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Wenn die Hardware „offiziell“ nicht mehr unterstützt wird FlyOOBE: Windows 11 ohne TPM installieren

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

FlyOOBE ermöglicht die Installation von Windows 11 auf offiziell nicht unterstützter Hardware. Das portable Tool umgeht TPM- und CPU-Prüfungen, steuert Setup und OOBE und erlaubt eine granulare Konfiguration von Konten, Netzwerk, Datenschutz und Apps. Der Beitrag zeigt, wie Administratoren ältere Systeme weiter betreiben und den Upgrade-Prozess technisch kontrollieren.

FlyOOBE öffnet den Installationspfad zu Windows 11 auch auf offiziell nicht unterstützter Hardware.(Bild:  FlyOOBE)
FlyOOBE öffnet den Installationspfad zu Windows 11 auch auf offiziell nicht unterstützter Hardware.
(Bild: FlyOOBE)

Windows 11 setzt offiziell TPM 2.0, Secure Boot und freigegebene CPU-Generationen voraus. In vielen Unternehmen verhindert das ein reguläres Upgrade vorhandener Systeme. FlyOOBE öffnet hier einen alternativen Installationspfad. Das portable Admin-Tool nutzt den Server-Setupkern von Windows und umgeht damit die klassische Hardwareprüfung.

FlyOOBE ist ein erweitertes Framework für Upgrade, OOBE-Steuerung und Systemprofilierung. Administratoren können damit Windows-11-Installationen vorbereiten, automatisieren und anpassen – auch auf Hardware, die Microsoft offiziell ausschließt.

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FlyOOBE: Windows 11 ohne TPM und CPU-Prüfung installieren

Technisch basiert FlyOOBE auf der Servervariante des Windows-Setupkerns. Diese Komponente prüft weder TPM-Module noch Secure Boot oder CPU-Whitelist. Trotz der Server-Kennzeichnung wird eine reguläre Windows-11-Version installiert.

FlyOOBE erweitert diesen Setupkern um zusätzliche Module:

  • Kontenverwaltung
  • Netzwerkkonfiguration
  • App-Auswahl
  • Datenschutzparameter
  • vorbereitende Skripte
  • Design- und Personalisierungseinstellungen

Damit wird aus einem reinen Umgehungstool ein vollständiges OOBE-Management-Werkzeug.

Die aktuelle Version bündelt zudem alle Funktionen von Flyby11. Der frühere Classic-Zweig bleibt nutzbar, erhält aber keine funktionalen Erweiterungen mehr.

Upgrade-Ablauf mit FlyOOBE

Der Start erfolgt in einer bestehenden Windows 10-Sitzung oder auf einer bereits installierten Windows 11-Version. FlyOOBE liegt nach dem Entpacken als ausführbare Datei vor. Ein Doppelklick ruft die Oberfläche auf und zeigt den zentralen Arbeitsbereich an. Das vermeidet unnötige Installationen. Beim Download warnen Browser manchmal vor Malware, weil das Tool natürlich tief in das System eingreift. Der Download sollte daher nur von vertrauenswürdigen Stellen erfolgen, am besten direkt von der GitHub-Seite des Entwicklers.

Um die Aktualisierung eines nicht kompatiblen Windows 10-Computers zu steuern, wird über "Extensions" die Erweiterung "Flyby11" gestartet. Hier wird dann die Windows 11-ISO in das System eingebunden. das Tool arbeitet mit PowerShell-Skripten, die zum Download-Verzeichnis gehören.

Die Windows-11-ISO wird per Drag & Drop eingebunden. Alternativ öffnet ein Auswahlfeld den Zugriff auf lokale Datenträger. FlyOOBE bindet die ISO sofort ein und signalisiert die Bereitschaft. Anschließend folgt eine Rückfrage des Systems zur Ausführung eines PowerShell-Skripts. Die Bestätigung ist erforderlich, damit der Setupkern startet.

Der erste technische Abschnitt betrifft die Kompatibilitätsprüfung. FlyOOBE zeigt an, ob der Prozessor POPCNT und SSE4.2 bereitstellt. Fehlt eines der Merkmale, ist eine Installation technisch nicht möglich.

