Sysinternal – kostenlose Tools für den Administrator, Teil 3 Mit Autoruns automatischen Programmstarts auf der Spur
Welcher Windows-Anwender kennt das nicht? Mit der Zeit dauern die Boot-Vorgänge immer länger. Die Ursache sind oft automatisch gestartete Hilfsprogramme und Systemerweiterungen. Diesen fühlt das kostenlose Sysinternal-Tool Autoruns auf den Zahn.
Anbieter zum Thema
Nicht selten landen bei der Installation neuer Programme nicht nur die eigentlichen Anwendungsdateien auf der Festplatte. Oft werden auch Programme mit installiert, die beim Systemstart oder direkt nach der Benutzeranmeldung gestartet werden. Dazu gehören etwa Anwendungen, die den Benutzer auf das Erscheinen neuer Updates hinweisen sollen und Hilfsprogramme diverser Brenner-Suiten. Nicht jede Software dieser Art ist jedoch erwünscht und bringt einen tatsächlichen Nutzen mit sich. Allen gemein ist aber die Belegung von Systemressourcen.
Den automatischen Startvorgang nutzt zudem auch so manche Schadsoftware. Viren und Trojaner sollen so möglichst schnell die Kontrolle über den befallenen Computer erlangen.
Autostart-Programme an vielen verschiedenen Stellen
Im Windows-Betriebssystem gibt es nicht nur eine zentrale Stelle, an der Programme zum automatischen Start hinterlegt sein können, sondern eine ganze Reihe davon. Dadurch ist es nicht immer einfach, alle Stellen im Blick zu haben, um dort notfalls ein Programm vom automatischen Start abzuhalten.

Zu diesem Zweck nutzen viele Anwender das Hilfsprogramm msconfig.exe, das Windows beiliegt. Deutlich besser, weil umfangreicher, geht aber das Sysinternal-Tool Autoruns zu Werke. Es ist kostenlos unter der unten angegeben Adresse verfügbar und arbeitet mit allen Windows-Versionen zusammen, inklusive der 64-Bit-Editionen.
Schnelle Übersicht mit Autoruns
Das Autoruns-Downloadpaket enthält neben der direkt lauffähigen Programmdatei autoruns.exe eine ausführliche Hilfedatei sowie eine Kommandozeilenversion des Tools mit dem Dateinamen autorunsc.exe.
Nach dem Start von Autoruns erscheint ein Fenster mit vielen Registerkarten. Jede Karte steht für eine bestimmte Autostart-Gruppe, wobei die Karte „Everything“ eine Zusammenfassung aller Gruppen enthält.
Aufgelistet werden die üblichen Autostart-Quellen, wie die Programmgruppe „Autostart“ und die mittlerweile bekannten Registry-Einträge „Run“ und „RunOnce“ in den Schlüsseln „HKLM/HKCU\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion“. Darüber hinaus liefert Autoruns aber auch weitere Quellen, darunter Explorer Shell Extensions, Toolbars, Browser Helper Objects, Winlogon Notifications, Netzwerk-Provider, Print-Monitore und automatisch startende Dienste. Der Anwender erhält damit eine umfassende Übersicht der automatisch startenden Programme und Systemerweiterungen.
Ist ihm ein eingetragenes Programm nicht geläufig, kann er eine Internet-Suche direkt aus Autoruns starten, über die auch Exoten gefunden werden sollten. Auch kann der Anwender direkt auf das Sysinternal-Tool Process Explorer zugreifen, das detaillierte Informationen zum jeweiligen Prozess ausgibt. (Der IP-Insider-Beitrag zum Process Explorer findet sich hier).
Programme vom automatischen Start ausschließen
Damit nun bestimmte Programme oder Systemerweiterungen nicht mehr geladen werden, entfernt der Anwender einfach das jeweilige Häkchen beim betroffenen Eintrag. Merkt der Anwender, dass er das deaktivierte Programm doch lieber starten lassen möchte, kann er dies auch über Autoruns rückgängig machen, da das Tool deaktivierte Einträge in den Listen weiter vorhält.
Startet ein Anwender mit Administratorrechten Autoruns, kann er die automatisch startenden Programme anderer Benutzer einsehen und auch diese beeinflussen.
Fazit
Mit Autoruns erhält der Anwender eine weitreichende Kontrolle darüber, welche Programme und Systemerweiterungen tatsächlich automatisch gestartet werden und kann somit strukturiert korrigierend eingreifen.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:2009101)