Hyperautomation hilft Unternehmen in Deutschland dabei, ihre Netzwerke effizienter, sicherer und regelkonformer zu betreiben. Durch die Verknüpfung von Automatisierung, Governance und KI werden Kosten gesenkt, Risiken minimiert und die Agilität gesteigert.
Hyperautomation hilft, Netze effizienter zu betreiben, Ausfälle zu vermeiden und NIS2-Compliance einzuhalten. So gelingt der Weg zu sicheren, agilen Infrastrukturen.
Ungeplante Netzwerkausfälle können für Unternehmen sehr kostspielig sein. Laut einer Studie belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für IT-Ausfälle auf bis zu 9.000 US-Dollar pro Minute – je nach Branche, Systemkritikalität und Ausmaß des Ausfalls. Die meisten Unternehmen erleben mehrere Ausfälle pro Jahr. Dennoch verfolgen viele von ihnen einen reaktiven Ansatz bei Ausfällen, wodurch Zeit und Ressourcen verschwendet werden.
Unternehmen sehen sich einer Vielzahl schnelllebiger, sich ständig weiterentwickelnder geschäftlicher Herausforderungen gegenüber. Daher benötigen sie moderne Lösungen und Technologien, um Probleme zu erkennen und zu beheben, bevor die Anwender Störungen bemerken. In Deutschland ist diese Herausforderung noch ausgeprägter: Unternehmen müssen nicht nur schnell und innovativ sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern sie müssen auch strenge regulatorische Rahmenbedingungen wie NIS2 einhalten.
Hier setzt Hyperautomation an. Sie hilft Unternehmen, sich in der komplexen Technologielandschaft von heute besser zurechtzufinden, ihre Systeme zu integrieren und gleichzeitig die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, indem sie Agilität bietet und strenge Compliance-Standards einhält.
Durch den deutschen Regulierungsdschungel navigieren
Das regulatorische Umfeld in Deutschland beeinflusst alle technologischen Entscheidungen von Unternehmen. Es reicht vom Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), das den Umgang mit personenbezogenen Daten regelt, bis zum IT-Sicherheitsgesetz, das eine verbesserte Sicherheit für kritische Infrastrukturen fordert. In der Regel schreiben diese Vorschriften lokale Lösungen oder sichere lokale Cloud-Umgebungen vor, um die Datenhoheit zu gewährleisten.
Hyperautomation adressiert diese regulatorischen Herausforderungen direkt. Die Technologie bietet detaillierte Audit-Trails und Echtzeitüberwachung, um den Transparenzanforderungen gerecht zu werden. Die automatisierte Compliance-Überwachung gewährleistet darüber hinaus die konsequente Einhaltung der Datenschutzvorschriften, während integrierte Sicherheitsmaßnahmen den proaktiven Schutz bieten, den die Aufsichtsbehörden verlangen.
Die GAIA-X-Initiative veranschaulicht diese Ausrichtung exemplarisch. Diese sichere, föderierte Cloud-Infrastruktur ist nahtlos in hyperautomatisierte Netzwerke integriert. So können deutsche Unternehmen fortschrittliche Automatisierung nutzen und gleichzeitig die vollständige Kontrolle über sensible Daten und kritische Prozesse behalten.
Industrie 4.0 in Deutschland: Anforderungen und Antworten
Zusätzlich zu den komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland richten sich Unternehmen auch nach der nationalen Initiative „Industrie 4.0“, deren Schwerpunkt auf der digitalen Transformation des Fertigungssektors liegt. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie über vernetzte Produktionssysteme verfügen, die Entscheidungen in Echtzeit unterstützen und sich ohne Unterbrechungen an veränderte Anforderungen anpassen können.
KI-IT-Operationen und Hyperautomation können hier Abhilfe schaffen. Mithilfe dieser Tools können Echtzeit-Datenströme analysiert und Muster erkannt werden, die Menschen möglicherweise übersehen. Scheinbar voneinander unabhängige Ereignisse können miteinander in Beziehung gesetzt und Probleme automatisch gelöst werden, während die erforderlichen Audit-Protokolle beibehalten werden.
Damit bewältigen diese Tools die kritische operative Herausforderung bei der Verwaltung hybrider Umgebungen. In diesen müssen ältere Infrastrukturen nahtlos in Cloud-Dienste integriert werden, während gleichzeitig die Datenhoheit gewahrt bleibt. KI-Plattformen können darüber hinaus Transparenz über alle Netzwerkkomponenten hinweg bieten – von traditionellen Campus-Switches bis hin zu modernen Cloud-Anwendungen.
Ihre Stärke liegt in der Verarbeitung riesiger Mengen von Netzwerkdaten – von Leistungskennzahlen und Sicherheitsprotokollen bis hin zu Nutzerverhaltensmustern – sowie in der Gewinnung umsetzbarer Erkenntnisse. Diese Fähigkeit revolutioniert den IT-Betrieb und verschafft Fachleuten mehr Zeit, sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren, für die menschliche Kreativität und Fachwissen erforderlich sind.
