Flexibilität, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit sind in der schnelllebigen digitalen Welt von entscheidender Bedeutung. Um diesen Entwicklungen Stand zu halten, müssen Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen modernisieren. Doch es lauern Stolperfallen, die vermieden werden sollten.
Die IT vieler Unternehmen ist nicht darauf ausgelegt, sich ständigen Veränderungen anzupassen.
IT-Entscheider zeigen sich in einer von Kyndryl beauftragten Studie von Forrester Consulting nur bedingt von der Reaktionsfähigkeit ihrer Unternehmen überzeugt. So glaubt jeweils nur gut die Hälfte, dass:
sie sich im Falle unvorhergesehener Ereignisse ohne Schwierigkeiten anpassen (48 %),
sie schnell auf Marktveränderungen durch Wettbewerber reagieren (52 %),
sie ihren Betrieb bei Bedarf effektiv skalieren können (55 %).
Das große Problem ist dabei die IT-Infrastruktur von Unternehmen. Diese ist in der Regel über lange Zeit organisch gewachsen und wurde zuletzt häufig um die Cloud ergänzt. Das Ergebnis sind komplexe, unübersichtliche Umgebungen. Dieser Zustand schränkt Unternehmen zunehmend in ihrer Betriebsfähigkeit ein. Daher ist ein stärkerer Fokus auf die digitale Transformation extrem wichtig – denn Strukturen in Daten, Prozessen und Zuständigkeiten bringen Übersicht und zeigen letztlich Stellschrauben für die gesamte IT-Modernisierung und -Optimierung. Die Notwendigkeit hierzu ist bei vielen Unternehmen bereits präsent, was auch die Investitionszahlen belegen - allein in Europa, so eine IDC-Studie, sollen die Ausgaben für IT-Modernisierung bis zum Jahr 2025 auf 653 Mrd. US-Dollar steigen. Ein guter Plan ist dabei unabdingbar: Eine Gartner-Studie aus dem Jahr 2021 hat ergeben, dass Unternehmen, die überstürzte Cloud-Investitionen mit wenig oder gar keinen Plänen zur Kostenoptimierung tätigen, nicht in der Lage sind, den erwarteten Nutzen zu erzielen und am Ende sogar bis zu 70 Prozent zu viel für diese Dienste ausgeben.
Allerdings reicht ein üppiges Budget allein nicht, um diese Modernisierung erfolgreich zu realisieren. Unternehmen müssen sechs weitere Aspekte berücksichtigen:
1. Verschiedene betriebliche Anforderungen
In der Vergangenheit haben oft einzelne Geschäftsbereiche nach Bedarf eigene Lösungen und Anwendungen für ihre Mitarbeiter implementiert. Das führte nicht nur zu Datensilos, sondern auch zu mehreren Tools mit ähnlichen oder gleichen Funktionalitäten. Beides verursacht unnötige Kosten und ineffiziente Prozesse. Um Ähnliches zu verhindern, sollte die IT-Modernisierung zentral von der IT-Abteilung und unter Berücksichtigung der Anforderungen des gesamten Unternehmens vorangetrieben werden. Das bedeutet für die jeweiligen IT-Entscheider: Sie müssen sich zwar mit den verschiedenen Abteilungen über deren Bedürfnisse austauschen, am Ende aber entscheiden, welche Lösungen der Organisation als Ganzes helfen, agiler zu werden und größtmögliche Transparenz zu erlangen.
2. Risikomanagement für den Ernstfall
Cyberrisiken sind heute eine konstante Bedrohung und ein Angriff auf das eigene Unternehmen ist eine Frage des „Wann“, nicht des „Ob“. IT-Abteilungen sollten die Modernisierung daher nutzen, um die wichtigsten Dienste und Systeme des Unternehmens nach ihrer Bedeutung zu priorisieren und für diese spezifische Sicherheitsmaßnahmen gegen potenzielle Bedrohungen zu entwickeln. Neben dieser Präventionsarbeit müssen Unternehmen ihren Fokus aber auch auf Cyberresilienz und Wiederherstellungsstrategien ausweiten. Denn auch bei einer hochmodernen IT-Infrastruktur ist keine hundertprozentige Sicherheit garantiert. Unternehmen müssen daher für den Ernstfall planen.
