Gartner nennt sechs Top-Trends für Infrastruktur und Betrieb (Infrastructure & Operations; I&O). Den Analysten zufolge werden sich flüssigkeitsgekühlte Infrastrukturen durchsetzen, da die nächsten GPU- und CPU-Generationen mehr Strom verbrauchen und mehr Wärme entwickeln werden.
Gartner zufolge sind dies die wichtigsten Trends des Jahres 2025 für den Bereich „Infrastruktur und Betrieb“.
(Bild: Gartner)
„Diese Trends geben I&O-Führungskräften die Möglichkeit, künftige Qualifikationsanforderungen zu identifizieren und Erkenntnisse zu gewinnen, die bei deren Umsetzung helfen“, sagt Jeffrey Hewitt, Vice President Analyst bei Gartner. „ So können Unternehmen den optimalen Nutzen aus ihren I&O-Aktivitäten im Jahr 2025 ziehen.“
Trend 1: Revirtualisierung/Devirtualisierung
Aufgrund der jüngsten Lizenzänderungen für bestimmte herstellerbasierte Lösungen waren viele I&O-Teams gezwungen, ihre Entscheidungen in Bezug auf die Virtualisierung neu zu bewerten. Einige wechselten zu einer Public Cloud, andere zu einer verteilten Cloud und wieder andere zu einer Private Cloud. Hierbei gibt es mehrere Optionen, die über einen einfachen Wechsel des Hypervisors hinausgehen.
„I&O-Führungskräfte müssen sämtliche aktuellen Virtualisierungsimplementierungen und alle damit verbundenen Abhängigkeiten inventarisieren“, so Hewitt. „Sie müssen alternative Wege wie Hypervisoren, Hyperkonvergenz, verteilte Clouds, Containerisierung, Private Clouds und Devirtualisierung evaluieren. Sie sollten die vorhandenen I&O-Fähigkeiten identifizieren und herausfinden, wie diese weiterentwickelt werden müssen, um eine optimale Wahl treffen zu können.“
Trend 2: Programme für Sicherheitsverhalten und Sicherheitskultur
Da Cyberangriffe immer raffinierter und variantenreicher werden, ist es wichtig, das Sicherheitsverhalten und die Sicherheitskultur zu stärken. Security Behavior and Culture Programs (SBCP) sind unternehmensweite Ansätze zur Minimierung von Cybersicherheitsvorfällen, die mit dem Verhalten der Mitarbeiter zusammenhängen.
SBCPs führen zu einer verbesserten Akzeptanz von Sicherheitskontrollen bei den Mitarbeitern und zu einer Verringerung von Verhaltensweisen, die als nicht sicher gelten. Sie ermöglichen es der I&O-Abteilung, Mitarbeiter bei einer effektiveren Nutzung von Ressourcen zur Cybersicherheit zu unterstützen.
Trend 3: Cyberstorage
Cyberstorage-Lösungen nutzen einen Datenhafen, der aus fragmentierten und über mehrere Speicherorte verteilten Daten besteht. Die fragmentierten Daten können bei Bedarf sofort wieder zusammengesetzt werden.
Cyberstorage kann eine eigenständige Lösung mit umfassenden Funktionen sein, ein plattformspezifisches Serviceangebot mit integrierten Lösungen oder eine Sammlung eigenständiger Produkte, welche die Storage-Anbieter um Cyberschutzfunktionen ergänzen.
„I&O-Führungskräfte sollten die Risiken von kostspieligen und störenden Storage-Bedrohungen in Kombination mit steigenden regulatorischen und versicherungstechnischen Ausgaben sehen, um einen Business Case für die Einführung von Cyberstorage entwickeln zu können“, so Hewitt.
Trend 4: Flüssigkeitsgekühlte Infrastrukturen
Flüssigkeitsgekühlte Infrastrukturen umfassen den Wärmeaustausch an der Rückseite, Immersion und Direct-to-Chip. Dadurch kann I&O neue Chip-Generationen und -Dichten sowie KI-Anforderungen unterstützen. Gleichzeitig erhält I&O die Möglichkeit, die Infrastruktur für Edge-Anwendungsfälle flexibel zu positionieren.
„Die Flüssigkeitskühlung hat sich von der allgemeinen Kühlung der Rechenzentrumsumgebung zu einer engmaschigen und gleichmäßigen Kühlung innerhalb der Infrastruktur entwickelt“, so Hewitt. „Flüssigkeitsgekühlte Infrastrukturen führen heute noch ein Nischendasein, aber sie werden sich durchsetzen, sobald die nächsten Generationen von GPUs und CPUs mehr Strom verbrauchen und mehr Wärme produzieren.“
Trend 5: Intelligente Anwendungen
Generative KI lässt das Potenzial von Anwendungen erkennen, intelligent zu arbeiten. Dadurch steigen auch die Erwartungen an solche Anwendungen. Sie sollen sich an den Kontext und die Absichten ihrer Nutzer anpassen und so digitale Reibungsverluste verringern können. Zudem sollen sie die Fähigkeit haben, bei der Verfolgung ihrer eigenen Absichten und der ihrer Nutzer zu interagieren, indem sie die entsprechenden Schnittstellen zu externen APIs und verknüpften Daten bereitstellen.
Letztlich reduzieren intelligente Anwendungen die erforderlichen Eingriffe und Reaktionen von Seiten der I&O. Außerdem werden die Prozesse und die Nutzung optimiert und der Ressourcenaufwand verringert.
Trend 6: Optimale Infrastrukturen
Von einer optimalen Infrastruktur spricht man, wenn I&O-Teams die bestmögliche Infrastruktur für einen bestimmten Anwendungsfall und eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten wählen. Dieser Ansatz nutzt einen geschäftsbasierten Fokus, sodass auch Führungskräfte außerhalb der IT nachvollziehen können, welche Gründe für die Wahl der Infrastruktur ausschlaggebend waren.
„Diese Entscheidungen sind letztlich auf die Einführung von Plattformen ausgerichtet“, so Hewitt. „Sie ermöglichen es der I&O-Abteilung, Infrastrukturentscheidungen mit den Geschäftszielen des gesamten Unternehmens in Einklang zu bringen. Außerdem erleichtern sie die Unterstützung und Genehmigung durch Geschäftsbereichsleiter und C-Level-Führungskräfte.
Stand: 08.12.2025
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