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Schwerpunkt „Neuromorphes Computing“ Ericsson und FZ Jülich kooperieren bei KI für 6G-Netze

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Ericsson und das Forschungszentrum Jülich entwickeln KI-Methoden und High-Performance-Computing für künftige Mobilfunknetze. Im Mittelpunkt stehen energieeffiziente Architekturen für 5G, die Grundlagenforschung für 6G-Netze und der Einsatz von Europas erstem Exascale-Supercomputer.

Zusammenarbeit an Technologien für die Weiterentwicklung von 5G und der Einführung von 6G-Netzen.(Bild:  FZ Jülich / Kurt Steinhausen)
Zusammenarbeit an Technologien für die Weiterentwicklung von 5G und der Einführung von 6G-Netzen.
(Bild: FZ Jülich / Kurt Steinhausen)

Die Kooperation soll Ericssons Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Telekommunikationsnetzen mit der Hochleistungsrechenexpertise des Jülich Supercomputing Centre (JSC) verbinden. Das JSC betreibt mit Jupiter derzeit den leistungsstärksten Supercomputer Europas.

Die geplanten Forschungsfelder umfassen drei Schwerpunkte: Erstens sollen KI-Methoden systematisch über das gesamte Ericsson-Produktportfolio hinweg verglichen werden – dabei geht es um Ausführungsgeschwindigkeit, Skalierbarkeit und Speichereffizienz verschiedener Ansätze. Sofern Sicherheits- und Geschäftsbedingungen es erlauben, sollen die Rechenressourcen von Jupiter auch für das Training größerer Modelle genutzt werden.

Zweiter Schwerpunkt ist energieeffizientes Computing für Funk- und Edge-Systeme. Untersucht werden sollen u.a. Lösungen für Kanalabschätzung und Massive MIMO – eine Schlüsseltechnologie moderner Mobilfunknetze, bei der viele Endgeräte gleichzeitig über zahlreiche Antennen kommunizieren.

Neuromorphes Computing als Forschungsfeld

Ein besonderer Fokus liegt nach Angaben der Partner auf dem sogenannten Neuromorphen Computing – von der Funktionsweise des menschlichen Gehirns inspirierten Rechenarchitekturen. Konkret sollen dabei Ansätze auf Basis von Memristoren untersucht werden, die Optimierungsprozesse beschleunigen und den Energieverbrauch gegenüber klassischen Verfahren senken könnten. Dieser Ansatz gilt in der Forschungsgemeinschaft als vielversprechend für rechenintensive Netzwerkaufgaben.

HPC-Konzepte für Telekommunikation

Dritter Bestandteil der Zusammenarbeit sind HPC- und Cloud-Architekturen für KI. Hierfür soll die Modulare Supercomputing-Architektur (MSA) aus der Jülicher Forschung weiterentwickelt und auf Exascale-Computing-Anforderungen ausgerichtet werden. Auch betriebliche Strategien wie Wärmerückgewinnung zur Steigerung der Energieeffizienz in HPC- und Cloud-Umgebungen werden Teil der Untersuchungen sein. Die Partnerschaft soll zudem Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit von Cloud-Strategien auf Basis des EuroHPC-Ökosystems liefern.

Nicole Dinion, Head of Architecture and Technology bei Ericsson, nennt Energieeffizienz und KI als zentrale Anforderungen an künftige Mobilfunknetze. Prof. Laurens Kuipers vom Vorstand des Forschungszentrums Jülich verweist auf das Ziel einer „souveränen europäischen Infrastruktur“.

Konkrete Zeitpläne für einzelne Forschungsergebnisse oder Produkte nennen die Partner bislang nicht. Den Rahmen setzt der erwartete kommerzielle 6G-Start um das Jahr 2030.

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