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Best Paper Award für Smartphone-App PairSonic Sichere Übermittlung von Kontaktdaten per Schallwellen und Ad-hoc-Wi-Fi

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Die Darmstädter Wissenschaftler Florentin Putz, Steffen Haesler und Matthias Hollick haben die resiliente Smartphone-App PairSonic entwickelt. Mit ihr könnten Kontaktdaten vor allem in Gruppen sicher, unkompliziert und schnell ausgetauscht werden – auch in Krisenfällen ohne Internet.

PairSonic ist eine Smartphone-App, die den Austausch von Kontaktdaten auf einfachem und schnellem Weg ermöglicht.(Bild:  Florentin Putz)
PairSonic ist eine Smartphone-App, die den Austausch von Kontaktdaten auf einfachem und schnellem Weg ermöglicht.
(Bild: Florentin Putz)

Für ihre Arbeit an der resilienten Smartphone-App PairSonic wurden die Wissenschaftler auf der ACM Conference on Computer-Supported Cooperative Work and Social Computing (CSCW) in San José in Costa Rica mit dem „Best Paper Award“ ausgezeichnet.

„Die Auszeichnung ist eine große Ehre“, sagt Steffen Haesler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im LOEWE-Zentrum emergenCITY und im Fachgebiet Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit (PEASEC) an der TU Darmstadt, der die Arbeit in einem Vortrag und einer Präsentation in der mittelamerikanischen Stadt vorstellte. Die CSCW sei eine der renommiertesten Konferenzen auf dem interdisziplinären Forschungsgebiet, das sich mit Technologien zur Arbeit in Gruppen beschäftigt. Nur ein Prozent der auf der Konferenz eingereichten Paper würden den Award erhalten.

„Uns hat es wirklich sehr gefreut, dass unsere Arbeit zum Thema nutzerfreundliche Sicherheit, die interdisziplinär ausgerichtet war, gewürdigt wurde. Sie verbindet Mensch-Computer-Interaktion mit IT-Sicherheit“, sagt Florentin Putz, wissenschaftlicher Mitarbeiter im LOEWE-Zentrum emergenCITY und im Fachgebiet Sichere Mobile Netze (SEEMOO) an der TU Darmstadt.

PairSonic ist in Zusammenarbeit mit den Fachgebieten SEEMOO und PEASEC sowie aus der gemeinsamen Forschung in der emergenCITY-Mission ReSON heraus entstanden.

Bisherige Verifizierung von Kontakten ist mühsam

Wer über Messenger-Dienste wie Signal oder WhatsApp vertrauliche, sensible oder sehr persönliche Informationen mit Freunden, Familie oder Kollegen teilen will, möchte, dass niemand mitliest. Deshalb werden Nachrichten Ende-zu-Ende verschlüsselt. Um sicher zu gehen, dass hinter dem Smartphone auch die Person steckt, der man vertraut, gibt es die Möglichkeit Kontaktdaten zu verifizieren. Dieser Authentifizierungsprozess, etwa über den Abgleich von Zahlen oder QR-Codes, ist oft kompliziert und umständlich. Für Gruppen ist er zudem sehr zeitaufwendig, da Personen jeweils paarweise bestätigt werden müssen.

PairSonic umgeht diese Hürden. Die Open-Source-Smartphone-App ermöglicht den Austausch mithilfe einer akustischen Übertragung sowie über ein Ad-hoc-Wi-Fi-Netzwerk, also ein dezentrales Netzwerk, das ohne Internet aufgestellt werden kann. Dazu müssen die Personen ihre Geräte nur für wenige Sekunden aneinanderhalten. Die Smartphones übertragen dann ihre Daten über die integrierte Audio-Hardware, nämlich hörbare Schallwellen. Auch größere Gruppen können sich über die App schnell und einfach untereinander verifizieren.

„Die akustische Übertragung dient dazu, die Geräte miteinander zu vernetzen und das temporäre Funknetzwerk einzurichten. Zudem bietet sie eine zusätzliche Sicherheitsebene, über die sichergestellt wird, dass die via Funk übertragenen Kontaktdaten auch wirklich authentisch sind“, erklärte Florentin Putz. Alle Daten werden dabei verschlüsselt gesendet, sodass unbeteiligte Dritte sie nicht abhören können. Für Orte, in denen der Prozess geräuschlos sein sollte, wie in einer Bibliothek, funktioniert die Übertragung über nicht hörbare Ultraschallfrequenzen.

Die Publikation „Sounds Good? Fast and Secure Contact Exchange in Groups“ ist in der ACM Digital Library verfügbar.

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