Microsoft System Center Configuration Manager 2007, Teil 2

Technische Planung in der Vorprojektphase eines SCCM-Einsatzes

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Server-Rollen in System Center Configuration Manager

System Center Configuration Manager besitzt verschiedene Dienste, die hier Rollen genannt werden. Die wichtigsten Serverrollen sind voreingestellt zunächst nur auf dem Standortserver installiert. Zur Entlastung des Standortservers können einige Rollen aber auch auf andere Server des Standorts ausgelagert bzw. dort dupliziert werden. Dies geschieht bequem von der Verwaltungskonsole (siehe Abbildung 1) aus. Der „neue“ Server wird zum Standortsystem (Site System), Teil von System Center Configuration Manager und ebenfalls von der Konsole aus verwaltet.

Folgende Serverrollen sind derzeit (Stand Service Pack 1) möglich:

Bildergalerie
  • Standortserver (Site server) – Stellt den eigentlichen „Hauptserver“ dar, auf dessen Ausfallsicherheit geachtet werden sollte.
  • Standortdatenbankserver (Site database server) – Server, der die SQL-Datenbank hostet. Derzeit wird nur SQL Server 2005 Standard und Enterprise unterstützt. Die SQL-Datenbank ist zwingend notwendig und muss wie der Standortserver ausfallsicher sein.
  • Configuration Manager Konsole – Verwaltungsfrontend, das in der Regel auf einem Clientcomputer ausgeführt wird. Die Konsole greift nicht direkt auf die Datenbank zu, sondern verwendet hierfür WMI (Windows Management Instrumentation) als Zwischenschicht.
  • SMS Provider Computer – Der SMS Anbieter ist der WMI Anbieter für den Configuration Manager. Für gewöhnlich ist das der Standortserver oder Standortdatenbankserver.
  • Komponentenserver – Dies ist ein Server, der eine beliebige System-Rolle ausfüllt und dafür SCCM-Dienste erhält.
  • Verteilungspunkt (Distribution point) – Der Verteilungspunkt (Abbildung 2) dient zur Softwareverteilung, für Software-Updateservices und Ankündigungs-Sequenzen (advertised task sequences). Mehrere Verteilungspunkte erhöhen die Performance bei Softwareinstallationen und sind daher sinnvoll.
  • Fallbackstatuspunkt – Diese Rolle sammelt Statusmeldungen von den Clients, um eine korrekte Installation oder Zuweisung zum Standort sicherzustellen.
  • Managementpunkt – Diese Rolle stellt den primären Zugangskontakt des Standortservers zu den Clients dar. Jeder Standort mit Intranet-Clients muss einen Standard-Managementpunkt besitzen.
  • PXE Dienstpunkt – Diese Rolle erlaubt einen PXE-Boot zur Betriebssystem-Installation.
  • Reporting point – Diese Rolle ermöglicht eine Web-basierende Berichterstattung.
  • Server Locator Punkt – Diese Rolle lokalisiert Management Punkte für SCCM-Clients
  • Softwareupdatepunkt (Software update point) – Auf diesem Servergerät sind bereits Windows Server Update Services Server (WSUS Service Pack 1 oder höher) installiert. Die Zuweisung erfolgt über die SCCM-Managementkonsole.
  • Statusmigrationspunkt (State migration point) – Diese Rolle speichert Benutzerstatusdaten, während ein Computer zu einem neuen Betriebssystem migriert wird.
  • Systemintegritätsprüfung (System Health Validator point) – Diese Rolle wird einem Computer zugewiesen, auf dem der Network Policy-Dienst läuft.
  • Asset Intelligence Synchronisation Point (ab SCCM SP1) – Stellt eine intelligente Vermögensverwaltung von Soft- und Hardware dar.
  • Out of Band Service Point – Ab Service Pack 1 unterstützt SCCM die Intel AMT.
  • Zweigstellenverteilungspunkt (Branch Office Distribution Point) – Ein Verteilungspunkt, der auch auf einem Vista oder XP-Computer installiert werden kann.

Fazit

Nach mehr als einem Jahrzehnt ist System Center Configuration Manager zu einem umfangreichen Produkt angewachsen, für das ein Unternehmen mit hunderten von Computergeräten schon ein kleines Team bereitstellen muss. Zwecks Lastverteilung können Dienste (hier Rollen genannt) auf diverse Server ausgelagert oder dupliziert werden, was letztendlich zu einer Reihe von Servern führt. Der Gegenwert ist eine zentralisierte Verwaltung und die Fähigkeit, Firmenzertifizierungen und Gesetze (Compliance, IT-Sicherheit, Asset-Management,…) effizient einzuhalten.

weitere Beiträge unserer SCCM-Reihe im Überblick:

  • Microsoft SCCM, Teil 1: Mehr als zehn Jahre System-Management – ein Überblick
  • Microsoft SCCM, Teil 3: Einführung in die interne Verwaltungsstruktur
  • Microsoft SCCM, Teil 4: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Standorteinstellungen und Sitemodus
  • Microsoft SCCM, Teil 5: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Discovery und Clientinstallation
  • Microsoft SCCM, Teil 6: Agenten für die Verwaltung von stationären und mobilen Computern
  • Microsoft SCCM, Teil 7: WSUS 3.0 für Microsoft Updates verwenden
  • Microsoft SCCM, Teil 8: Softwareverteilung mit dem SCCM – grundlegende Server-Aufgaben
  • Microsoft SCCM, Teil 9: Softwareverteilung mit dem SCCM - Verteilung von Softwarepaketen und Kontrolle

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