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Unterstützung von mehreren Anwendern in einem Netzwerk
Trotz der Erfolge, die man mit QoS-Management über eine priorisierte Nutzung der Bandbreite erreichen kann, entstehen neue „Baustellen“. Durch die zunehmende Verbreitung von Telepresence erreicht man gleichzeitig eine größere Zahl von Anwendern in den Unternehmen. Die Anforderungen an das Netz insgesamt wachsen, da mehr Bandbreite sowohl im LAN- als auch WLAN-Segment zur Verfügung stehen muss.
Durch eine Verbesserung im Bereich der Videokomprimierungstechnologie können Netzwerkadministratoren ohne Upgrade von Switches und Routern die steigende Anzahl von Usern managen. Das hocheffiziente H.264-Komprimierungsverfahren, welches in der Variante „High Profile“ erstmals 2010 in kommerzielle Anwendungen implementiert wurde, reduziert die notwendige Bandbreite für die Übertragung von HD Videos von 1,1 Mbps auf 512 kbps um die Hälfte.
Dadurch ermöglicht das IP-Netz bei Punkt-zu-Punkt Verbindungen mit der vorhandenen Bandbreite zweimal mehr Videoverbindungen. Bei Multipoint-Verbindungen verstärkt sich dieser Effekt sogar. Das IP-Netz kann noch mehr Anwender unterstützen und für den Administrator ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für den Anschluss eines Konferenzservers.
Hohe Skalierbarkeit führt zu erheblichen Kosteneinsparungen
Unterschiedliche Faktoren beeinflussen die Videokommunikation. Art, Effektivität und Qualität gehören ebenso dazu wie die verfügbare und benötigte Bandbreite sowie die Bildschirmauflösung an den Endgeräten. Dieser Heterogenität wird mit der SVC-Technologie (Scalable Video Coding) begegnet, die einer Vereinfachung der Netzarchitektur für Video entspricht.
Erzeugte und aus dem Netzwerk abgerufene Bitströme mit verschiedenen Auflösungen erhöhen hierbei die Skalierbarkeit. Die Endgeräte wiederum können den Bitstrom in der Auflösung abrufen, wie sie es für ihre Displaygröße benötigen.
Für Nutzer von Videokonferenzen führt dies zu einer erheblichen Qualitätsverbesserung bei Internetübertragungen. Verzögerungen bei Konferenzen mit mehr als zwei Teilnehmern (Multipoint-Calls) verringern sich merklich. Das Erlebnis Videokonferenz wird dadurch von den Teilnehmern als sehr lebendig wahrgenommen und trägt somit langfristig auch zu einer Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter bei.
Die Unübersichtlichkeit der Multiprotokoll-Welt
Im Unified Communications-Umfeld kommen unterschiedliche Übertragungsprotokolle zum Einsatz. Videokonferenz-Netze nutzen das H.323 Protokoll während sich im Bereich VoIP mittlerweile SIP (Session Initiation Protocol) etabliert hat. Die protokollübergreifende Kommunikation erfolgt mit Hilfe so genannter Signalisierungsübersetzer (Signaling Gateway).
Daneben existiert eine ganze Reihe von Medienformaten, die von Telepresence-Systemen wiedergegeben werden müssen und zu einer hohen Anforderungskomplexität führen. Zwar haben sich mitunter Standards herausgebildet, allerdings trägt die weite Verbreitung von Videokommunikation dazu bei, dass immer mehr proprietäre Protokolle entwickelt und eingesetzt werden.
Die hieraus resultierenden gestiegene Anforderungen an die Interpretation dieser Protokolle und Formate, hat zur Entwicklung von universellen Übersetzern (Universal Bridge) geführt. In der aktuellen Debatte dreht sich alles um die Frage, ob solche universellen Bridges die Funktionen von reinen Konferenzservern übernehmen werden. Für den Anwender liegt der Vorteil im Aufbau von Protokollstandards und Medienformaten unabhängigen Verbindungen.
Audiotechnologische Fortschritte
Die Anwendung der Übertragungstechnik HD-Voice bei der Videokommunikation führt zu einem natürlicheren Klang und einer insgesamt besseren Verständlichkeit. Die Nutzungsmöglichkeiten liegen im Spektrum von 7 kHz für einfache Geräte, was der niedrigsten HD-Voice-Stufe entspricht, bis hin zu leistungsfähigen Geräten, die im Bereich von 14 kHz und sogar 20-22 kHz angesiedelt sind.
Weiterentwicklungen im Telepresence-Bereich machen es möglich den jeweiligen Sprecher mit Stereo- oder mehreren Mono-Audioverbindungen genau zu identifizieren. Manche Systeme erlauben es sogar, dass sich die Person frei im Raum bewegt und weiterhin erkannt wird. Dadurch müssen auch alle Bewegungen exakt über Audio nachvollziehbar sein. Der Schlüssel hierzu ist eine möglichst exakte Synchronisierung von Bild und Ton.
Fazit
Die Integration von Visual-Collaboration ist oft geschäftsspezifisch und zielt somit auf ganz bestimmte Anwendungsfälle innerhalb eines Unternehmens ab. Die komplexe Interaktion von Hard- und Softwaremodulen unterschiedlicher Anbieter muss in entsprechender Weise gestaltet, bereitgestellt und konfiguriert werden, um die richtige Funktionalität im Hinblick auf die Anforderungen des Unternehmens zu erhalten. Sicherzustellen, dass das Unternehmensnetzwerk den Datenverkehr einer Videokonferenz richtig unterstützt, ist außerdem entscheidend für eine erfolgreiche Bereitstellung.

Über den Autor
Kay Ohse ist Area Vice President Central EMEA bei Polycom
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