Im Oktober 2025 läuft der Support von Exchange 2019 aus. Ab da wird Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr für die veraltete Exchange-Version bereitstellen. Wer weiter lokal seine Exchange-Server betreiben will, kommt um die Migration zu Exchange SE nicht herum. Der Beitrag gibt einen ersten Einblick dazu.
Der Support für Exchange 2019 läuft aus. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Exchange Server SE in Ihr Active Directory einbinden, welche Rolle CU15 spielt und warum Windows Server 2025 optimal für die Migration ist.
(Bild: KI-generiert)
Exchange SE lässt sich als Nachfolger von Exchange 2019 weiterhin problemlos lokal betreiben. Eine hybride Bereitstellung mit Microsoft 365 ist genauso möglich wie mit Exchange 2019. Hinzu kommt, dass Exchange SE Änderungen in Active Directory durchführt. Admins, die im Oktober oder schon vorher zu SE migrieren wollen, können bereits einiges vorbereiten.
CU15 für Exchange 2019 ist der erste Schritt zu Exchange SE
Um sich auf Exchange SE vorzubereiten, installieren Admins zunächst das CU15 für Exchange 2019. Dieses ist für den sicheren Betrieb von Exchange 2019 ohnehin notwendig. Die Installation des CU15 ändert bereits die Versionsnummer des AD-Containers von Exchange in Active Directory. Diese Versionsnummer gilt später auch bei der Migration zu SE. Vorbereiten lässt sich das mit:
Wenn auf Exchange 2019 das CU15 installiert ist, lässt sich der Server später sehr leicht direkt auf Exchange SE aktualisieren. Dazu ist nur die Änderung des Produktschlüssels auf dem Server zu einem SE-Schlüssel notwendig. Die eigentlichen, maßgeblichen Neuerungen von Exchange SE kommen ohnehin erst mit dem CU1 für Exchange SE. Dieses soll wiederum Ende 2025 bis hinein ins Frühjahr 2026 erscheinen und lässt sich direkt auf Exchange SE installieren. Die eigentlichen AD-Änderungen kommen daher bereits mit Exchange 2019 CU15, das durch Eingabe eines neuen Produktschlüssels ab Oktober 2025 zu Exchange SE wird. Technisch ist Exchange 2019 CU15 daher bereits auf dem Stand von Exchange SE RTM.
Exchange SE auf Windows Server 2025 betreiben
Betreiben lässt sich Exchange 2019 problemlos auf Windows Server 2019. Generell ist es auch hier möglich, Exchange SE über den Produktschlüssel aus Exchange 2019 CU15 zu Exchange SE zu konvertieren. Allerdings ist der Mainstream-Support von Windows Server 2019 bereits im Januar 2024 ausgelaufen. Der erweiterte Support läuft noch bis Januar 2029. Generell empfiehlt es Microsoft, nur Server produktiv einzusetzen, die sich im Mainstream-Support befinden. Das stellt sicher, dass auch neue Funktionen eingebunden werden können, die mit Exchange SE unter Umständen noch erscheinen werden.
Wer auf Windows Server 2019 bleibt, riskiert daher, dass später Features in Exchange SE nicht aktiviert werden können.
Microsoft unterstützt offiziell keine direkte Aktualisierung des Betriebssystems, wenn Exchange bereits installiert ist. Aus diesem Grund könnte es sinnvoll sein, einen neuen Server mit Windows Server 2022, oder noch besser gleich mit Windows Server 2025 zu installieren und auf diesem mit den CU15-Installationsdateien Exchange 2019 CU15 zu installieren. Der Mainstream-Support von Windows Server 2022 läuft bereits im Oktober 2026 aus, der erweiterte Support im Oktober 2031.
Der Mainstream-Support von Windows Server 2025 läuft bis Oktober 2029, der erweiterte Support bis Oktober 2034. Aus diesem Grund ist Windows Server 2025 am besten für Exchange SE geeignet, vor allem da das Betriebssystem einige Neuerungen hat, von denen auch Exchange profitiert. Beispiele sind die Aktualisierungen in Active Directory, mehr und größere Objekte in AD sowie die Unterstützung für Hotpatching.
Migration zu Exchange SE bereits jetzt starten
Unternehmen, die zu Exchange SE migrieren wollen, sollten daher idealerweise bereits jetzt neue Hardware kaufen, die für Windows Server 2025 lizenziert ist. Auf dieser wird Windows Server 2025 installiert und darauf wiederum Exchange 2019 mit dem CU15. Danach können die älteren Exchange-Server nach und nach aus der Umgebung entfernt werden. Erscheint Exchange SE, ist nur die Eingabe des Produktschlüssels notwendig, um die neue Version zu aktivieren. Durch die Installation des CU15 für Exchange 2019 ist das Active Directory bereits für Exchange SE vorbereitet. Unternehmen, die ihre Domänencontroller bereits zu Windows Server 2025 aktualisieren, profitieren von den Neuerungen des Verzeichnisdienstes in der neuen Windows-Version. Wir haben uns mit diesem Thema bereits in einem eigenen Beitrag auseinandergesetzt.
CU15 bringt technische Verbesserungen, die auch in Exchange SE enthalten sind
Mit dem CU15 für Exchange Server 2019 führt Microsoft mehrere funktionale Erweiterungen ein, die gleichzeitig Bestandteil von Exchange Server SE bleiben. Die grafische Zertifikatsverwaltung ist wieder im Exchange Admin Center verfügbar, nachdem sie in vorherigen Versionen entfernt worden war. TLS 1.3 wird unter Windows Server 2022 und 2025 nun weitgehend unterstützt, ausgenommen ist aktuell noch der SMTP-Dienst. Die dafür erforderlichen Cipher Suites wurden bereits integriert.
Die bisher eingesetzte Oracle-Komponente für die Analyse von Dateiinhalten wurde durch Microsofts DocParser ersetzt. Diese Bibliothek arbeitet serverseitig und unterstützt Transportregeln sowie DLP-Funktionen ohne zusätzlichen Konfigurationsaufwand. Zudem verbessert CU15 die Integration in die Antimalware Scan Interface. Alte OWA-Dateien werden automatisch entfernt, was den Speicherbedarf auf dem Server reduziert.
Stand: 08.12.2025
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CU15 enthält außerdem die technische Grundlage für das Feature Flighting. Darüber lassen sich in künftigen Versionen gezielt Funktionen aktivieren oder deaktivieren, ohne ein vollständiges Update installieren zu müssen. Auch ECC-Zertifikate werden nun unterstützt und können unter anderem mit POP3, IMAP4 und dem Edge Transport-Dienst verwendet werden.
Der Konfigurationscontainer in Active Directory wird im Zuge des Updates auf eine neue Versionsnummer angepasst, ein separates Schema-Update ist nicht erforderlich. Ergänzend stellt Microsoft einen Hotfix zur Verfügung, der Stabilitätsprobleme im Transportdienst behebt und Fehler bei der Verarbeitung bestimmter Nachrichteninhalte korrigiert. Diese Änderungen gelten ebenfalls für Exchange SE, da beide Plattformen auf der gleichen technischen Basis aufbauen.