Relic hat sich stark auf den von Gartner eingeführten Begriff Observability fokussiert: tiefgehendes und umfassendes Monitoring von Applikationen
Generalisten
Viele Generalisten haben als Infrastruktur-Spezialisten begonnen und die Lösung Schritt für Schritt erweitert. So sind die Übergänge zwischen Infrastruktur-Spezialist und Generalist oft fließend. Andere wie beispielsweise PRTG von Paessler haben verschiedene Tools in eine breit aufgestellte Lösung überführt. Allen gemein ist, dass sie Einblicke in fast alle Bereiche ermöglichen, ohne dabei in einzelnen Bereichen weitgehende Analyse- oder Management-Funktionen zu liefern.
LogicMonitor: Wie DataDog rein Cloud-basiert mit zahlreichen, vordefinierten Templates; Flow- und Logfile-Unterstützung
Nagios XI: Basiert auf der wohl bekanntesten Open Source Monitoring-Lösung Nagios und bietet einen Log-Server und, ähnlich wie DataDog, auch Flow-Unterstützung.
PRTG by Paessler: Mit Unterstützung so gut wie aller IT-Monitoring-Standards plus Techniken zum Monitoring von Umgebungen in Industrie sowie Medizin- und Gebäudetechnik wohl die am breitesten aufgestellte Monitoring-Lösung im Markt.
Suiten
Suiten sind Sammlungen von spezialisierten Tools von einem Hersteller, die meist ein übergeordnetes Dashboard zum zentralen Verwalten der Tools anbieten.
DataDog: DataDog liefert eine Reihe von reinen SaaS-Lösungen für alle wesentlichen Bereiche des IT-Monitoring.
ManageEngine: Seit über 20 Jahren im Markt, bietet das Unternehmen mehr als 90 Tools für alle Monitoring-Bereiche an.
SolarWinds: Ähnlich wie ManageEngine ist auch SolarWinds seit den 1990er Jahren im Geschäft und bietet ein ähnlich umfangreiches Sortiment wie der Wettbewerber an.
ThomasTimmermann.
(Bild: Gletscherhorn / Paessler AG)
Über den Autor
Thomas Timmermann ist Senior Market Expert bei der Paessler AG in Nürnberg.
Dieser Artikel wurde im Sommer 2021 erstellt, alle Hinweise auf Listings im Internet beziehen sich auf den Stand im Mai 2021.