Da sich die Weltereignisse – und für einige auch die Art und Weise, wie und wo wir arbeiten – ständig weiterentwickeln, ist es an der Zeit, sich über hilfreiche Möglichkeiten zu informieren, wie wir unsere eigene Widerstandsfähigkeit und die unserer Mitarbeitenden sicherstellen können.
Spätestens seit der Pandemie ist klar, dass Unternehmen einiges tun können und müssen, um die psychische und physische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu verbessern und zu erhalten.
In den letzten Jahren gab es so viele externe und interne Stressfaktoren und konkurrierende Verantwortlichkeiten, dass nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 90 Prozent der Länder die Planung der mentalen Gesundheit in ihre Pandemiebekämpfung einbezogen haben. Das ist eine gute Nachricht, denn die WHO stellte auch fest, dass im ersten Jahr der Pandemie die weltweite Prävalenz von Angstzuständen und Depressionen um 25 Prozent zunahm.
Auch die Unternehmen nehmen dies zur Kenntnis. Eine WTW-Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass 86 Prozent der befragten Arbeitgeber einen Schwerpunkt auf die psychische Gesundheit ihrer Belegschaft legen, und 48 Prozent der Befragten planen oder erwägen die Einführung einer unternehmensweiten Strategie und eines Aktionsplans für Verhaltensgesundheit. Das ist ein Anstieg gegenüber den 35 Prozent, die derzeit über einen solchen Plan verfügen.
Die Initiativen sind zu begrüßen, denn neue Untersuchungen zeigen, dass sich die Arbeitskräfte Sorgen um ihre mentale Gesundheit am Arbeitsplatz machen. Laut der kürzlich veröffentlichten 11. jährlichen Global 2022 Gen Z and Millennial Survey von Deloitte fühlen sich 46 Prozent der Gen Z und 45 Prozent der Millennials aufgrund der Anforderungen ihres Arbeitsumfelds ausgebrannt, und „schädlich für die psychische Gesundheit“ ist einer der Hauptgründe, warum diese Arbeitnehmende ihren Job wechseln. Mehr als die Hälfte der Befragten ist jedoch der Meinung, dass ihre Arbeitgeber sich zunehmend auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und die psychische Gesundheit konzentrieren.
Die ADP-Studie People at Work 2022, die Arbeitskräfte in 17 Ländern befragt hat, hat ergeben, dass die mentale Gesundheit ein Hauptanliegen der Befragten ist: 53 Prozent glauben, dass ihre Arbeit unter einer schlechten psychischen Gesundheit leidet. In Deutschland geben 39 % der Arbeitskräfte an, dass sich psychische Probleme auf ihre Arbeit auswirken. Menschen, die im Homeoffice arbeiten, haben eher das Gefühl, dass sich eine schlechte geistige Gesundheit negativ auf ihre Arbeit auswirkt (55 %) als bei ihrer Kollegschaft am Arbeitsplatz (36 %). Die gute Nachricht ist, dass 70 Prozent der Befragten sich von ihren Vorgesetzten in dieser Hinsicht unterstützt fühlen, und 75 Prozent fühlen sich von ihrer Kollegschaft entlastet.
Psychische Sicherheit schaffen
Da in der Welt so viel passiert und immer mehr Untersuchungen die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Arbeitnehmenden belegen, haben immer mehr Firmen erkannt, dass die Förderung der mentalen Gesundheit der Schlüssel zu einer ganzheitlichen Arbeitgebererfahrung ist, ebenso wie die Schaffung von sicheren Räumen, in denen die Belegschaft um Hilfe bittet und diese auch erhalten kann, ohne dafür bestraft zu werden.
Remote- und Hybridarbeit war für viele Arbeitskräfte wichtig und mit der großen Umstrukturierung fühlen sich nun immer mehr Arbeitnehmende ermächtigt, die Beibehaltung der Flexibilität zu fordern, die sie während der Pandemie gewonnen haben. Die bereits erwähnte Deloitte-Studie zu den Gen Z und Millennials hat ergeben, dass 49 Prozent der Gen Z und 45 Prozent der Millennials zumindest teilweise aus der Ferne arbeiten, und drei Viertel ziehen es vor, in Zukunft in einer hybriden Form oder vollständig aus der Ferne zu arbeiten.
