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Fehlende Standards bremsen das Internet der Dinge – noch

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Vier-Schichten-Architektur: Möglicher Aufbau einer industrienahen IoT-Architektur nach Xu, Internet of Things in Industries: A Survey, 2014(Bild:  Fraunhofer ESK)
Vier-Schichten-Architektur: Möglicher Aufbau einer industrienahen IoT-Architektur nach Xu, Internet of Things in Industries: A Survey, 2014
(Bild: Fraunhofer ESK)

Medizintechnik im Fokus

Am deutlichsten wird die letztgenannte Ebene der Betrachtung im Gesundheitswesen. Hier kann das IoT die Patientenversorgung verbessern und für alle Beteiligten vereinfachen. Ein Beispiel dafür ist die Überwachung wichtiger Körperfunktionen über Sensoren und die Übertragung der Daten an Ärzte und Krankenhäuser, die wiederum angemessen reagieren können.

Auch im Bereich der Lebensmittelversorgung schafft das IoT mehr Qualität beim Endverbraucher. Hier erlauben vernetzte Sensoren die Kontrolle der Lebensmittel – von der Produktion über Transport und Lagerung bis zur Auslieferung an den Kunden.

Optimierungspotenzial in der Fertigungsbranche

Sein Optimierungspotenzial entfaltet das IoT ganz besonders in der Fertigungsbranche, wo es in Deutschland im Zusammenhang mit Industrie 4.0 diskutiert wird. Das zeigen beispielhaft die Daten des Telekommunikationsanbieters Verizon: Um jährlich 204 Prozent steigt demnach die Anzahl der IoT-Verbindungen im produzierenden Sektor. Dabei spielt die Möglichkeit, Produktion und Produktionsbedingungen wie Vibrationen, Temperatur oder Druck für eine verbesserte Wartung und Instandhaltung über vernetzte Sensoren und Aktuatoren zu überwachen, eine große Rolle.

Das senkt die Kosten, weil weniger Vorort-Einsätze von Servicetechnikern anfallen und so Personal anderweitig eingesetzt werden kann. Die Produktion wird aber auch flexibler, weil sich etwa Neuerungen im Design sehr viel schneller in den Herstellungsprozess integrieren lassen. Das gleiche gilt für kundenindividuelle Anpassungen. Die Produktionsverantwortlichen haben auch die Möglichkeit, sich dank der IoT-Technik auf ihrem Tablet einen aktuellen Überblick über Rohstoffvorrat und Lagerhaltung zu verschaffen. Die Unternehmensberatung McKinsey beziffert den wirtschaftlichen Mehrwert durch das IoT in der Fertigung auf 3,7 Billionen Dollar bis 2025.

Damit das IoT sein Potenzial in den diversen Lebensbereichen und Branchen voll entfalten kann, müssen eine Reihe von technischen Herausforderungen bewältigt werden. Das gilt zuallererst für das große Thema Standardisierung. Xu weist in seinem Aufsatz zu Recht darauf hin, dass die Standardisierung eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung und Verbreitung des IoT spielt.

Beispiele für solche Standards sind Sicherheits-, Identifikations- und Kommunikationsstandards. So bezeichnet etwa das Kürzel 6Lowpan („IPv6 over Low-Power Wireless Personal Area Networks“) Bestrebungen, einen Standard für Nahbereichsfunknetze speziell für das IoT zu schaffen. Darum kümmert sich eine Arbeitsgruppe der Internet Engineering Task Force (IETF).

Das Internet Protocol Version 6 hat nämlich den Vorteil, dass eine riesige Menge an Smart Objects, theoretisch 2128, mit einer eigenen IP-Adresse versehen und angesprochen werden können. Mit 6Lowpan wird also die Basis dafür gelegt, drahtlose Sensornetzwerke mit dem Internet zu verbinden. Im Gegensatz dazu beschreiten Kommunikationstechnik-Anbieter einen anderen Weg, indem sie Mobilfunk als Plattform für das IoT etablieren wollen. Dies zeigen etwa die Entwicklungen zum Mobilfunk der fünften Generation (5G).

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