Die Vorteile programmierbarer APs

Zwei Access Points zum Preis von einem

| Autor / Redakteur: Bruce Miller / Andreas Donner

Ein softwaredefinierter Xirrus-Access-Point kann mindestens zwei traditionelle Access Points ersetzen.
Ein softwaredefinierter Xirrus-Access-Point kann mindestens zwei traditionelle Access Points ersetzen. (Bild: Xirrus)

Softwaredefinierte Access Points (APs) von Xirrus bieten die Möglichkeit, alle Antennen im 5-GHz-Band zu betreiben. Im Vergleich zu APs mit starrer 2,4/5-GHz-Konfiguration können so fast die doppelten Übertragungsraten erzielt werden – ein Vorteil, der sich beweisen lässt.

Es gibt einen recht geheimnisumwitterten oder zumindest unklaren Aspekt, was WLAN-Technologie betrifft. Nur die wenigsten Menschen wissen, wie hoch die momentane Übertragungsrate ihres WLANs ist. Anders als bei kabelgebundenen Lösungen, wie beispielsweise dem Ethernet, tappen fast alle WLAN-Nutzer im Dunkeln. Das liegt daran, dass ein WLAN im wahrsten Sinne des Wortes mit Hunderten unterschiedlicher Geschwindigkeiten – genauer vielleicht Übertragungsraten – operiert, die allesamt von Dutzenden Variablen abhängen. Die Geschwindigkeit kann sich daher mit jedem einzelnen übertragenen Datenpaket ändern.

In den vergangenen 20 Jahren hat die WLAN-Technologie enorme Fortschritte hinsichtlich Stabilität und Performance gemacht. Aber die Schwankungen in Bezug auf Übertragungsraten sorgen immer mal wieder für Verunsicherung. Unglücklicherweise wird diese Verunsicherung von Teilen der Industrie ausgenutzt, um daraus Vorteile zu schlagen. So werden beispielsweise bei Produktvergleichen einzelne Variablen so gewählt, dass sie die Ergebnisse die eigenen Produkte in einem möglichst guten Licht dastehen lassen.

Vor diesem Hintergrund gilt es, einmal einen genauer Blick auf einen Aspekt zu werfen, der zu einigen Kontroversen zwischen den Anbietern geführt hat: Sollen alle Antennen eines Access Points (APs) im 5 GHz-Band (also im 802.11ac-Modus) betrieben werden? Xirrus gehört zu den Pionieren dieses Ansatzes und hat schon vor mehr als 10 Jahren ein Konzept entwickelt, das als softwaredefinierte (oder auch „per Software programmierbare“) Antennen bekannt ist. Wenn alle Antennen auf das 5-GHz-Band eingestellt sind, bedeutet dies, dass Access Points vollständig mit der maximalen WLAN-Geschwindigkeit operieren können – und mit Übertragungsraten, die nahezu das Doppelte nicht programmierbarer APs erreichen. So gesehen kann ein Xirrus-AP durchaus zwei (oder sogar mehr) traditionelle APs ersetzen – zwei für den Preis von einem. Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor hin sichtlich Anschaffungs-, Unterhalts- und Implementierungskosten.

Traditionelle APs vs. Dual-5 GHz-Support

Die Ursache ist einfach. Traditionelle APs haben eine starre Konfiguration hinsichtlich ihrer Antennen: eine in der Regel für den langsameren 802.11n-Standard (2,4-GHz-Band) und eine zweite für Highspeed-802.11ac (5-GHz-Band). Die Idee hinter dieser Konfiguration ist, dass auf diese Weise gleichzeitig sowohl ältere als auch neuere WLAN-Geräte unterstützt werden. Allerdings nutzen bereits mehr als 80 Prozent (je nach Einsatzszenario auch mehr) der heutigen WLAN-fähigen Devices die neuere, schnellere 5-GHz-Technologie. Das schafft eine höchst unbefriedigende Situation, in der 50 Prozent der vorhandenen Infrastruktur gerade einmal 20 Prozent der Geräte einbindet. Um dieses Ungleichgewicht zu vermeiden, empfehlen einige Hersteller ihren Kunden, einen Großteil der 2,4-GHz-Antennen stillzulegen, was schlicht eine Verschwendung von Geld und Ressourcen ist. Stattdessen sollen sie zusätzliche 5-GHz-Geräte kaufen, was die Sache noch teurer macht. Im Gegensatz zu diesem Vorgehen ermöglichen es Anbieter wie Xirrus, alle Antennen eines Access Points mit Hochgeschwindigkeits-802.11ac und somit optimaler Unterstützung der schnelleren 5-GHz-Technologie zu betreiben. Es gibt keine verschwendeten Antennen, keine verschwendete Infrastruktur.

