Die „normale“ Belegschaft eines Unternehmens komplett oder stufenweise ins Homeoffice zu schicken, ist eine Sache. Doch wie sieht es mit IT-Teams aus? Ist es auch ihnen möglich von zu Hause und damit oft effektiver zu arbeiten? Ja, wenn man ihnen die richtigen Tools an die Hand gibt.
IT-Teams sind die heimlichen Helden, die den operativen Betrieb trotz der Krisensituation digital am Laufen halten.
Die erste Hälfte dieses turbulenten Jahres ist nun vorbei und wir können im Rückblick einige Erkenntnisse gewinnen. Wir haben es geschafft, uns schnell neuen Umständen anzupassen, und das Homeoffice hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Sobald es um das IT-Team geht, sieht die Sache anders aus: Sie sind die heimlichen Helden, die den operativen Betrieb trotz der Krisensituation digital am Laufen halten. Aber können sie deswegen so einfach ins Homeoffice wechseln? Werden sie nicht vor Ort gebraucht? Und brauchen sie nicht die Infrastruktur, die im eingerichteten Büro vorhanden ist, um ausreichenden Support für alle Mitarbeiter zu liefern?
Auch IT-Experten dürfen und können von den Vorteilen des heimischen Büros profitieren und effizienter arbeiten – wenn sie die richtigen technischen Gegebenheiten einführen dürfen. Von Collaboration-Tools zu Sicherheitsaspekten können sie nicht nur die Arbeit ihrer Kollegen ideal unterstützen, sondern auch das IT-Team selbst remote organisieren. Mit den folgenden drei Tipps können Remote-IT-Teams den Rest der Belegschaft auch in der Zeit nach dem Lockdown effektiv unterstützen.
1. Kommunikation und Collaboration: Passende Tools sind gefragt
Kommunikation und zwischenmenschliche Interaktionen sind ein essenzielles und wertvolles Gut – nicht nur, um die Bedürfnisse geselligen Beisammenseins zu stillen, sondern auch für erfolgreiche Zusammenarbeit. Für eine effektive IT-Zusammenarbeit müssen die betroffenen Mitarbeiter sich absprechen können, wie sie ihre Prioritäten und Workloads verteilen sollten. Das heißt: Für IT-Teams mit unterschiedlichem Aufenthaltsort muss ein Raum geschaffen werden, in dem sie sich zu akuten Problematiken austauschen können. Instant-Messaging-Tools wie Slack bieten hierfür separate Channels, zu denen nur verknüpfte Accounts Zugang bzw. Lese- und Schreibberechtigung haben.
Normalerweise bitten Mitarbeiter bei IT-Problemen andere Kollegen um Hilfe, die sich mit ihnen im Büro befinden, oder sprechen sogar die IT-Experten direkt an. Sind die Kollegen aber vielleicht zurzeit im Homeoffice, gestaltet sich eine kurze Absprache eher problematisch. Doch über Gruppenchat-Tools sind IT-Mitarbeiter weiterhin für die Belegschaft erreichbar. Der zusätzliche Einsatz von ChatOps kann hier für Entlastung sorgen: Darunter versteht man die Fähigkeit von IT-Operations-Tools, über die Instant-Messenger-Plattform mit den Mitarbeitern zu kommunizieren. Ein Chatbot nimmt Befehle und Anfragen aus dem Gruppenchat entgegen, leitet sie an das IT-Ops-System weiter, erhält daraufhin eine Antwort und übermittelt diese wieder zurück in den entsprechenden Gruppenchat. Damit ist eine einfache Prozessautomatisierung möglich, die zudem noch eine zeitsparende Erweiterung ist.
2. So viele Prozesse wie möglich automatisieren
Eine aktuelle Studie von Enterprise Management Associates deckte auf, dass IT-Ops-Teams durchschnittlich 23 Tools gleichzeitig nutzen. Diese hohe Zahl an verschiedenen Plattformen und Anwendungen und der daraus folgende Wechsel zwischen verschiedenen Kontexten birgt das Risiko, den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren. Die Implementierung von integrierten Lösungen, die von einer zentralen Plattform aus gesteuert werden, unterstützt das IT-Team dabei, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren.
Durch integrierte Lösungen lassen sich verschiedene IT-Prozesse und Aufgaben ganz leicht automatisieren, was der IT-Abteilung viele Vorteile einbringt. Neben spürbaren Kosteneinsparungen reduziert es dort das Fehlerpotenzial, wo dem menschlichen Auge immer etwas entgeht. Die Prozessausführung wird maßgeblich beschleunigt und ermöglicht im Ernstfall sogar die automatische Umsetzung eines Rollbacks. Mithilfe von künstlicher Intelligenz in Form von AIOps können Systemschwachstellen schneller identifiziert und behoben sowie eine Ursachenanalyse durchgeführt werden.
3. Sicherheit geht vor
Auch nach dem Lockdown werden Cyberkriminelle weiterhin ihr Glück mit Social Engineering sowie Phishing- und Malware-Attacken versuchen. Die gestiegene Popularität von Videokonferenz- und Collaboration-Tools bietet ihnen sogar noch eine weitere Angriffsfläche. Es ist demnach wichtig, dass der IT-Security-Aspekt umfassend abgedeckt ist, damit sicherheitsrelevante Ereignisse die IT-Teams nicht überlasten. Sicherheitstrainings helfen den Mitarbeitern, verdächtige E-Mails und Anhänge auch im Homeoffice eigenständig zu erkennen. Mithilfe von Identity- und Access-Management-Tools können Nutzungsprivilegien verteilt sowie Bedrohungen und potenziell gefährliche Aktivitäten rechtzeitig erkannt werden.
Stand: 08.12.2025
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Fazit: Business Continuity für den potenziellen Ernstfall
Michael Procopio.
(Bild: Micro Focus)
Wie jede Krisensituation wird sich auch die aktuelle bald wieder beruhigen und Unternehmen werden zur „alten Normalität“ zurückkehren oder ihre Unternehmenskultur sogar an die „neue Normalität“ anpassen. Ungeachtet dessen, wie Unternehmen sich für die Zukunft entscheiden: Plötzliche, unvorhergesehene Ernstfälle können jederzeit eintreten. Eine Kombination aus den während der Pandemie gemachten Erfahrungen und der Erstellung eines Business-Continuity-Plans hilft Unternehmen dabei, sich umfassend auf die nächste Krise vorzubereiten – selbst dann, wenn das gesamte IT-Team von zu Hause aus arbeitet.
Über den Autor
Michael Procopio ist Product Marketing Manager bei Micro Focus.