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6G-Planung unter Druck GSMA: 6G wird bis zu dreimal mehr Funkspektrum erfordern

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Die Studie „Vision 2040: Spectrum for the Future of Mobile Connectivity" prognostiziert bis zu dreimal höheren Mittelbandbedarf gegenüber heutigen Mobilfunkressourcen. Regierungen sollen frühzeitig Kapazitäten sichern, um Überlastungen in urbanen Netzen zu vermeiden.

John Giusti, Chief Regulatory Officer bei GSMA ist sich sicher, dass für die 6G-Ära dreimal mehr Mittelbandspektrum benötigt wird als heute verfügbar ist.(Bild:  GSMA)
John Giusti, Chief Regulatory Officer bei GSMA ist sich sicher, dass für die 6G-Ära dreimal mehr Mittelbandspektrum benötigt wird als heute verfügbar ist.
(Bild: GSMA)

Die Mobilfunkbranche blickt auf die nächste Ausbaustufe und sie erwartet Engpässe. Laut Studie „Vision 2040: Spectrum for the Future of Mobile Connectivity" von der GSMA, dem internationalen Branchenverband der Mobilfunkwirtschaft, wird das kommende 6G-Zeitalter zwischen 2035 und 2040 eine deutliche Ausweitung des verfügbaren Mittelbandspektrums benötigen. Die Analyse kommt weltweit im Durchschnitt auf 2-3 GHz pro Land, während heute üblicherweise rund ein Drittel davon existiert. Staaten mit hohem Datenverbrauch könnten 2,5 bis 4 GHz benötigen. Die Versorgungslücke fällt damit substanziell aus.

Der Bericht versteht sich als technischer Rahmen für Regulatoren. Hintergrund ist die Vorbereitung auf die World Radiocommunication Conference WRC-27, auf der künftige Frequenzblöcke diskutiert werden. Diese Entscheidungen dürften darüber bestimmen, ob 6G-Netze in dicht besiedelten Räumen ausreichend Kapazität bereitstellen können. Die GSMA verweist auf Risiken ohne vorausschauende Regulierung: niedrigere Datenraten, steigende Latenzen und punktuelle Überlastungen in urbanen Mobilfunkknoten. Auch industrielle Anwendungen könnten darunter leiden, wenn Funkressourcen knapp bleiben.

Mehrbedarf durch Datenlast und dichte Netze

Die GSMA führt die erwartete Knappheit vor allem auf zwei Faktoren zurück: wachsenden Datenverkehr und eng gepackte Nutzung in Ballungsräumen. Mobilfunknetze transportieren bereits heute den Großteil ihres Traffics in Städten, wo Endgeräte, IoT-Knoten, Sensorik, Video-Streaming und Cloud-Abhängigkeiten zusammentreffen. Die Studie geht davon aus, dass diese Nutzungsmuster sich intensivieren. Mittelbandspektren gelten dabei als technisches Kernband, da sie Reichweite und Kapazität kombinieren und sich für Indoor- und Outdoor-Szenarien gleichermaßen eignen.

Der Bericht nennt zusätzlich einen Zeithorizont: schon um 2030 herum könnten 2 GHz Mittelbandbedarf erreicht werden, um Überlastungen zuvorzukommen. Fehlende Kapazitäten müssten dann über Netzverdichtung, zusätzliche Antennentechnik oder alternative Funkrouten abgefangen werden – mit entsprechendem Kosten- und Planungsaufwand.

Kennzahlen für die 2040er-Jahre

Für 2040 erwartet die GSMA über fünf Milliarden 6G-Verbindungen. Parallel sollen rund drei Milliarden 5G- und zwei Milliarden 4G-Zugänge aktiv bleiben. Der mobile Datenverkehr könnte bis dahin bis zu 3.900 Exabyte pro Monat erreichen. Ein Großteil würde auf Echtzeitanwendungen, KI-getriebene Kommunikation und datenintensive Dienste entfallen.

John Giusti, Chief Regulatory Officer bei der GSMA, bezeichnet die Analyse als Orientierung für Länder, die Frequenzpolitik langfristig planen müssen. Der Bericht legt keine Prognose zur Geschwindigkeit einzelner Märkte vor, sondern technische Kapazitätsrahmen, innerhalb derer 6G betrieben werden kann.

Die Kernaussage: Ohne zusätzliche Spektrumzuteilung startet 6G zwar, stößt jedoch schneller an Kapazitätsgrenzen. Die Weichenstellung liegt daher nicht erst im Rollout, sondern in der frühen Frequenzplanung.

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