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Hochverfügbarkeit für Hyper-V effektiv einrichten Hyper-V-Cluster mit Windows Server 2025 und Storage Spaces Direct

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

Mit Windows Server 2025 lassen sich Cluster für Hyper-V mit und ohne Active Directory erstellen. Am schnellsten geht das mit dem Windows Admin Center. Im folgenden Beitrag zeigen wir die Vorgehensweise.

Mit Windows Server 2025 und dem Windows Admin Center lassen sich schnell und einfach hochverfügbare Hyper-V-Cluster mit Storage Spaces Direct einrichten.(Bild:  Microsoft | Joos)
Mit Windows Server 2025 und dem Windows Admin Center lassen sich schnell und einfach hochverfügbare Hyper-V-Cluster mit Storage Spaces Direct einrichten.
(Bild: Microsoft | Joos)

Um Hyper-V hochverfügbar zu betreiben, ist auch in lokalen Netzwerken nicht unbedingt Azure Stack HCI oder Azure Local notwendig. Mit Windows Server 2022/2025 lassen sich Cluster auch problemlos mit herkömmlichen Servern betreiben, idealerweise mit der Datacenter-Edition, da diese umfassend auch Storage Spaces Direct (S2D) unterstützt. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, wie ein 2-Knoten-Cluster mit S2D-Unterstützung aufgebaut werden kann. Die Einrichtung des Clusters erfolgt mit dem Windows Admin Center v2. In Windows Server 2025 benötigen Cluster generell keine Anbindung an Active Directory mehr, auch nicht für die Livemigration. Allerdings macht das die Einrichtung komplexer, sodass die Verwendung eines AD durchaus sinnvoll ist, wenn möglich.

Vorbereitungen für das Cluster treffen

Um ein Cluster mit Windows Server 2025 zu erstellen sind mindestens 2, besser drei oder mehr Clusterknoten notwendig. Diese müssen nicht Mitglied in Active Directory sein. Einfacher geht die Einrichtung aber mit dem Windows Admin Center. Die Server sollten idealerweise über mindestens zwei Netzwerkadapter verfügen und über fünf bis sechs Datenträger. Auf einem Datenträger erfolgt die Installation des Betriebssystems, die restlichen dienen der Bereitstellung des S2D-Pools, auf dem später auch die Daten der VMs betrieben werden.

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Nachdem die Clusterknoten vorbereitet sind, werden verschiedene Rollen und Features benötigt. Diese lassen sich am schnellsten in der PowerShell installieren. Generell kann das Windows Admin Center fehlende Features auch im Assistenten zur Erstellung des Clusters installieren. Es schadet aber auch nicht, wenn die wichtigsten Features im Rahmen der Vorbereitung des Clusters installiert werden:

Install-WindowsFeature -Name Hyper-V", "Failover-Clustering", "RSAT-Clustering-PowerShell", "Hyper-V-PowerShell", "FS-FileServer", "NetworkATC" -IncludeManagementTools

Sobald die Clusterknoten installiert sind, lässt sich die Erstellung des Clusters im Windows Admin Center durchführen. Der erste Schritt dabei besteht darin, die Knoten als Server hinzuzufügen und einmal eine Verbindung zu jedem Server aufzubauen. Das stellt sicher, dass die Verbindung zwischen Windows Admin Center und den Knoten funktioniert. Eine stabile Verbindung ist auch für die Erstellung des Clusters wichtig.

Voraussetzungen für die Erstellung des Clusters testen

Bevor das Cluster erstellt wird, sollte ein Test durchlaufen werden, der die Voraussetzungen überprüft. Diesen Test führt das Windows Admin Center ebenfalls durch, er lässt sich aber auch in der PowerShell durchführen. Wir gehen im folgenden von den beiden Clusterknoten w2k25-cn1 und w2k225-cn2 aus, die Bestandteil der Active-Directory-Domäne joos.int sind.

Kommt auf dem Cluster Storage Spaces Direct (S2D) zum Einsatz, müssen die verbauten Datenträger vor der Erstellung des Clusters und auch vor den Tests online geschaltet werden. Eine Initialisierung ist allerdings nicht notwendig. Um den Test in der PowerShell durchzuführen, wird in der PowerShell auf einem der Clusterknoten der folgende Befehl ausgeführt:

Test-Cluster -Node w2k25-cn1.joosint, w2k25-cn2.joos.int

Der Befehl erstellt einen HTML-Bericht, der keine Fehler anzeigen sollte. Erscheinen hier Warnungen, kann das in Testumgebungen noch verschmerzbar sein, aber in produktiven Umgebungen sollten keine Fehler erscheinen. Das Erstellen des Clusters lässt sich ebenfalls in der PowerShell durchführen, das Windows Admin Center gibt aber mehr Überblick zu den einzelnen Schritten. In der PowerShell erfolgt die Installation über den Befehl:

New-Cluster -Name cluster1 -Node w2k25-cn1.joos.int, w2k25-cn2.joos.int

Vor der Installation des eigentlichen Clusters ist es darüber hinaus noch sinnvoll die Knoten in Active Directory aufzunehmen. Die Cluster-Erstellung geht zwar mit Windows Server 2025 auch ohne AD, allerdings ist das wesentlich unbequemer. Außerdem sollten auch alle aktuellen Windows-Updates auf den Knoten installiert sein. Ansonsten müssen diese über den Clustererstellungs-Assistenten im Windows Admin Center installiert werden. Das kostet unnötig Zeit und hält die Cluster-Erstellung auf.

