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Cloudfrlare Internet Disruptions Report Die Zahl der staatlichen Internet­ab­schaltungen steigt

Von Marvin Djondo-Pacham 3 min Lesedauer

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Im letzten Quartal kam es weltweit zu zahlreichen staatlich angeordneten Internetsperren, Stromausfällen und Cyberangriffen mit massiven Auswirkungen auf die Netzstabilität. Das zeigt der „Internet Disruptions Report“ von Cloudflare für das zweite Quartal 2025.

Der „Internet Disruptions Report“ von Cloudflare zeigt: Im zweiten Quartal 2025 kam es zu Internetabschaltungen in Libyen, Iran, Irak, Syrien und Panama.(Bild:  KI-generiert)
Der „Internet Disruptions Report“ von Cloudflare zeigt: Im zweiten Quartal 2025 kam es zu Internetabschaltungen in Libyen, Iran, Irak, Syrien und Panama.
(Bild: KI-generiert)

Cloudflare überwacht knapp ein Viertel des weltweiten Internets und ist in über 125 Ländern tätig. Dadurch hat das Unternehmen eine gute Perspektive darauf, wie das Internet auf globaler Ebene funktioniert.

Rückkehr von staatlich veranlassten Abschaltungen

In Cloudflares Zusammenfassung des ersten Quartals 2025 stellte das Unternehmen fest, dass sich in diesem Quartal keine von Regierungen veranlassten Internetabschaltungen beobachten ließen. Leider war dieser Fortschritt nur von kurzer Dauer – in Q2 kam es vermehrt zu Abschaltungen:

  • Libyen: Im Mai wurden Internetverbindungen in Libyen aufgrund öffentlicher Proteste gegen die Regierung unterbrochen. Mehrere Anbieter meldeten einen massiven Rückgang des Traffics – teilweise über 50 Prozent; ein Anbieter verzeichnete sogar einen vollständigen Ausfall.
  • Iran: Der Iran führte im Juni mehrfach gezielte Internetsperren durch. Teils als Reaktion auf israelische Angriffe auf Nuklearanlagen, teils zum Schutz vor angeblichen Cyberangriffen. Besonders drastisch war eine Sperre vom 18. bis 25. Juni, bei der der Internetzugang fast vollständig auf das nationale Intranet (NIN) beschränkt wurde.
  • Irak: Wie in den Vorjahren setzte auch die irakische Regierung wieder gezielte Sperren ein, um Betrug bei Schulprüfungen zu verhindern. Vom 20. Mai bis 4. Juni und vom 14. Juni bis 3. Juli kam es zu täglichen Ausfällen in verschiedenen Regionen, einschließlich der autonomen Region Kurdistan. Die Sperren fanden meist in den frühen Morgenstunden statt und betrafen viele große Provider.
  • Syrien: Auch Syrien setzte auf gezielte Abschaltungen zur Prüfungszeit, allerdings 2025 nur im Mobilfunknetz. In einer offiziellen Erklärung betonte die Regierung, man wolle so die Integrität öffentlicher Prüfungen schützen. Die Einschränkungen erfolgten lokal begrenzt, etwa am 21., 24. und 29. Juni jeweils für weniger als eine Stunde.
  • Panama: In der Provinz Bocas del Toro schaltete die Regierung am 21. Juni 2025 das Internet ab – auf Basis eines Kabinettsdekrets und als Reaktion auf Proteste gegen Sozialreformen und Rentengesetze. Die Sperre betraf Haushalte und Mobilfunknetze und dauerte bis zum 30. Juni. Ein Anbieter (Cable Onda) verzeichnete einen fast vollständigen Ausfall über mehr als acht Tage.

Massiver Stromausfall in Portugal und Spanien

Am 28. April kam es in Portugal und Teilen Spaniens zu einem großflächigen Stromausfall, der auch die Internet- und Mobilfunkverbindungen massiv beeinträchtigte. Auslöser war ein Brand in einem Umspannwerk des spanischen Stromversorgers „Red Eléctrica“ im Südwesten des Landes. Dieser Vorfall brachte das europäische Stromnetz in der Region aus dem Gleichgewicht und löste automatisierte Sicherheitsabschaltungen aus, um schwerwiegendere Schäden an der Infrastruktur zu verhindern.

In Portugal verzeichneten große Telekommunikationsanbieter innerhalb kürzester Zeit einen dramatischen Rückgang des Internetdatenverkehrs – teilweise um mehr als 60 Prozent. Die Netzausfälle dauerten rund zwei Stunden, in einzelnen Regionen auch etwas länger. Auch in Galizien, im Nordwesten Spaniens, kam es zu kurzzeitigen Störungen im Mobilfunknetz.

Obwohl es sich um eine technische Störung handelte und nicht um eine staatlich veranlasste Netzsperre, hatte der Vorfall vergleichbare Auswirkungen wie eine gezielte Abschaltung: Der Zugang zum Internet war in mehreren Regionen vollständig unterbrochen, was unter anderem die Kommunikation, Notfalldienste und Geschäftsprozesse beeinträchtigte.

Großer DDoS-Angriff legt russisches Netz lahm

Der russische Internet-Provider ASVT (AS8752) war Berichten zufolge Ziel eines groß angelegten DDoS-Angriffs (Distributed Denial of Service), der zu einem mehrtägigen kompletten Internet-Ausfall führte. Dies folgt auf einen ähnlichen Angriff auf den russischen Provider Nodex (AS29329) im März, der ebenfalls einen kompletten Ausfall des Dienstes verursachte.

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