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Unternehmen kämpfen mit der Einführung neuer Technologien Chancen und Hürden für moderne Unternehmenstechnologien

Ein Gastbeitrag von Christian Maasem 4 min Lesedauer

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Eine Detecon-Studie zur Implementierung neuer Technologien zeigt: Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, diese gewinnbringend einzuführen; und 64 Prozent der Befragten können das Potenzial neuer Technologien nur schwer einschätzen. Mehr als die Hälfte hat bspw. wegen Kompatibilitätsproblemen oder Sicherheitsbedenken sogar schon auf technologische Neuerungen verzichtet.

Christian Maasem, Partner bei Detecon International, skizziert in seinem Beitrag, ....(Bild:  Detecon International)
Christian Maasem, Partner bei Detecon International, skizziert in seinem Beitrag, ....
(Bild: Detecon International)

Doch die Studie zeigt auch Lichtblicke auf: Europa positioniert sich im Bereich Cloud mit einer vollständigen Implementierungsrate von 35 Prozent als Vorreiter. Im Bereich Künstlicher Intelligenz hat Europa eine vollständige Implementierungsrate von 33 Prozent. Damit liegt Europa im weltweiten Vergleich an der Spitze. Bei den Cloud-Diensten ist Deutschland mit einer vollständigen Implementierungsrate von 33 Prozent gleichauf mit den skandinavischen Ländern. Die Schweiz nimmt mit einer IoT-Nutzung von 90 Prozent und einer KI-Implementierungsquote von 47 Prozent eine klare Vorreiterposition ein. 69 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen bereits IoT-Lösungen vollständig oder teilweise. Österreich hingegen liegt mit einer Cloud-Nutzungsrate von 27 Prozent und einer IoT-Implementierungsrate von 57 Prozent leicht hinter seinen Nachbarn. Die Daten verdeutlichen den industriellen Digitalisierungstrend, auch wenn viele Anwendungen noch in der Pilotphase stecken.

Effizienz und Partnerschaften als wichtigste Innovationstreiber

Unternehmen wollen mit der Einführung vor allem ihre Innovationskraft stärken und Prozesse effizienter gestalten: 55 Prozent der Befragten halten dies für entscheidend. Insbesondere in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten steht Effizienz häufig im Vordergrund, während klassische Kennzahlen wie der Return on Investment (ROI) mit 49 Prozent eine geringere Rolle spielen. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Unternehmen verstärkt ihre Kosten reduzieren und neue Geschäftsmodelle erschließen.

Auf die Frage, was für Innovationen entscheidend ist, nennen 99 Prozent der befragten Unternehmen die Vorteile von Partnerschaften. Sie versprechen sich davon einen besseren Zugang zu Ressourcen und neuen Märkten. 42 Prozent setzen bereits auf solche Kooperationen, weitere 38 Prozent prüfen diese Möglichkeit.

Fehlendes Bewusstsein für Daten

Der Umgang mit Daten spielt eine entscheidende Rolle für den technologischen Fortschritt. Dennoch wird deren Mehrwert oft unterschätzt oder bleibt aufgrund unklarer Digital- und Monetarisierungsstrategien ungenutzt. Die meisten Unternehmen übersehen das strategische Potenzial ihrer Daten für Marktstärkung und zusätzliche Einnahmequellen. Dennoch berichten 98 Prozent der Unternehmen von Problemen im Datenmanagement, insbesondere im Hinblick auf Sicherheitsanforderungen, regulatorische Vorgaben und das fehlende Bewusstsein für den Wert von Daten, obwohl Datenmanagement und Netzwerksicherheit direkt miteinander verknüpft sind. Zudem nutzen bislang nur sehr wenige Unternehmen Möglichkeit wie Edge Computing oder Cloud-Edge-Technologien zur Datenverarbeitung. Ein durchdachtes Datenmanagement ist jedoch unerlässlich, um zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu etablieren.

Wenn das Netzwerk zum Nadelöhr wird

Die allgemeine Zurückhaltung in der Technologieadoption bringt unmittelbare Herausforderungen für IP-Management-Teams: 35 Prozent der befragten Unternehmen kämpfen mit inkompatiblen Schnittstellen zwischen Systemen. Diese Komplexität – entstanden durch historisch gewachsene IT-Strukturen – erschwert Investitionsentscheidungen.

Die Teams müssen Cloud-Technologien integrieren, IoT-Geräte verwalten und hybride Infrastrukturen absichern. Ein Drittel der befragten Unternehmen nennt Sicherheitsbedenken als Hauptgrund für die Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien. Obwohl IP-Management-Systeme heute Zero-Trust-Architekturen unterstützen und sich nahtlos in Security-Frameworks integrieren lassen.

Menschliche Hürden bei der Technologieeinführung

Der Faktor Mensch entscheidet maßgeblich über den Erfolg bei der Einführung neuer Technologien. Das zeigen die Studienergebnisse deutlich. Denn 90 Prozent der Entscheidungsträger haben aufgrund der Vielfalt technischer Möglichkeiten Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Besonders in Deutschland hemmen Bedenken die Innovationsbereitschaft: 51 Prozent der Führungskräfte fürchten berufliche Nachteile durch Fehlentscheidungen. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) sorgt sich, dass mangelnde technische Kenntnisse ihr Ansehen im Unternehmen gefährden könnten.

Für das IP-Management bedeuten diese Ergebnisse eine doppelte Herausforderung: Neben den technischen Aspekten müssen Teams auch psychologische Barrieren überwinden. Die Auswirkungen sind erheblich: 82 Prozent der Befragten berichten von stockenden Technologie-Projekten. Als zusätzliche Hindernisse nennt die Studie die schwierige Messbarkeit von Geschäftsergebnissen und unzureichende Schulung der Mitarbeitenden. Diese Kombination aus technischen und menschlichen Faktoren verlangsamt die digitale Transformation vieler Unternehmen.

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Den Wandel aktiv gestalten

Trotz dieser Herausforderungen haben Unternehmen die Chance, den Wandel aktiv zu gestalten. Mit klaren Strategien, gut ausgebildeten Teams und standardisierten Prozessen können sie die Transformation vorantreiben.

Die Teams müssen neben technischen Kompetenzen, auch ihre organisatorischen Skills ausbauen. Als Basis empfiehlt die Studie eine datengetriebene Unternehmenskultur. Für IP-Teams heißt das konkret: Aufbau von Expertise in Bereichen wie Automation, Security und Cloud-Integration, aber auch in Projektmanagement und agilen Methoden – immer mit dem Blick auf die bestmögliche Nutzung der vorhandenen Daten.

Die Transformation ist dabei kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Sie erfordert Veränderungsbereitschaft und eine offene Lernkultur. Nur so können Unternehmen ihre Position im globalen Wettbewerb behaupten und die Potenziale neuer Technologien voll ausschöpfen.

Über den Autor

Christian Maasem, Partner und Head of Hyperconnectivity bei Detecon International. Er verantwortlich für den Bereich Hyperconnectivity und sein Fokus liegt auf der Entwicklung innovativer und vernetzter Ökosystemlösungen für industrielle Digitalisierungsanwendungen.

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