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Die gezielte Interpretation von Log-Daten Wie Server-Log-Monitoring aus Daten verwertbare Informationen macht

Von Theresa Lettenmeier 3 min Lesedauer

Server-Log-Monitoring verwandelt eine unüberschaubare Datenflut in verwertbare Informationen. Denn eigentlich liefern Logs alle notwendigen Hinweise, um Störungen schnell zu analysieren, Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen und die Performance von Anwendungen gezielt zu optimieren, wenn sie geordnet und intepretierbar werden.

Ein durchdachtes Log-Monitoring setzt auf zentrale Erfassung, intelligente Korrelation, sinnvolle Aggregation und übersichtliche Visualisierung.(Bild: ©  Blind  - stock.adobe.com / KI-generiert)
Ein durchdachtes Log-Monitoring setzt auf zentrale Erfassung, intelligente Korrelation, sinnvolle Aggregation und übersichtliche Visualisierung.
(Bild: © Blind - stock.adobe.com / KI-generiert)

Viele IT-Administratoren kennen die Situation: Um 3 Uhr morgens tritt ein kritisches Problem im Netzwerk auf. Dutzende Tabs mit Server-Log-Daten sind geöffnet, Tausende Zeitstempel-Einträge werden gescannt auf der Suche nach einer Erklärung für den Ausfall.

Server-Log-Dateien sollten das Leben eigentlich einfacher machen, nicht komplizierter. Ohne ein strukturiertes Log-Monitoring werden Logs jedoch schnell zu unübersichtlichem Datenrauschen. Ein durchdachtes Echtzeit-Monitoring von Logs ist daher entscheidend, um Ausfälle schnell zu analysieren und gezielt zu beheben.

Tatsächlich entstehen Log-Daten überall, ihre Quellen sind vielfältig: „Windows“-Server erzeugen Event-Logs, Linux-Systeme schreiben Syslog-Meldungen, Applikationen nutzen individuell festgelegte Log-Formate. Hinzu kommen Netzwerkgeräte wie Firewalls und Switches, die ebenfalls Logs ausgeben. Cloud-Plattformen wie AWS, Azure oder Google haben wiederum ganz eigene Methoden zur Protokollierung.

Die Grundlagen des Log-Monitoring

Die Vielfalt an unterschiedlichen Logs kann schnell überwältigend werden. Mit ganzheitlichem Server-Log-Monitoring behalten Administrator:innen jedoch den Überblick. Log-Monitoring bedeutet, Logs aus unterschiedlichen Systemen zu erfassen, verstreute Information in ein lesbares Format zu bringen und als einheitliches Gesamtbild darzustellen.

Entscheidend ist außerdem, Fehlalarme zu vermeiden. Benachrichtigungen sollten nur dann erfolgen, wenn auch wirklich Handlungsbedarf besteht.

Mit einem richtig implementierten Log-Monitoring müssen Admins keine Experten für das Management von Logs sein. Es hilft jedoch, die Möglichkeiten und grundlegenden Funktionen zu kennen.

Log Ingestion: Alles beginnt mit der Erfassung der Logs aus unterschiedlichen Quellen. Eine Monitoring-Anwendung sollte unter anderem ermöglichen:

  • Sammlung von Syslog von Netzwerkgeräten, Firewalls und Linux-Servern;
  • zentrale Überwachung von lokalen Ereignisprotokollen bei mehreren Windows-Servern;
  • Auswertung von individuellen, applikationsspezifischen Log-Formaten;
  • direkte Überwachung einzelner Log-Dateien auf Performance-Werte oder anwendungsspezifische Ereignisse.

Parsing und Korrelation: Rohdaten aus Logs sind oft unübersichtlich, zudem nutzt jedes System ein eigenes Format. Relevante Informationen wie IP-Adressen, Benutzernamen, Fehlercodes und Zeitstempel gehören extrahiert und vereinheitlicht. Erst dann können

  • Ereignisse systemübergreifend verglichen werden. In dieser Phase zeigen sich Muster wie
  • fehlgeschlagene Login-Versuche von einer IP-Adresse;
  • gleichzeitige Engpässe auf mehreren Applikationsservern und
  • zusammenhängende Sicherheitsereignisse und Konfigurationsänderungen.

