Eine verlässliche und gleichzeitig einfach zu realisierende Besucher- bzw. Personenzählung ist nicht erst seit Corona eine für viele Bereiche wichtige Aufgabe. Bei der IAA Mobility 2021 in München hat das Unternehmen EvoCount hierfür in Zusammenarbeit mit Cambium Networks eine neue Umsetzung erfolgreich ausprobiert.
Die IAA fand 2021 in München neben dem Messegelände auch an sieben öffentlichen Plätzen im Stadtgebiet statt – eine Herausforderung für die automatische Besucherzählung.
(Bild: Cambium Networks)
In der heutigen Situation müssen wir mit einigen Einschränkungen leben. In Geschäfte und Supermärkte darf nur eine begrenzte Personenzahl eintreten, und auch auf Events werden immer wieder die Besucher gezählt. Letzteres ist aber keine Neuheit. So war es für Veranstalter schon immer wichtig zu wissen, von wie viel Personen ihr Event besucht wird – sei es zur Einhaltung bestimmter Sicherheitsvorkehrungen oder auch für Marketingzwecke.
Bei Fachmessen können Unternehmen zum Beispiel anhand der allgemeinen Besucherzahl die Kundenanfragen an ihrem Stand in Relation setzen und so individuelle marketingtechnische Schlüsse ziehen. Aus den genannten Gründen wurden auch bei der IAA Mobility 2021 in München wieder die Besucher gezählt – dieses Mal wurden die Sensoren allerdings durch ein spezielles Richtfunknetzwerk mit den Kontrolleinheiten verbunden.
Das allgemeine Fazit der Veranstalter zur IAA Mobility 2021 in München fiel positiv aus: Nach langer, pandemiebedingter Pause konnte vom 7. bis zum 12. September endlich wieder eine größere Fachmesse stattfinden – und das mit einem neuen Konzept: Zum einen gab es neben den neuesten Autos erstmals auch zahlreiche Fahrräder zu besichtigen. Zum anderen fand die Messe nicht nur in den Hallen, sondern auch an Plätzen in der Innenstadt statt. Insgesamt beteiligten sich 744 Aussteller und 936 Redner an der Messe. Die Besucherzahl belief sich auf rund 400.000 Personen. Diese Zahl ziehen die Veranstalter aus den Ergebnissen der Personenzählung, die dieses Mal mit einem speziellen System erfolgte.
Die EvoCount GmbH, ein Software-Entwickler aus Kaiserslautern, installierte 60-GHz-Richtfunkgeräte im OpenSpace-Bereich der Messe, um die Zählwerte vom Zählsensor und die Videobilder der Videokamera zum Controller zu übertragen. „Aufgrund der Innenstadtlage der einzelnen Veranstaltungsorte mussten wir mit vielen Störfrequenzen rechnen, weshalb wir auf die fortschrittliche 60-GHz-Technologie gesetzt haben“, sagt Lukas Baldischwieler, Senior Sales Manager bei der EvoCount GmbH. „Hinzu kam, dass es nicht so leicht ist, an jedem Zähl- und Überwachungspunkt in der Innenstadt kabelgebundenes Internet bereitzustellen. Daher war die Lösung mittels Richtfunk die sicherste und stabilste Möglichkeit, Sensordaten und Videobilder von den Geräten zum Controller zu übermitteln.“
Erfahrener Anbieter liefert erforderliche Technologie
Im Rahmen des Event-Managements hatte die EvoCount GmbH zuvor bereits mit einigen Distributoren von Cambium Networks, einem Anbieter drahtloser Technologien, zusammengearbeitet. Daher war die Entscheidung bezüglich der IAA ebenfalls für die Lösungen dieses Anbieters gefallen. „Für uns war schnell klar, dass auch bei der IAA wieder die Lösungen von Cambium Networks zum Einsatz kommen sollten. Zwar gab es mit dem Unternehmen Ubiquiti einen weiteren Wettbewerber, doch Cambium konnte mit einem stabileren Netzwerk, besserer Langlebigkeit und einem längeren Garantieversprechen überzeugen“, sagt Lukas Baldischwieler.
Sieben Plätze im OpenSpace-Bereich der IAA München wurden durch die Lösungen cnWave V5000 und cnWave V1000 vernetzt. Die 60-GHz-Technologie ermöglicht hohe Datentransferraten. „Unsere Hoffnung war, dass diese fortschrittliche Technologie die schwierige Situation in der Innenstadt meistern kann“, sagt Lukas Baldischwieler.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde auf jedem der sieben Plätze ein Controller mit einer Festleitung montiert. An den Controller wurde ein V5000, an den einzelnen Zählsensoren und Videokameras ein V1000 zur Zählwert- sowie Videoübertragung angeschlossen. Vereinzelt wurden Point-2-Point-Verbindungen zwischen zwei V1000 installiert, da aufgrund der Ortsgegebenheiten an manchen Punkten keine direkte Verbindung zum V5000 hergestellt werden konnte.
Sendemast zur Besucherzählung im öffentlichen Raum der IAA 2021 mit Kamera- und Richtfunktechnik.
(Bild: Cambium Networks)
Schnelle Installation und stabile Lösung trotz Regen
Zu Beginn sind bei Daten-Updates noch ein paar Probleme aufgetreten, es konnte jedoch schnell eine Lösung gefunden werden. „Während der IAA hat es an zwei Tagen geregnet. Auch wenn das 60-GHz-Spektrum durch das Wetter beeinflusst werden kann, konnten wir das Netzwerk für eine hohe Verfügbarkeit planen und hatten während der gesamten Messe sehr stabile Verbindungen. Wir waren über die gesamte Laufzeit sehr zufrieden mit der Verbindungsstabilität und werden die Lösung definitiv für weitere Installationen sowie Events einsetzen“, sagt Lukas Baldischwieler. „Durch die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten konnten wir unsere Planung perfekt realisieren. Wir können das System nur weiterempfehlen und tendieren dazu, auch in Zukunft vereinzelnd aufwändige Kabelverbindungen durch Richtfunk zu ersetzen.“
Stand: 08.12.2025
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Über die Autorin
Katharina Jendrny arbeitet als freie Journalistin.