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F5-Studie zur digitalen Transformation Digitale Reife? In Unternehmen Fehlanzeige!

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Trotz erheblicher Investitionen in die digitale Transformation fehlt es in vielen Firmen an der nötigen digitalen Reife. Einer F5-Studie zufolge erreichen nur vier Prozent der Unternehmen den höchsten digitalen Reifegrad. Die überwiegende Mehrheit schneidet mittelmäßig ab.

F5 beobachtet die Fortschritte der Unternehmen auf ihrem Weg zur digitalen Transformation.(Bild:  F5)
F5 beobachtet die Fortschritte der Unternehmen auf ihrem Weg zur digitalen Transformation.
(Bild: F5)

Für den ersten Digital Enterprise Maturity Index wurden 300 Antworten aus dem State of Application Strategy Report 2023 von F5 anhand von sechs technischen Fähigkeiten bewertet: Infrastruktur, App-Bereitstellung, Daten, SRE-Betrieb (Site Reliability Engineering), Beobachtbarkeit/ Automatisierung und Sicherheit.

Laut der Studie sind lediglich vier Prozent digitale „Macher“ (Doers). Dazu zählen Unternehmen, die Technologien so weit eingeführt und integriert haben, dass diese zum Kern der Geschäftsabwicklung gehören. Sie nutzen Daten und Analysen zur Entscheidungsfindung, bieten digitale Dienste und setzen moderne Technologien ein, um neue Märkte zu erschließen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. In einigen Branchen wie Finanz- und Gesundheitswesen, Bildung oder Energie/Versorgung gehört jedoch keine der untersuchten Organisationen zu dieser Kategorie.

Die meisten befinden sich im Mittelfeld

Die überwiegende Mehrheit (65 %) befindet sich im Mittelfeld: Digitale „Dilettanten“ (Dabblers) sind zwar in einigen Bereichen gut aufgestellt, aber nicht durchgehend in allen sechs bewerteten Fähigkeiten. Die verbleibenden 31 Prozent gehören zu den „Bummlern“ (Dawdlers). Sie hinken sogar in allen zwölf bewerteten Maßnahmen für die sechs Fähigkeiten hinterher. Einzelne Maßnahmen sind z.B. verteilte Infrastruktur, App-Bereitstellung und -Sicherheit, Beobachtungsstrategie, Einsatz von Automatisierung in Schlüsselbereichen oder Nutzung von Telemetrie zur Gewinnung von Erkenntnissen aus Daten.

„Es mag überraschen, dass so wenige Unternehmen digital reif sind, aber dies unterstreicht die Komplexität dieser Transformation sowie die schiere Breite und Tiefe der erforderlichen technischen Fähigkeiten“, sagt Lori MacVittie, F5 Distinguished Engineer. „Selbst nach einer langen digitalen Transformation bleibt für die meisten Unternehmen noch viel zu tun.“

Automatisierung und Public Cloud machen den Unterschied

Der Einsatz wichtiger Technologien zeigt klar den Unterschied der Gruppen. Während 100 Prozent der Macher ihr Unternehmen als automatisiert bezeichnen, sagen dies nur 30 Prozent der Dilettanten und sechs Prozent der Bummler. Von Letzteren hat mehr als die Hälfte bei der Automatisierung noch keine Fortschritte erzielt.

Die Public Cloud ist ein weiterer Indikator für den digitalen Reifegrad. Während sie mindestens ein Fünftel der Unternehmen aller Kategorien für Geschäftskontinuität und Entwicklung nutzt, setzen sie 39 Prozent der Bummler gar nicht ein. Nur sieben Prozent der Dilettanten und kein einziger Macher ignoriert die Public Cloud.

Auch der Sicherheitsansatz ist aufschlussreich: Während die überwiegende Mehrheit der Macher einen Plattformansatz zur Sicherung ihres Unternehmens (91 %), ihrer Infrastruktur (82 %) und ihrer Anwendungen/APIs (73 %) verwendet, ist der Anteil bei den anderen Gruppen niedriger. 13 Prozent der Bummler verwenden überhaupt keinen Plattformansatz.

Eine starke Übereinstimmung zwischen Machern und Dilettanten gibt es dagegen bei der Nutzung von KI und Machine Learning (ML): Jeweils 35 Prozent setzen diese Technologien für Security und jeweils 29 Prozent in Geschäftsbereichen ein oder planen dies. Dagegen ignoriert fast ein Viertel der Bummler (24 %) diese Technologien, obwohl jeweils 27 Prozent von ihnen sie in den Bereichen Betrieb und Sicherheit verwenden.

Auch reife Unternehmen können Probleme haben

Die Studie von F5 ergab jedoch, dass selbst die fortschrittlichsten Unternehmen in einigen Bereichen weiterhin Probleme aufweisen. Die Macher gaben am häufigsten an, dass es ihnen an Transparenz für die Gewinnung von Erkenntnissen mangelt (75 % im Vergleich zu 54 % der Dilettanten und 50 % der Bummler). Dies liegt auch an isolierten Daten (66 % gegenüber 55 % und 43 %). Für die größte Gruppe – die Dilettanten – war auch die mangelnde Beobachtbarkeit ein Hauptproblem. Dieser Punkt wurde von 53 Prozent im Vergleich zu nur einem Viertel der Macher genannt.

„Die digitale Transformation ist ein Marathon und kein Sprint“, so MacVittie weiter. „Unsere Studie sagt mehr über das Ausmaß der Herausforderung aus als darüber, ob Unternehmen erfolgreich sind. Selbst Bummler zeigen in einem oder zwei Bereichen Anzeichen von Reife: Was ihnen fehlt, ist die Konsistenz bei der Nutzung und Integration digitaler Ansätze in allen Geschäftsbereichen, Infrastrukturen und Anwendungen. Zudem kommen einige Branchen aufgrund von Regulierung und Governance langsamer voran, insbesondere Finanz- und Gesundheitswesen. Aber dies ist kein Wettlauf und jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg zur Transformation in seinem eigenen Tempo finden. Die digitale Reife korreliert jedoch stark mit höherer Produktivität, Kundenzufriedenheit, Umsatzgenerierung und Widerstandsfähigkeit.“

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