Aggregation: Mit Aggregation bleibt die Menge an unterschiedlichen Logs beherrschbar. Niemand möchte für jeden einzelnen Log-Eintrag alarmiert werden. Stattdessen werden zusammengehörige Einträge gruppiert. Dabei sollten Admins auf folgende Punkte achten:

  • Erfassen von Mustern statt einzelner Ereignisse, zum Beispiel 500 fehlgeschlagene Logins in fünf Minuten statt eines jeden einzelnen Versuchs.
  • Komprimieren oder archivieren von älteren Logs,
  • aktuelle Logs sollten leicht zugänglich bleiben.
  • Definieren von sinnvollen Schwellenwerten, damit nur wirklich relevante Ereignisse gemeldet werden.

Visualisierung und Dashboards: Mit übersichtlichen Dashboards werden Log-Daten nutzbar. Echtzeit-Dashboards liefern einen Überblick über den aktuellen Zustand der Infrastruktur.

Bei Problemen können die Administratoren und Administratorinnen gezielt in einzelne Log-Einträge eintauchen, nach Schweregrad oder Quelle filtern und die Ursache eingrenzen. Neben vorkonfigurierten Dashboards sind für ein ganzheitliches Bild auch individuelle Ansichten nützlich, um Log-Daten mit Performance-Metriken zu kombinieren.

Log-Monitoring erleichtert den Arbeitsalltag

Echtzeit-Monitoring von Logs stärkt Cybersecurity erheblich und hilft bei der Erkennung von Sicherheitsbedrohungen. Firewall-Logs, Authentifizierungsdaten und Zugriffsinformationen zeigen, wer versucht, auf Systeme zuzugreifen und ob es gelingt.

Entscheidend ist hier allerdings die Korrelation der Ereignisse in Echtzeit: Brute-Force-Angriffe, Logins aus ungewöhnlichen Regionen oder laterale Bewegungen im Netzwerk lassen sich frühzeitig erkennen, indem Sensoren die Logs aus Firewall und Security-Anwendungen sowie von Windows Security Audits auswerten. Mit richtig eingerichteten Schwellenwerten für fehlgeschlagene Anmeldeversuche werden Administratorinnen und Administratoren informiert, bevor ein Angriff erfolgreich ist.

Auch für die Performance-Optimierung von Anwendungen ist die Auswertung von Logs unverzichtbar. Administratoren müssen wissen, ob das Problem in einer langsamen Datenbank-Anfrage, einem Memory Leak in der Anwendung oder einer Netzwerklatenz zwischen unterschiedlichen Diensten liegt.

Aufbau eines skalierbaren Workflows

Sensoren von Monitoring-Tools können die tatsächlichen Dateien von Anwendungsprotokollen überwachen, um Fehler während der Ausführung zu erkennen. Zentralisiertes Log-Monitoring unterstützt außerdem bei der Überwachung von Infrastrukturen und dem Troubleshooting.

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Doch klar ist auch: Nicht alles soll und kann permanent überwacht werden.

Die Log-Mengen moderner IT-Infrastrukturen sind enorm, eine strategische Auswahl ist unerlässlich. Dafür müssen zunächst kritische Systeme Identifiziert und sicherheitsrelevante Bereiche priorisiert werden. Außerdem sind Echtzeit-Alarme für wichtige Ereignisse zu definieren und weniger kritische Logs in Berichten zusammenzufassen.

Auch das Speichern von Logs spielt eine Rolle: detaillierte Logs für 30 Tage, Zusammenfassungen für 90 Tage, sicherheitsrelevante Daten darüber hinaus, abhängig von Compliance-Anforderungen und Budget.

Über die Autorin

Theresa Lettenmeier ist Sales Manager New Business bei der Paessler GmbH.

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