Sobald die ISO aktiv ist, öffnet sich das Setupfenster. Die Anzeige "Server" weist darauf hin, dass die Servervariante des Setups arbeitet. Obwohl der Begriff irritierend wirkt, startet der Kernel eine reguläre Installation von Windows 11. Der Ablauf prüft die vorhandene Installation, zeigt Lizenztexte, führt die Auswahl der Datenübernahme durch und startet nach der Bestätigung die Installation.

Konfiguration der OOBE-Phase

FlyOOBE führt zu einer Oberfläche mit strukturierten Abschnitten. Der Bereich für Konten ermöglicht die Festlegung eines lokalen Benutzers. Dazu kommen Kennwort, Gerätename und Sprache der Oberfläche. Dieser Schritt legt fest, wie sich das System nach dem ersten Start präsentiert. Ein weiterer Abschnitt bündelt Netzwerkeinstellungen. FlyOOBE kann WLAN-Daten speichern oder eine kabelgebundene Verbindung definieren. Die Parameter landen in einer Konfigurationsschicht, die der Setupkern übernimmt.

Der Bereich für Personalisierung erlaubt die Festlegung von Anzeigeparametern. Dazu gehören Dark Mode für System und Apps, Transparenzeffekte, Hintergrundbild und Akzentfarbe. FlyOOBE speichert die Parameter und stellt sicher, dass sie beim ersten Start aktiv sind. Die App-Steuerung listet sämtliche integrierte Anwendungen auf. Häkchen deaktivieren vorinstallierte Komponenten. Wer keine dieser Anwendungen nutzen möchte, setzt oben ein Einzelfeld. FlyOOBE entfernt die markierten Komponenten aus dem Installationspfad. Dadurch reduziert sich die Menge an unerwünschten Programmen, die Windows 11 standardmäßig einbindet.

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Der Bereich für Datenschutz führt technische Parameter auf, die Telemetrie, Ortung und Diagnose beeinflussen. Die Auswahl setzt unmittelbar gültige Werte in die Konfigurationsdateien, die der Setupkern später übernimmt. Jede Änderung wirkt sich direkt auf die Dienste aus und reduziert den Umfang der Kommunikation. Der Abschnitt für Skripte erlaubt vorbereitende Eingriffe. FlyOOBE ruft Befehle auf, die den Cache zurücksetzen, einen Wiederherstellungspunkt anlegen, Standard-Apps zurücksetzen oder OneDrive entfernen. Die Abfolge lässt sich über Schaltflächen steuern.

Upgrade Steuerung und Ablauf

Nach Abschluss der Parameter folgt die Aktivierung des erweiterten Upgrade-Modus. Ein Hinweis bestätigt, dass dieser Modus die Kompatibilitätsprüfungen umgeht. Nach der Bestätigung prüft FlyOOBE die Treiber und bindet die Parameter ein. Anschließend wird die ISO erneut eingebunden. Ein Klick auf "Weiter" leitet den eigentlichen Setupkern ein.

Die Installation übernimmt Dateien, Programme und Einstellungen, wenn die entsprechende Option aktiv ist. Eine Neuinstallation ohne Daten ist ebenfalls möglich. FlyOOBE übergibt sämtliche Parameter, sodass der Ablauf ohne zusätzliche Eingriffe fortgesetzt wird.

Einordnung des neuen Werkzeugs

FlyOOBE trägt die Eigenschaften eines kompletten Setup-Frameworks. Die Installation von Windows 11 auf nicht kompatibler Hardware erfolgt in einer strukturierten Umgebung. Administratoren steuern den Ablauf über Schaltflächen mit direkten Auswirkungen auf Setup, OOBE und Systemprofil. Die Integration von Winpilot erweitert den Rahmen um nachträgliche Feinanpassungen. Dadurch vereint das Werkzeug den ursprünglichen Upgradepfad mit einer vollständigen technischen Steuerung der Einrichtung.

Hinweis von Microsoft

Microsoft rät von der Installation von Windows 11 auf nicht unterstützter Hardware ab. Systeme, die die offiziellen Mindestanforderungen nicht erfüllen, können Stabilitäts-, Treiber- oder Kompatibilitätsprobleme zeigen und haben möglicherweise keinen Anspruch auf zukünftige Updates, einschließlich Sicherheitsupdates.

Die Installation erfolgt daher ausdrücklich auf eigenes Risiko.

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