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Interaktion zwischen Mensch und Maschine im realen und virtuellen Raum 6G-life – Wie werden wir in Zukunft leben?

Das Gespräch führte Karin Winkler 3 min Lesedauer

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6G-life ist einer von vier 6G-Foschungshubs, die Teil der 6G-Initiative des Bundesforschungsministeriums sind. Der Hub beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Frage, wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine im realen und virtuellen Raum in Zukunft aussehen werden. Ein Hintergrundgespräch mit Prof. Dr. Frank Fitzek.

"6G in Verbindung mit Sensorik wird die Lebens- und Arbeitswelten vieler Menschen verändern; Digitale Zwillinge werden neue Arbeitsweisen ermöglichen; das virtuelle Metaverse wird neue Formen des Lernens anbieten", sagt Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Frank Fitzek, Koordinator des deutschen 6G-Hubs, 6G-life.(Bild:  © Jörg Simanowski - 6G-life)
"6G in Verbindung mit Sensorik wird die Lebens- und Arbeitswelten vieler Menschen verändern; Digitale Zwillinge werden neue Arbeitsweisen ermöglichen; das virtuelle Metaverse wird neue Formen des Lernens anbieten", sagt Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Frank Fitzek, Koordinator des deutschen 6G-Hubs, 6G-life.
(Bild: © Jörg Simanowski - 6G-life)

Das Logo des 6G-live.(Bild:  6G-live)
Das Logo des 6G-live.
(Bild: 6G-live)

6G wird der nächste bedeutende Schritt bei der digitalen Transformation sein. „Schon jetzt stellen sich viele interessante Fragen. Wie werden unsere Kinder in Zukunft lernen? Wie gestalten wir unsere Arbeit? Und wie werden wir im hohen Alter medizinisch versorgt?“, listet Prof. Frank Fitzek, Koordinator des Forschungshubs 6G-life, nur einige der spannenden Fragestellungen auf.

Mit 6G werden lokale Datenraten von mehr als 100 Gigabit pro Sekunde bis hin zu einem Terabit pro Sekunde möglich. Die Verzögerung bei der Datenübertragung soll dabei unter eine Millisekunde sinken. Mit diesen Eckwerten ist 6G rund hundert Mal schneller als 5G. Ergänzt man solch ein leistungsfähiges Netz um Sensorik, die ihre Umgebung abtasten darf, werden gänzlich neue Anwendungen möglich – wie die Schaffung digitaler Zwillinge von interagierenden Objekten der realen Welt.

Auch wenn diese digitale Transformation viel Potenzial bietet, muss eine Gesellschaft auf einem solchen Weg begleitet werden. „Für die Wirtschaft und Industrie und damit für die Produktivität unseres Landes ist es von entscheidender Bedeutung, wie auf diesen Wandel reagiert wird“, erklärt Prof. Frank Fitzek. Denn durch die hohe Geschwindigkeit, mit der die digitale Transformation voranschreitet, steigt auch der wirtschaftlich-evolutionäre Druck. Daher ist es für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat wichtig, diesen schnelllebigen digitalen Wandel nicht nur mitzugehen, sondern aktiv zu gestalten. „Es gilt immer noch der Leitsatz von Charles Darwin, dass nicht der momentan Stärkste, sondern der, der den Wandel am besten gestaltet, überleben wird“, erklärt Prof. Frank Fitzek.

Die Schlüssel zur Digitalisierung und zur Entwicklung von hypervernetzten Gesellschaften sind zuerst einmal verlässliche, leistungsstarke und resiliente Kommunikationsnetze. „Aber es geht nicht nur darum, die künftigen Kommunikationsnetze wie 6G rechtzeitig einzusetzen, sondern es gilt, bei der Erforschung und Entwicklung auch einen wesentlichen Einfluss darauf zu nehmen, dass die kommenden Entwicklungen unseren Anforderungen an Ethik, Nachhaltigkeit und Konjunktur standhalten“, ist sich Prof. Frank Fitzek sicher.

Die Aufgaben des deutschen 6G-Forschungs-Hubs 6G-live.(Bild:  6G-live)
Die Aufgaben des deutschen 6G-Forschungs-Hubs 6G-live.
(Bild: 6G-live)

Auch aus diesen Gründen hat das Bundesforschungsministerium die Forschungen rund um 6G in einer Initiative, bestehend aus vier Forschungshubs und einer zentralen 6G-Plattform, gebündelt. „Bei der deutschen 6G-Initiative steht der Mensch mit seiner Kommunikation und Interaktion mit Maschinen und virtuellen Welten im Mittelpunkt. Bei der Erforschung von 5G war das noch anders. Dort stand vor allem die Interaktion mit Maschinen im Vordergrund,“ berichtet Prof. Fitzek.

Dass es die Beteiligten ernst meinen mit der technologischen Mobilfunkrevolution, merkt man auch daran, dass in 6G-life etwa 60 Professuren der Universitäten Dresden und München und über 150 neu eingestellte Forscher aktiv sind. „Zudem wollen wir im Schulterschluss mit nationalen Industriepartnern, einem international hochrangig besetzten Advisory Board sowie internationalen Kooperationsprojekten in Europa, Asien und den USA maßgeblichen und weltweiten Einfluss ausüben. Digitale Souveränität wird nicht durch Abschottung, sondern als Technologieführer in weltweiter Kooperation erreicht“, begründet Prof. Fitzek die vielfältigen Anstrengungen von 6G-life.

Auch die weiteren Ziele sind ehrgeizig: 6G-life soll die Industrie und die Startup-Landschaft in Deutschland durch positive Vorzeigeprojekte stimulieren. „Wir verfolgen das Ziel, durch 6G-life in den ersten vier Jahren wenigstens 30 Startups einzubinden und mindestens zehn neue Startups zu gründen“, erwartet Prof. Fitzek, der auch die Professur des „Deutsche Telekom Lehrstuhls für Kommunikationsnetze“ an der Technischen Universität Dresden innehat.

6G-life wird zudem gesellschaftliche Beiträge leisten. „In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und dem Bundesamt für Strahlenschutz werden wir durch Informationsveranstaltungen die breite Öffentlichkeit beim digitalen Wandel begleiten und unterstützen“, kündigt Prof. Fitzek an. Ein nachhaltiges Förderprogramm für Nachwuchs in der Wissenschaft steht genauso auf dem Aufgabenzettel wie das Wissen von 6G-life der Industrie, insbesondere dem deutschen Mittelstand, zur Verfügung zu stellen. Aspekte, die den gesellschaftlichen Wandel adressieren, erlangen durch den von 6G-life verfolgten gesamtheitlichen Ansatz eine besondere Bedeutung.

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Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Frank Fitzek.(Bild:  © Jörg Simanowski - 6G-life)
Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Frank Fitzek.
(Bild: © Jörg Simanowski - 6G-life)

Über den Gesprächspartner

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Frank Fitzek ist Professor und Leiter des „Deutsche Telekom Lehrstuhls für Kommunikationsnetze“ an der TU Dresden. Er ist Sprecher des DFG-Exzellenzclusters CeTI und Koordinator des 5G Lab Germany sowie eines der vier deutschen 6G-Hubs, 6G-life, das vom BMBF gefördert und gemeinsam mit der Technischen Universität München durchgeführt wird. Seine aktuellen Forschungsinteressen liegen in den Bereichen 5G/6G-Kommunikationsnetzwerke, netzinterne Datenverarbeitung, Netzcodierung, komprimierte Sensorik, Post-Shannon-Theorie, Quanten- und Molekularkommunikation sowie Mensch-Maschine-Interaktion in virtuellen Welten.

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