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Workshop: Monitoring mit Checkmk – Teil 8 Checkmk aktualisieren – vorsichtig!

Von Mirco Lang 6 min Lesedauer

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Checkmk gilt als leistungsstarkes Werkzeug für das IT-Monitoring – doch bei Updates zeigt sich, wie komplex professionelle Systeme wirklich sein können. Ein einfaches Upgrade? Mitnichten. Zwischen "apt install" und tagelanger Fleißarbeit liegt oft nur ein Versionssprung. Wer bei der Aktualisierung den Überblick behalten will, muss OMD, Instanzen und Werks im Griff haben. Dieser Beitrag zeigt, worauf es wirklich ankommt – Schritt für Schritt und ohne Panik.

Updates in Checkmk sind kein Selbstläufer. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Instanzen mit OMD aktualisieren lassen – und welche Fallstricke es bei Major-Versionen und inkompatiblen Werks zu beachten gilt.(Bild:  Lang | Checkmk)
Updates in Checkmk sind kein Selbstläufer. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Instanzen mit OMD aktualisieren lassen – und welche Fallstricke es bei Major-Versionen und inkompatiblen Werks zu beachten gilt.
(Bild: Lang | Checkmk)

Checkmk kann Updates bisweilen sehr einfach machen – und genauso gut zu einem Unterfangen, das mehrere Tage in Anspruch nimmt. Welche Variante es wird, liegt vor allem an zwei Dingen: Der Komplexität des Setups und viel mehr noch an Ihrer Arbeitsdisziplin!

Bei den meisten Programmen beschränkt sich ein Update auf ein, zwei Klicks oder das übliche „apt upgrade“. Im Checkmk-Handbuch erwarten Sie hingegen sportliche 100.000 Zeichen rund um das Thema Aktualisierungen. Das könnte gerade auf Einsteiger ein wenig abschreckend wirken

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Aber keine Sorge, der Aufwand wächst vor allem mit der Größe und Komplexität Ihres Monitorings – und wenn Sie ein Dutzend verteilter Instanzen mit Tausenden Hosts an unterschiedlichen Standorten betreiben, sollten – hoffentlich – auch entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen.

Im Handbuch wird zudem ausgiebig auf konkrete Problemchen einzelner Teile bei Updates auf neue Major-Versionen eingegangen, auf Updates des Betriebssystems, Fragen des Supports und so weiter.

Mit ein paar Tipps und etwas Hintergrundwissen sind Aktualisierungen aber meist schnell und problemlos erledigt.

OMD oder Checkmk?

Essenziell für das Verständnis von Updates ist das Verständnis für die Rolle, die OMD spielt.

OMD verwaltet installierte Checkmk-Versionen, erstellt Instanzen auf Basis dieser Versionen und ist auch für die Aktualisierungen zuständig. Dank OMD können Sie auf einem Rechner mehrere unterschiedliche Versionen von Checkmk gleichzeitig installieren und für unterschiedliche Instanzen nutzen (etwa zu Testzwecken).

Jede Checkmk-Version, die Sie herunterladen und wie üblich via apt installieren, bringt eine eigene OMD-Version mit identischer Versionsnummer mit sich – eine Übersicht aller installierten OMD-/Checkmk-Versionen liefert der Befehl

~$ omd versions

Welche OMD-Version tatsächlich genutzt wird, also die Standardversion, zeigt

~$ omd version

Welche Checkmk-Instanzen (oder -Sites) welche Checkmk-Versionen nutzen, zeigt der Befehl

~$ omd sites

OMD- und Checkmk-Versionen stimmen dabei überein. Und jetzt kommt die Krux:

~$ sudo omd update meine-instanz

ist der Befehl zum Updaten der angegebenen Instanz auf die Standardversion – also die Version des hier aufgerufenen, systemweiten omd-Befehls. Sagen wir beispielsweise mal „OMD 3.0“. Nun lassen sich Sites allerdings auch „betreten“:

~$ sudo omd su meine-instanz

Wenn Sie nun in dieser Instanz als Instanz-Benutzer (achten Sie auf den Prompt) ein

OMD[meine-instanz]:~$ omd version

aufrufen, wird nicht die zuletzt auf dem System installierte Standardversion (im Beispiel 3.0) ausgegeben, sondern die Version, die zu dieser Instanz „meine-instanz“ gehört – beispielsweise „OMD 1.0“ (siehe Abbildung 1).

