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Drahtlose Dienste erfordern einen Wechsel der Mobile-Backhaul-Technik

Carrier Ethernet ist der Weg hin zu mobilen Breitbanddiensten

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Der Sprung von Zeitmultiplex- (TDM) zu IP-/Ethernet-Backhauls

In einer kürzlich von Infonetics durchgeführten Umfrage unter globalen Dienstanbietern haben alle befragten Dienstanbieter angekündigt, IP/Ethernet noch im Jahr 2010 in ihr Backhaul-Netz zu integrieren. Diese Migrationen verläuft jedoch in Phasen (Abbildung 3), da Ethernet – anders als TDM – nicht für die Übertragung synchroner Informationen entwickelt wurde und die systemeigene Taktung von Geräten im Netz noch nicht das Maß erreicht, das für Einrichtung, Handover und Zuverlässigkeit von Mobiltelefonverbindungen erforderlich ist.

In der ersten Phase wird eine Hybridimplementierung eingerichtet, in der Carrier Ethernet für die Paketübergabe von Datendiensten verwendet, für Sprachdaten jedoch weiterhin TDM genutzt wird. Dies ist keine Ideallösung, da die Betreiber gezwungen sind, zwei getrennte Netze zu unterhalten und zu finanzieren. Endziel ist die Phase 2, bei der ein einziges Carrier-Ethernet-Netz für das Backhauling aller Dienste zum Einsatz kommt.

Die Infonetics-Umfrage unter globalen Dienstanbietern hat ergeben, dass 65 Prozent der Dienstanbieter planen, letztlich zum kompletten IP/Ethernet-Backhauling überzugehen. Vor der Umsetzung dieser letzten Phase der Migration müssen die Betreiber jedoch zuerst das Vertrauen haben, dass ToP-Technologien (Timing over Packet) die strengen Synchronisationsanforderungen drahtloser Standards erfüllen.

ToP-Technologien ermöglichen kompletten Backhaul über Ethernet

Die ToP-Technologien der IEEE-Spezifikation 1588 und ITU-T Synchronous Ethernet (SyncE) ermöglichen die geräteübergreifende Synchronisierung von Taktfrequenzen im Ethernet-Backhaul-Netz und die Verbesserung der Uhrzeitgenauigkeit zur Einhaltung von Taktungsanforderungen von Mobilsprachdiensten (d.h. Erreichen des gewünschten Werts von +/-50 ppb bei Synchronisierung mit einer primären Referenzquelle für die Uhrzeit). Mit der SyncE-Technologie wird die Frequenzsynchronisierung über mehrere Ethernet-Geräte im Netz erreicht.

Synchronous Ethernet bietet zwei wesentliche Änderungen im Vergleich zu herkömmlichem Ethernet, mit denen sich dieses für die Taktverteilung eignet: eine erforderliche Uhrzeitgenauigkeit von 4,6 ppm sowie das ESMC-Protokoll (beschrieben in ITU-T G.8264) für Auswahl, Verteilung, Verwaltung, Nachverfolgbarkeit und Failover der Uhren (erfordert Prioritätsmarkierungen von ESMC-Paketen)

SyncE-Schnittstellen leiten dabei im Grunde die Frequenz aus dem empfangenen Bit-Strom ab und geben diese Information an die Systemuhr weiter; siehe Abbildung 4.

Der IEEE-1588-Standard spezifiziert das PTP-Protokoll (Precision Timing Protocol) für die Netzwerksynchronisierung. IEEE 1588 unterscheidet sich von SyncE in 2 wesentlichen Punkten:

Neben der Frequenzsynchronisierung erfolgt eine ToD-Synchronisierung (Time-of-Day, Uhrzeit; ein genauer Wert für die aktuelle absolute Zeit) zum Erreichen der für die Mehrkanal-Kommunikation erforderlichen Phasenausrichtung.

Dabei handelt es sich um eine reine Paketlösung, bei der die eigentlichen Uhrzeitwerte in den Nutzlasten in speziell für diese Aufgabe erstellten Paketen übergeben werden.

IEEE 1588 stellt eine Master-Slave-Hierarchie der Uhren in einem Netzwerk her, wobei jeder Slave sich mit einer Master-Uhr synchronisiert, die als Hauptquelle für die Uhrzeit fungiert. Zwischen Master und Slave werden Synchronisierungspakete mit erhöhter Priorität ausgetauscht, sodass der Slave den eigenen Oszillator laufend anpassen kann.

In Version 2 des IEEE 1588 Precision Time-Protokolls (IEEE 1588v2) wurden die Konzepte der „Boundary Clocks“ und der „Transparent Clocks“ (siehe Abbildung 5) eingeführt, die der weiteren Verbesserung der Skalierbarkeit von System und Netzwerk sowie der Genauigkeit der Uhrensynchronisierung dienen.

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