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Warum Frame Relay?
Die Technologie bringt zunächst Kostenvorteile für den Anwender, weil sich die bereitgestellten Übertragungswege durch den geringen Protokoll-Overhead und die Multiplexfähigkeit noch besser ausnützen lassen. Die Sicherung der Daten und deren Vollständigkeit auf dem Übertragungsweg wird aus dem Netzwerk in die intelligenten Endgeräte verlagert.
Dadurch werden die von X.25 her bekannten, oft mehrfachen Blockwiederholungen zwischen den Netzknoten vermieden. Ein Frame-Relay-Knoten muss zur Vermittlung eines Datenblocks nur zwei Parameter abfragen: ist die Adresse bekannt bzw. gültig und ist das Blocksicherungszeichen korrekt? Fällt die Überprüfung negativ aus, kommt es zu einer einfachen Entscheidung: der Datenblock wird verworfen. Fehlende Informationen müssen von den Endgeräten zur Wiederholung angefordert werden.
Die treibenden Kräfte für die Frame Relay Entwicklung lassen sich damit wie folgt zusammenfassen:
- Steigende Nachfrage nach Bandbreite und Kapazität
- Bandbreite soll nur nach Bedarf konsumiert und bezahlt werden
- Gute Qualität der digitalen Übertragungswege führt zu einer geringen Bitfehlerrate, deshalb keine Fehlerkorrektur innerhalb des Netzwerkes
- Die Endgeräte werden zunehmend intelligenter
- Internationale Standardisierung bei ITU-T und ANSI
- Umsetzung der Standards in Applikationen durch das Frame Relay Forum, welches heute in das IP/MPLS Forum integriert ist
Die aus den Forderungen entstandenen wichtigsten Eigenschaften von Frame Relay können wie folgt beschrieben werden:
- Realisierung des Konzeptes der schnellen Paketvermittlung
- Die Vermittlung der Frame Relay Rahmen erfolgt in der Schicht 2 des OSI-Referenzmodells (Sicherungsschicht)
- Die Länge der übertragenen Rahmen ist variabel
- Verbindungsorientiertes Protokoll erlaubt die Einrichtung von PVCs (Permanent Virtual Circuit) und SVCs (Switched Virtual Circuit)
- Kein Resequencing der Datenblöcke im Netzwerk
- Keine Flusskontrolle im Netzwerk
- Keine Fehlerkorrektur im Netzwerk
- Transport nur korrekter Rahmen (Verwerfen ungültiger Rahmen)
- Fehlererkennung und -behebung in den Endgeräten
- Transparente Verbindungen für alle Protokolle und (Daten)Anwendungen
- Die verkaufte Übertragungsrate für einen Frame Relay Anschluss wird in Schritten von n x 2 Mbit/s angeboten. Auf diesem Anschluss wird für jede virtuelle Verbindung eine CIR (Commited Information Rate) vereinbart, die maximal auf die Hälfte der Anschlussrate begrenzt ist
- Die Tarifierung eines Frame Relay Anschlusses wird durch eine monatliche Pauschale, die sich aus verschiedenen Parametern wie z.B. Entfernung und CIR errechnet (Bild 2). In der Praxis wird häufig das gesamte Firmennetz unter Einbeziehung aller Standorte mir einem einzigen Pauschaltarif abgerechnet.
Für Frame-Relay bestehen einige Möglichkeiten, um die vereinbarte Übertragungsrate festzulegen:
- Der Wert CIR ist der Wert der Übertragungsrate, der für diese PVC angefordert wird, und vom Netz garantiert werden soll
- Bc ist die Commited Burst Size, also die Anzahl der Bits, die in einem festgelegten Zeitraum Tc gesendet werden können
- Be ist die Excess Burst Size, also die Anzahl der Bits, die maximal im Zeitraum Tc gesendet werden dürfen. Diese Rahmen werden mit einem gesetzten DE-Bit gekennzeichnet
- Sollte möglichst kein Rahmen verloren gehen, dann wird der Wert für Be auf 0 gesetzt
- Die Zeitdauer Tc, für welche diese Werte gelten, wird praktisch auf eine Sekunde eingestellt.
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