Interessant wird es nun mit dem Befehl

OMD[meine-instanz]:~$ omd update

Hier wird nun im Beispiel OMD 1.0 aufgefordert eine Checkmk-Instanz 1.0 zu aktualisieren – da greift dann kein Automatismus. Statt also direkt auf die aktuellste auf dem System verfügbare Checkmk-Version zu aktualisieren, bekommen Sie zunächst eine Auswahl aller verfügbaren Versionen auf dem System (Abbildung 2).

Anders ausgedrückt: Mit jeder Checkmk-Installation bekommen Sie systemweit eine aktuelle OMD-Version, aber als Instanz-Benutzer innerhalb der Instanzen nutzen Sie immer die Original-OMD-Version dieser Instanz.

Instanzen lassen sich also von außerhalb als root-System-Benutzer auf die aktuellste verfügbare Version aktualisieren – oder von innerhalb als Instanz-Benutzer auf eine beliebige Version.

Update als System-Benutzer auf aktuellste Version:

~$ sudo omd update

Update als Instanz-Benutzer auf beliebige Version:

OMD[meine-instanz]:~$ omd update

Letztlich aktualisieren Sie also nicht einfach Checkmk, sondern sondern die Checkmk-Version bestimmter Instanzen.

Nun geht es an die Praxis – und vorher Backups nicht vergessen:

~$ sudo omd backup meine-instanz ~/backups/mein-backup.tar

Der Update-Prozess

Der erste Schritt für ein Update muss immer die Wahl der richtigen Zielversion sein. Checkmk-Versionen bestehen meist aus zwei Teilen, etwa: Checkmk 2.3.0p10. Gemeint ist damit die Major-Version 2.3.0 mit Patch-Version 10.

Auch wenn Sie auf eine aktuelle 2.4.0-Version aktualisieren möchten, sollten Sie zunächst immer die aktuellste Patch-Version der vorhandenen Major-Version herunterladen und installieren – stand heute also die 2.3.0p30. Anschließend können Sie die gewünschte Instanz auf diese Version aktualisieren. Das führt immer wieder zu diesem Workflow:

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wget https://download.checkmk.com/checkmk/2.3.0p30/check-mk-raw-2.3.0p30_0.jammy_amd64.debsudo apt install ./check-mk-raw-2.3.0p30_0.jammy_amd64.debsudo omd stop meine-instanzsudo omd update meine-instanzsudo omd start meine-instanz

Sobald dieses Update durchgelaufen ist, können Sie den Vorgang mit einer neuen Major-Version wiederholen: Die Version vor Patch-Level darf dabei maximal um eine Zahl höher sein – eine 2.2.0er kann nicht direkt auf eine 2.4.0er aktualisiert werden, so wie Sie es auch von den meisten Betriebssystemen her kennen.

Aber auch der Patch-Level ist relevant: Hier sollten Sie immer die höchste Zahl hinter dem p wählen, also die neueste verfügbare Version. Der Grund ist simpel, wie ein konkretes Beispiel zeigt: Die Version 2.2.0p41 stammt vom 26.03.2025, die Version 2.3.0p1 vom 07.05.2024 – es handelt sich also um eine neuere Major-Version, aber absolut gesehen ist die 2.2.0p41 neuer als die 2.3.0p1.

Das muss nicht unbedingt zu Problemen führen, kann aber! Freilich wird die 2.3er hier besser aussehen und neuere Features haben. Aber denken Sie zum Beispiel an Bug- und Security-Fixes – da hinkt eine neuere Major-Version auf altem Patch-Level hinterher.