Die ADP-Studie ergab, dass 64 Prozent der weltweit tätigen Arbeitnehmenden sich bereits nach einem anderen Arbeitsplatz umgesehen haben oder dies in Erwägung ziehen würden, wenn sie in Vollzeit ins Büro zurückkehren müssten. Obwohl die Arbeitskräfte angeben, dass die Bezahlung der wichtigste Faktor bei der Wahl eines Arbeitsplatzes ist, ergab die Untersuchung auch, dass 38 % der Deutschen bereit wären, eine Lohnkürzung zu akzeptieren, wenn sich dadurch ihre Work-Life-Balance verbessern ließe, und 31 % würden eine Gehaltskürzung akzeptieren, um Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeiten zu erhalten – selbst wenn sich dadurch die Gesamtarbeitszeit nicht ändern würde. Wie schon vor der Pandemie ist dies nicht nur eine Frage der persönlichen Vorliebe, sondern auch eine Frage der psychologischen Sicherheit, die sich auf die Moral, die Produktivität und die Lebensqualität auswirkt.
Wie können Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden also helfen, eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen? Indem sie die Flexibilität der Pandemie-Ära beibehalten und einen offenen Dialog über den besten Weg in die Zukunft führen, werden die Arbeitskräfte zum Teil des Gesprächs. Unser „People and Spaces“-Team hat die Belegschaft über die Pläne zur Rückkehr an den Arbeitsplatz informiert und Umfragen über ihr Wohlbefinden in dieser Hinsicht durchgeführt. Ob virtuell oder vor Ort, die Arbeitskräfte müssen die Möglichkeit haben, ihr authentisches Wesen bei der Arbeit einzubringen.
Stand: 08.12.2025
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Resilienz in der Kultur verankern
In der Geschäftswelt wird viel über Resilienz gesprochen, aber wenn die Belegschaft nicht auch resilient ist, sind die Fähigkeiten eines Unternehmens, zu wachsen und zu gedeihen ziemlich überschaubar. Was verstehen wir also unter Resilienz? Es ist die Fähigkeit, Stresssituationen zu bewältigen und zu überwinden und zu einem ruhigen emotionalen Zustand zurückzukehren. Resilienz ist eine Ergänzung zum obigen Abschnitt über psychologische Sicherheit.
Das größte Anzeichen für fehlende Resilienz ist Burnout. Eine Deloitte-Umfrage aus dem Jahr 2022, Women @ Work: A Global Outlook, ergab, dass 53 Prozent der Frauen sagen, ihr Stressniveau sei höher als vor einem Jahr, und 46 Prozent fühlen sich erschöpft, während 33 Prozent wegen psychischer Probleme eine Auszeit genommen haben.
Was können Arbeitgeber tun, um zu helfen? Laut der Spring Health-Studie mit dem treffenden Titel Burnout Nation ist die Verbesserung der Sozialleistungen ein wichtiger erster Schritt. Vierundzwanzig Prozent der Arbeitnehmenden wünschen sich bessere Richtlinien für die mentale Gesundheit, 23 Prozent den Zugang zu kostenlosen Therapien und 20 Prozent bessere psychische Leistungen. Und 21 Prozent gaben an, dass sogar eine App für psychische Gesundheit und Wellness von Vorteil wäre.
Wendy Rentschler.
(Bild: BMC Software)
Siebenunddreißig Prozent der von JobSage in diesem Frühjahr befragten Arbeitskräfte würden es begrüßen, wenn ihre Arbeitgeber Diskussionen über mentale Gesundheit am Arbeitsplatz anbieten würden und 35 Prozent wünschen sich Trainings zu Themen wie Stressmanagement. Die gute Nachricht ist, dass es eine Vielzahl von Ressourcen gibt, die Arbeitnehmenden dabei helfen, von der Tastatur wegzukommen, sich zu entspannen und zu dekomprimieren, und dass Arbeitgeber ihre Angebote für die psychische Gesundheit ausbauen können.
Über die Autorin
Wendy Rentschler ist Leiterin der Abteilung Global Corporate Social Responsibility & Inclusion bei BMC Software.