Cluster im Windows Admin Center erstellen

Wenn die Clusterknoten vorbereitet, getestet und zum Windows Admin Center hinzugefügt wurden, kann die Erstellung des Clusters mit dem überarbeiteten Assistenten im Windows Admin Center v2 erfolgen. Dazu erfolgt im Hauptmenü ein Klick auf "Hinzufügen -> Server-Cluster -> Neu erstellen". Um einen Hyper-V-Cluster zu erstellen, erfolgt die Auswahl von "Virtuelle Computer" bei "Wählen Sie den Workload-Typ" und "Windows Server" bei "Wählen Sie den Clustertyp aus". Befinden sich die Clusterknoten an verschiedenen Standorten, erfolgt noch die Auswahl von "Server an zwei Standorten". Mit "Erstellen" startet der Assistent im Windows Admin Center mit dem ersten Teil des Assistenten. Hier erfolgen weitere Tests und Vorbereitungen für die einzelnen Clusterknoten.

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Zunächst erscheint eine umfangreiche Einleitung, die erklärt, auf was Admins bei der Erstellung eines Clusters achten sollten. Auf der nächsten Seite erfolgt die Eingabe der Benutzerdaten für die Erstellung des Clusters sowie die Auswahl der Clusterknoten. Hier ist es wichtig, dass beide Knoten als "Bereit" angezeigt werden. Teilweise erscheinen noch Warnungen, die in produktiven Umgebungen behoben werden sollten.

Auf der nächsten Seite überprüft der Assistent, ob die Clusterknoten bereits Mitglied in Active Directory sind. Es macht die Konfiguration eines Clusters sehr viel einfacher, wenn das bereits im Vorfeld erledigt wurde. Danach überprüft der Assistent, ob auf allen Knoten alle Features installiert sind. Fehlen Features, können Admins diese über die Schaltfläche "Features installieren" mit dem Windows Admin Center über das Netzwerk auf den Knoten installieren.

Meldet das Windows Admin Center die erfolgreiche Installation, geht es auf dem nächsten Fenster weiter. Hier prüft das Windows Admin Center, ob es Updates für das Betriebssystem auf den Knoten gibt. Sind Updates vorhanden, lassen sich diese mit "Updates installieren" ebenfalls über das Netzwerk auf den Servern installieren. Die einzelnen Updates zeigt das Windows Admin Center im Fenster auch an.

Netzwerk im Cluster einrichten

Sobald alle Updates installiert sind, startet der Assistent die Server neu. Ist das abgeschlossen, startet der zweite Bereich der Einrichtung des Netzwerks im Cluster. Im ersten Schritt überprüft der Assistent zunächst, ob die verbauten Netzwerkadapter richtig für den Cluster konfiguriert sind. Im nächsten Schritt erfolgt die Auswahl des Netzwerkadapters zur Verwaltung des Clusters. Mit "Übernehmen und testen" wird die Auswahl gespeichert. Optional lassen sich danach gleich die virtuellen Switches für Hyper-V im Cluster erstellen. Unterstützen die Netzwerkadapter RDMA, kann das an dieser Stelle ebenfalls gleich aktiviert werden. Danach erfolgt die Definition des Clusternetzwerks, die wieder mit "Übernehmen und testen" festgelegt werden kann. Der Assistent passt dazu in den Betriebssystemen die Netzwerkadapter-Einstellungen und die Bezeichnungen an. Ist auch dieser Schritt abgeschlossen, beginnt die dritte Phase der Cluster-Erstellung. Hier wird schlussendlich der Cluster selbst erstellt.

Cluster mit dem Windows Admin Center erstellen

Sobald die Konfiguration vorbereitet ist, testet das Windows Admin Center im nächsten Schritt, ob der Cluster über alle Voraussetzungen verfügt. Es ist dennoch sinnvoll die Tests im Vorfeld auf einem der Clusterknoten im Vorfeld zu starten, um bereits vor dem Aufrufen des Windows Admin Centers die wichtigsten Einstellungen zu testen. Das Windows Admin Center braucht einige Minuten, um die Tests zu wiederholen. Sind diese erfolgreich abgeschlossen, kann der Cluster erstellt werden.

Wenn der Cluster im Windows Admin Center erstellt wurde, lassen sich die Einstellungen im Windows Admin Center anpassen, genauso wie für lokale Server.

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