3. Die Frage der Mainframe-Modernisierung
Wie mit den alten Mainframes umgehen? Diese Frage stellt sich vielen Unternehmen bei der IT-Modernisierung. Und oft scheint die Antwort einer dieser beiden Gegensätze zu sein: Sie unverändert beibehalten oder die Plattform gänzlich verlassen. Sinnvoller ist jedoch ein anderer, ganzheitlicher Ansatz: die richtige Plattform für jeden Workload. Unternehmen müssen entscheiden, ob und welche Workloads sie auf dem Mainframe modernisieren, in Hyperscaler integrieren oder in die Cloud verlagern wollen. Gerade die Punkte Integration und Interoperabilität sind elementar wichtig, um einen reibungslosen Datenfluss und eine effiziente Zusammenarbeit zu gewährleisten und die modernisierte Mainframe-Umgebung nahtlos in anderen Systemen und Anwendungen im Unternehmen zu integrieren.
4. Eine datengetriebene Unternehmenskultur auf allen Ebenen
Den meisten Unternehmen ist die Bedeutung von Daten inzwischen bewusst – und doch tun sich viele in der Praxis schwer damit, datenbasiert zu arbeiten. Das liegt zum einen an vorhandenen Datensilos, einer schlechten Datenqualität sowie dem Fehlen von Self-Service-Lösungen, mit denen alle Mitarbeiter Zugang zu Daten erhalten – all dies lässt sich im Rahmen der IT-Modernisierung lösen. Zum anderen ist es aber auch eine Frage der Kultur. Vorgesetzte müssen ihre Mitarbeiter dazu ermutigen, auf Daten zurückzugreifen, das Unternehmen muss Training für die entsprechenden Tools anbieten und die Führungsebene muss datengetriebenes Arbeiten von oben vorleben.
5. Die richtige Unterstützung hinzuziehen
Die gesamte IT-Modernisierung inklusive aller bereits genannten Aspekte hängt allerdings davon ab, dass Unternehmen über IT-Mitarbeiter verfügen, die diese Aufgabe stemmen können. Dies ist schon aufgrund des IT-Fachkräftemangels vielerorts nicht der Fall. So erfordert allein die Bestandsaufnahme der alten Infrastruktur und der notwendigen Veränderungen häufig zu viele Ressourcen, da die alten Systeme viele Generationen an Technologie umfassen, die mit unterschiedlicher Sorgfalt gepflegt wurden. Abhilfe können sowohl Tools schaffen, die bei Netzwerk-/Konfigurationserkennung helfen, als auch Anbieter, die sich mit der Modernisierungs-Thematik und ebendiesen Tools genau auskennen.
Stand: 08.12.2025
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6. Netzwerke der nächsten Generation
Netzwerke verbinden jeden Aspekt eines Unternehmens. Dennoch lassen Unternehmen während einer digitalen Transformation einige ihre Netzwerke außer Acht und legen einen suboptimalen Fokus. Das kann sich schnell rächen, denn in der digitalen Welt von heute, in der Konnektivität überall und jederzeit möglich ist, müssen Unternehmen die Features der Next-Gen-Netzwerke frühzeitig für sich nutzen.
Stephan Hierl.
(Bild: Kyndryl)
Mit dem verstärkten Fokus auf Sicherheit und Compliance, und in Hinblick auf die jüngsten Fortschritte bei Cloud-Funktionen und Netzwerktechnologie – wie Hyper-Scaling, Netzwerk- und Edge-Services, Private Wireless, Software-Defined Networking (SDN), WAN-as-a-Service und andere – haben Unternehmen die einmalige Chance, ihre Infrastruktur insgesamt zu vereinfachen und besser abzusichern. Dadurch können IT-Kosten gesenkt, die Leistung und Agilität gesteigert und IT-Infrastrukturen besser abgesichert werden.