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Forrester IT Forum EMEA 2007 Aus Informationstechnologie (IT) wird Business Technology (BT)

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Informationstechnologie, wie wir sie heute kennen, ist in die Jahre gekommen. Bis dato rein funktional ausgerichtet geht die IT heute mehr und mehr über in eine prozess- und business-orientierte Technologie – die Business Technology (BT). Dies ist zumindest der Tenor des Forrester IT Forum EMEA, das vom 11. bis 13. Juni 2007 im schottischen Edinburgh stattfand.

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Auf die Frage, wer im Unternehmen maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg hat, nannte in einer Umfrage unter den Geschäftsführern bzw. CEOs (Chief Executive Officer) mittlerer und großer europäischer Unternehmen kein einziger Chef seine IT-Abteilung oder die IT-Ifrastruktur seines Unternehmens. Praktisch alle anderen Abteilungen des Unternehmens, oft sogar aufgelöst bis auf Mitarbeiterebene, waren in den nach Wichtigkeit gegliederten Antworten dagegen vertreten. So das Ergebnis einer inoffiziellen Umfrage von Forrester im letzten Jahr.

Im Gegenzug gaben jedoch praktisch alle CIOs und IT-Verantwortliche derselben Unternehmen an, sich selbst bzw. ihre IT-Abteilung und die IT-Infrastruktur als ganz entscheidenden Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sehen. Und genau hier liegt das Dilemma unserer Tage, das nicht nur George F. Colony, Chairman of the Board, Chief Executive Officer and Acting Chief Financial Officer von Forrester, in seiner Keynote mehrfach betonte: der Stellenwert der IT wird in den allermeisten Unternehmen auch heute noch gnadenlos unterschätzt und häufig kennt die Unternehmensführung ihre eigenen Systeme und deren Bedeutung nicht.

Auch alle anderen Keynote Speakers des Forrester IT Forums – allesamt IT-Verantwortlich namhafter Konzerne – machten durchweg an der Bereitschaft eines Unternehmens, die IT als zentralen Erfolgsfaktor eines modernen Unternehmens anzusehen, den Reifegrad und die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten der betreffenden Firmen fest.

Branchenspezifische Ausnahmen möglich

Relativiert wurde diese These nur hinsichtlich einiger weniger Branchen. Denn beispielsweise im Kohle-Bergbau oder bei der Stahlverhüttung, also in der Rohstoffindustrie, spielt die IT immer noch eine untergeordnete Rolle und ist – von Abteilungen wie Logistik und Beschaffung abgesehen – meist kaum am Wertschöpfungsprozess im Unternehmen beteiligt. Kurz gesagt: auch ohne IT gingen in der Stahlhütte nicht unmittelbar die Lichter aus.

Anders sieht dies freilich in den meisten Firmen außerhalb der Rohstoffbranche und insbesondere in den modernen High-tech-Unternehmen unserer Zeit aus. Denn bei allen Unternehmen, bei denen IT die Arbeit nicht nur erleichtert sondern zentrales Element ist, ist diese auch essenzieller Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Und dies ungeachtet dessen, ob IT „nur“ zur Produktion benötigt wird, im kreativen Bereich der Entwicklung unverzichtbar ist oder den gesamten Vertriebskanal bspw. eines Online-Shops aufrechterhält.

CIOs in die Geschäftsleitung!

Um der IT künftig auch strategisch den Stellenwert zu verleihen, den sie faktisch bereits einnimmt, forderten nicht nur die Forrester-Analysten in Edinburgh eine konsequente Einbettung von CIOs (Chief Information Officer) und IT-Verantwortlichen in der Unternehmensführung. Denn nur wenn sich die Mitglieder der Unternehmensführung und der CIO auf gleicher Augenhöhe austauschen können, lässt sich ein Unternehmen fit machen für die Zukunft.

Nur mit einer konsequenten Neuausrichtung bzw. Neupositionierung der IT, weg von der rein funktionalen Integration in das Unternehmen, hin zu einer prozess- und businessorientierten Einbettung in sämtliche relevanten Bereiche – und hier nicht selten sogar als zentrales Element – können Unternehmen heute und in Zukunft dem globalen Konkurrenzkampf Stand halten und optimistisch in die Zukunft blicken.

Mit dieser Forderung, die auf der Veranstaltung immer wieder auch von IT-Verantwortlichen namhafter Weltkonzerne als richtig und längst überfällig bestätigt wurde, hat der Begriff der Informationstechnologie (IT) jedoch ausgedient. Forrester sieht hier aufgrund der veränderten Rolle moderner IT nun das Zeitalter der Business Technologie (BT) angebrochen. Ob sich der Begriff etablieren wird, werden die kommenden Jahre zeigen. Dass sich das hinter dem Begriff stehende Konzept etablieren muss, steht dagegen außer Frage.

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