2016 entschieden sich zwei weitere WLAN-Anbieter für Lösungen mit Dual-11ac-Unterstützung. Doch ungeachtet dieses offensichtlichen Trends zugunsten eines Dual-5 GHz-Supports entscheiden sich die meisten Anbieter noch immer dafür, passiv zu bleiben und abzuwarten. Unverständlicherweise versuchen sie sogar, die Wirksamkeit dieser Funktionalität in Frage zu stellen und Zweifel am Konzept zu streuen. Diese Anbieter, darunter Aruba und Ruckus, veröffentlichen dazu immer wieder mal Testergebnisse, die ihre These stützen sollen – und in der Tat scheinen diese Ergebnisse den Erfahrungen mit Zehntausenden erfolgreich installierter und betriebener softwaredefinierter APs in der ganzen Welt zu widersprechen.

Konkurrenten im Test

Sie sind aber nicht die einzigen, die Tests durchführen. Schon 2014 gab Xirrus bei Miercom, einem der führenden Anbieter unabhängiger Tests für Netzwerkkomponenten, einen Test in Auftrag, der 802.11ac-Wave-1-Produkte verschiedenster Anbieter mit den Lösungen von Xirrus verglich. Er zeigte recht eindeutige Ergebnisse.

Jetzt, wo 802.11ac Wave 2 immer mehr zum WLAN-Mainstream wird, gibt es auch neue Testergebnisse. Xirrus entschied sich aufgrund der anhaltenden Debatte zu Dual-5-GHz-WLAN dazu, erneut eine Testserie durchzuführen – mit ausschlaggebend, ein Aruba-Networks-Blogbeitrag, der die Wirksamkeit einer Dual-5-GHz-Lösung von Cisco in Zweifel zog. Es sollte niemanden verwundern, dass das Unternehmen Unsicherheit und Zweifel hinsichtlich dieser Funktionalität verbreiten möchte, da das Fehlen einer entsprechenden eigenen Lösung seinen Umsätzen schadet. Wenig überraschend: Aruba konnte mit entsprechenden Testergebnissen aufwarten, um seine Behauptungen zu stützen. Schließlich kontrollierten sie die Variablen des Tests.

Im Gegensatz dazu entschied man sich bei Xirrus für einen unparteiischeren Ansatz, in dem ein möglichst einfaches Testszenario verwendet wurde, das regelmäßig auch bei Qualitätskontrollen zum Einsatz kommt. Ein Aruba 315, der zu diesem Zeitpunkt neueste Wave-2-4-Stream-Access-Point des Herstellers, wurde mit einem Xirrus-XD2-4-Stream-Modell verglichen. Der Test wurde so einfach wie möglich gehalten, indem einfach ein Highspeed-Client mit jeder Antenne verbunden wurde. Zum Einsatz kamen dazu MacBook Pro mit 3×3 11ac Wi-Fi. Die Entscheidung für dieses Testszenario basiert auf der Erkenntnis, dass eine solche Konfiguration, anders als eine mit mehreren Clients pro Antenne, die höchsten Durchsatzraten erzielt. Zur Generierung der zu übertragenden Daten und die Messung der Ergebnisse kam das Test-Toll IxChariot zum Einsatz.