Stand: 08.12.2025
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Aufbau sicherer und koordinierter Netzwerke
Die wahre Stärke der Hyperautomation zeigt sich, wenn zuvor isolierte Systeme zu intelligenten Ökosystemen verbunden werden, in denen verschiedene Netzwerkkomponenten zusammenarbeiten. Eine Automatisierung ohne angemessene Aufsicht birgt jedoch erhebliche Risiken – insbesondere in Deutschland, wo Sicherheit und Governance gesetzliche Anforderungen sind.
Die Herausforderung ist beachtlich. Laut einer Bitkom-Studie mit dem Titel „Digitalisierung der Wirtschaft 2025” sehen 53 Prozent der deutschen Unternehmen das Fehlen von Governance und zentralisierten Daten als Haupthindernisse für den Aufbau einer skalierbaren Infrastrukturautomatisierung. Darüber hinaus stürzen sich viele Unternehmen in die Einführung neuer Technologien, ohne zuvor Rahmenbedingungen für Governance, Sicherheit und Skalierbarkeit zu schaffen. Dadurch werden die Risiken mit zunehmender Automatisierung noch größer.
Erfolgreiche Implementierungen beginnen mit sicheren, modularen Ansätzen. Vor der Skalierung müssen klare Governance-Rahmenbedingungen festgelegt werden. Dies erfordert funktionsübergreifende Teams sowie eine umfassende Protokollierung und Überwachung, die den betrieblichen Anforderungen und den gesetzlichen Vorschriften gerecht wird.
In diesem Zusammenhang gewinnt Netzwerksicherheit an Bedeutung. Wenn Hyperautomation mit Zero-Trust-Architekturen kombiniert wird, können Sicherheitsvorfälle automatisch identifiziert und durch Netzwerksegmentierung oder die dynamische Durchsetzung von Richtlinien eingedämmt werden. Dadurch werden EU-Vorschriften wie NIS2 direkt umgesetzt.
Hyperautomatisierte Sicherheitsplattformen können darüber hinaus Netzwerkverhaltensmuster innerhalb von Sekunden analysieren, Anomalien identifizieren und Abwehrmaßnahmen implementieren. Dieser Ansatz geht über reaktive Sicherheit hinaus und umfasst ein vorausschauendes Bedrohungsmanagement. Dabei analysieren Algorithmen für Machine Learning (ML) historische Angriffsmuster, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren, bevor diese ausgenutzt werden können.
Von der Strategie zur Umsetzung
Für eine erfolgreiche Implementierung von Hyperautomation ist von Anfang an ein Verständnis sowohl der technologischen Möglichkeiten als auch der regulatorischen Anforderungen erforderlich. Dabei müssen Sicherheit und Compliance von Grund auf integriert sein und dürfen nicht erst nachträglich hinzugefügt werden.
In Deutschland sollten Unternehmen Automatisierungsplattformen wählen, die Open-Source-Technologien unterstützen, oder ausschließlich mit europäischen Anbietern zusammenarbeiten und dabei den Datenschutz optimieren. Bei der Implementierung sollte der Schwerpunkt auf einer schrittweisen Skalierung statt auf einer umfassenden Transformation liegen. Durch den Einstieg mit konkreten Anwendungsfällen können Unternehmen Fachwissen und Vertrauen aufbauen und gleichzeitig Betriebsunterbrechungen minimieren. Der Erfolg der ersten Implementierungen schafft Impulse für eine breitere, netzwerkweite Bereitstellung.
Bei sorgfältiger Umsetzung steigert Hyperautomation die Agilität von Unternehmen und ermöglicht eine schnelle Anpassung an Marktveränderungen, ohne Abstriche bei Qualität oder Sicherheit zu machen. Dies stellt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im heutigen Geschäftsumfeld dar.
Perspektiven für die Zukunft
Hyperautomation ist ein entscheidender Schritt, um den steigenden Anforderungen an Netzwerkflexibilität, Effizienz und Sicherheit gerecht zu werden. Durch die Kombination von intelligenter Automatisierung mit proaktivem Netzwerkmanagement können Unternehmen manuelle Prozesse drastisch reduzieren und unnötige Kosten einsparen.
Unternehmen in Deutschland, die Hyperautomation systematisch angehen und dabei gesetzliche Anforderungen sowie lokale Gegebenheiten sorgfältig berücksichtigen, können sich nachhaltige Vorteile verschaffen, indem sie ihre Netzwerke widerstandsfähiger und agiler machen.
Die Chancen sind groß und die Wettbewerbsvorteile real. Wie bei jeder transformativen Technologie wird auch bei Hyperautomation eine durchdachte Implementierung belohnt, während eine überstürzte Einführung bestraft wird. Mit der richtigen Grundlage, dem richtigen Team und einer langfristigen Vision steht einem erfolgreichen Einstieg in die Hyperautomation nichts im Wege.
Patrycja Sobera.
(Bild: Unisys)
Über die Autorin
Patrycja Sobera ist Senior Vice President und General Manager Digital Workplace Solutions bei Unisys. Sie gilt als Expertin für Experience Level Agreements (XLA) und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Gestaltung moderner Endnutzererfahrungen und der Erfolgsmessung von Technologiedienstleistungen.