Der Grund für diese Überlappungen ist simpel: Checkmk pflegt Versionen nach Release einer neuen Major-Version noch für bis zu 18 Monate.

Fleißarbeit: Inkompatibilitäten

In eher einfachen Monitoring-Umgebungen wird der obige Vorgang keine halbe Stunde dauern und schon läuft eine neue Version.

Es kann jedoch sein, dass Sie sich an zwei Stellen mit Inkompatibilitäten auseinandersetzen müssen. Zum einen im Terminal während des eigentlichen Updates: OMD meldet sich hier gegebenenfalls, wenn von Ihnen händisch angepasste Konfigurationsdateien überschrieben werden und fragt nach Ihren Präferenzen. Wenn Sie viel auf Dateiebene anpassen, sollten Sie dies am besten dokumentieren und während des Updates parat haben.

Mehr Arbeit wartet in der Checkmk-Oberfläche selbst: Links unten am Hilfe-Menü werden Sie eine rot unterlegte Zahl bemerken. Diese weist Sie auf inkompatible Werks (Checkmks Changelog) hin – und die sollten Sie dringend sorgfältig abarbeiten (siehe Abbildung 3).

Das mag lästig klingen, aber viele Werks werden Sie ignorieren können. Das Checkmk-Handbuch widmet den größten Baustellen beim Update auf eine neue Major-Version einen eigenen Artikel mit ausgesuchten Werks.

Allein dieser Hilfs-Artikel belegt schon rund 30 Prozent des Update-Themas im Handbuch. Weitere 30 Prozent fallen auf Wechsel von Editionen und Updates von Betriebssystemen. Und gut 35 Prozent des Handbuchs finden Sie oben zusammengefasst – bleiben noch 5 Prozent und zwei Nebenschauplätze.

Spitze des Eisbergs

Drei Dinge sollten noch erwähnt werden: Verteilte Umgebungen, Cluster und Agenten.

In verteilten Umgebungen müssen zwar nicht alle Instanzen dieselbe Version haben, aber sie müssen zueinander passen – folglich muss auch die richtige Reihenfolge beim Updaten eingehalten werden. Direkt vor einem Update sollte dringend der Artikel von Checkmk gelesen werden, ansonsten drohen irreparable Schäden!

Noch spezieller: Sollten Sie Checkmks Appliance nutzen, können Sie sich den ganzen OMD-Spaß verkneifen und die exklusive Weboberfläche verwenden – wobei die eigentliche Arbeit in den Inkompatibilitäten liegt, viel Aufwand spart das also nicht.

Wiederum für alle Checkmk-Nutzer relevant: Wann sollen denn die Agenten aktualisiert werden? Zwei, drei Instanzen zu aktualisieren ist eine Sache, aber Hunderte von Agenten? An dieser Stelle ist Checkmk erstaunlich nutzerfreundlich: Checkmk-Versionen können immer mit alten Agenten zusammenarbeiten, Instanz-Updates erfordern folglich keine Agenten-Updates.

Damit wären die gut 100.000 Zeichen im Handbuch auf gut 8 Prozent eingedampft. Im Handbuch gibt es deutlich mehr Hintergrundwissen zu etwa Entwicklungsprozessen und Support-Zeiträumen sowie etliche ganz konkrete Hilfestellungen für mögliche Probleme – aber der Basisprozess ist immer gleich:

  • Download von Checkmk auf letztem Patch-Level Ihrer aktuellen Major-Version.
  • Installation der neuen Version per „sudo apt install check-mk-foobar_1.2.3.deb“.
  • Update per „sudo omd update meine-instanz“.
  • Bei Bedarf Wiederholung mit nächster Major-Version auf letztem Patch-Level.
  • Abarbeiten inkompatibler Werks.

Und zum Abschluss sollten Sie sich ein

sudo omd cleanup

gönnen, um alle nicht genutzen Checkmk-Versionen zu deinstallieren.

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