Die erste Testrunde nutzte die traditionelle AP-Konfiguration mit jeweils einer Antenne für 2,4 GHz und 802.11.n und einer für Hochgeschwindigkeit mittels 5 GHz und 802.11.ac. Dazu nutzen beide Antennen 20 MHz Bandbreite. Für den zweiten Durchlauf wurden die 5-GHz-Antennen so eingestellt, dass sie mit 40 MHz Bandbreite operierten, um die zusätzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die 2,4-GHz-Antennen wurden bei 20 MHz belassen, da es sich in nahezu jedem Einsatzszenario als unpraktisch erweist, im 2,4-GHz-Band größere Bandbreiten zu nutzen, da das notwendige Spektrum gar nicht zur Verfügung steht.

Durchsatzrate bei traditioneller AP-Konfiguration.
Durchsatzrate bei traditioneller AP-Konfiguration. (Grafik: Xirrus)

Die Ergebnisse zeigen, dass die Durchsatzraten der beiden APs relativ ähnlich waren, wobei Xirrus im zweiten Szenario rund 18 Prozent besser abschnitt. Wie zu erwarten, waren die Ergebnisse des zweiten Tests besser als die des ersten, da die 5-GHz-Antennen die größere Bandbreite und Kapazität ausspielen konnten.

In der zweiten Testserie wurden alle Antennen so eingestellt, dass sie das 5-GHz-Band (802.11ac) nutzen sollten. Lediglich der Xirrus-AP war dabei in der Lage, im Dual-5 GHz-Modus zu operieren, da der Aruba-AP lediglich eine 5-GHz-Antenne unterstützt. Eine „Nur-5 GHz-Lösung“ für den Aruba-AP wurde durch das Abschalten des 2,4-GHz-Moduls geschaffen, wie es seitens Arubas für Umgebungen empfohlen wird, in denen überwiegend 5-GHz-Antennen wünschenswert sind.

Durchsatzrate bei 5-GHz-Konfiguration.
Durchsatzrate bei 5-GHz-Konfiguration. (Grafik: Xirrus)

Die Ergebnisse dieses Szenarios demonstrieren die Grenzen nicht konfigurierbarer APs, wie derer von Aruba. Wenn man WLAN-Netze für moderne Clients entwirft, die überwiegend 5 GHz nutzen, ist es wünschenswert, wenn die meisten Antennen in diesem Band operieren, Um das zu erreichen, möchte Aruba, dass man die 2,4-GHz-Module abschaltet, sprich die Hälfte aller Antennen einer Infrastruktur. Auf der anderen Seite ermöglicht es Xirrus, alle Antennen für 5 GHz zu konfigurieren, was zu einer deutlich besseren WLAN-Performance pro AP führt.

Fazit

Was sind also die Erkenntnisse dieser Tests? Dual-5-GHz/Dual-11ac funktioniert! So einfach ist das. Für Xirrus ist das nichts Neues, schließlich beschäftigt man sich dort schon seit Jahren mit diesem Ansatz und kann auf Tausende zufriedener Kunden verweisen. Im Umkehrschluss sollte man vorsichtig sein, wenn negative Kommentare zu dieser Technologie von Anbietern kommen, die Dual-5-GHz selbst gar nicht anbieten. Das Fehlen eines entsprechenden Supports stellt eine nicht zu vernachlässigende Lücke in ihren Produkten dar, was ihnen entsprechenden Anreiz gibt, Zweifel hinsichtlich dieses Features zu streuen.

Bruce Miller.
Bruce Miller. (Bild: Xirrus)

Schließlich zeigen alle Trends, dass die traditionelle Konfiguration mit fest voreingestellten Antennen immer mehr veraltet. Selbst dann, wenn ein großer Anteil der Clients in einem Netzwerk ausschließlich 2,4 GHz nutzt (z.B. wenn noch viele Notebooks im Einsatz sind, die vor einigen Jahren angeschafft wurden), gibt es doch keinen Zweifel daran, dass die Industrie sich immer stärker auf 5 GHz als bevorzugtes WLAN-Band einstellt.

Über den Autor

Bruce Miller ist Vice President Product Marketing bei Xirrus.

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