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Corona als Innovationstreiber Zukunftstrends im Netz­werk­ma­na­ge­ment

Autor / Redakteur: Sascha Giese / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die letzten 14 Monate war chaotisch und häufig zum Verzweifeln. Unsere Lebensweise hat sich auf ungeahnte Weise verändert. Doch seltener als über die negativen Auswirkungen der Pandemie wird darüber geredet, dass 2020 auch ein Katalysator für Innovationen war – und das nicht nur bei der Impfstoffentwicklung.

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Nicht nur in Sachen Impfstoff-Entwicklung sondern auch im IT-Umfeld war und ist Corona ein Innovationstreiber.
Nicht nur in Sachen Impfstoff-Entwicklung sondern auch im IT-Umfeld war und ist Corona ein Innovationstreiber.
(Bild: © Imaging L- stock.adobe.com)

Plötzlich und ohne Vorwarnung musste im März 2020 nahezu jede Person in einem Unternehmen von zu Hause aus arbeiten können, jeden Tag, alle gleichzeitig und überall auf der Welt. Für das Netzwerkmanagement war dies ein Beschleunigungsfaktor in Sachen digitaler Transformation.

Netzwerkmanager wussten, dass der Tag kommen würde, an dem das Homeoffice allgegenwärtig sein würde. Seit Handys immer smarter und Sofas immer bequemer werden, ist klar, wohin der Weg führt. Die Entwicklung hin zur Unterstützung einer remote arbeitenden Belegschaft ging jedoch relativ langsam vonstatten und es dauerte Jahre, den Benutzern uneingeschränkten Remote-Zugang zu benötigten Anwedungen zu verschaffen. 2020 jedoch mussten Jahre der Planung auf einmal innerhalb weniger Wochen zur Realität werden: Die Krise führte zu einem Durchstarten in Sachen Innovation. Doch was bedeutet dieser plötzliche digitale Transformationsschub für die Rolle des Netzwerkmanagements?

Wir beobachten momentan eine Phase, in der Unternehmen und Netzwerkmanager zurückblicken und die Fehler ausbügeln, die zu Beginn der Krise gemacht wurden. Anfang 2020 wurde mit heißer Nadel gestrickt: Änderungen mussten so schnell wie möglich umgesetzt werden, auch wenn sie nicht perfekt waren. Jetzt geht es darum, zu überarbeiten, was nicht rund läuft, Probleme zu beheben und sicherzustellen, dass diese erzwungene Netzwerkoptimierung nicht nur vorübergehend ist, sondern auch langfristig funktionieren kann. Doch es gibt noch mehr Trends, die uns 2021 erwarten.

Datenverkehrsrouting

Derzeit sind viele Unternehmen wegen ihrer Investitionen in SD-WAN, die sie vor der Pandemie getätigt haben, in Sorge. Sie befürchten, dass es sich um eine Fehlinvestition handelt, da Benutzer mittlerweile von Grund auf anders auf Ressourcen zugreifen.

Diese Bedenken sind unbegründet. Vielmehr ist davon auszugehen, dass SD-WAN-Lösungen sich im laufenden Jahr noch stärker verbreiteen werden, da immer mehr Menschen deren Nutzen in der aktuellen Lage erkennen. Vor der Pandemie waren Unternehmensnetzwerke typischerweise On-Premises, begleitet von mancherlei Komponenten in der Cloud. Mittlerweile ist alles stark verteilt und Multi-Cloud-Konzepte werden immer populärer, weil Unternehmen so besser mit der Situation umgehen können.

Multi-Cloud-Ansätze haben zwar auch Nachteile – beispielsweise die mangelnde Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Plattformen. Genau die wird aber zunehmend gebraucht, je mehr verschiedene Anbieter und Produkte Unternehmen für ihre vielfältigen IT-Anforderungen einsetzen. Darüber hinaus bieten sie zahlreiche Vorteile, darunter nicht zuletzt die Möglichkeit, alle sensiblen Daten in einer privaten Cloud zu speichern und gleichzeitig für andere Daten die schier endlose Rechen- und Verarbeitungsleistung eines der großen Anbieter zu nutzen.

SD-WAN dient bei alledem als Bindeglied: Es ermöglicht die Konnektivität zwischen den verschiedenen Lösungen und Anwendern und bietet so eine wahrhaft moderne Art des Datenverkehrsroutings. Anzunehmen ist, dass sich Netzwerkmanager jetzt vorrangig damit beschäftigen werden, wie der Datenverkehr im Unternehmen fließt – eine Herausforderung und ein Trend, in dem SD-WAN eine große Rolle spielen kann.

Kreative Ausgaben

Trotz der Herausforderungen, denen sich IT-Teams im letzten Jahr stellen mussten, werden die IT-Ausgaben 2021 aufgrund der allgemeinen Unsicherheit bezüglich der Budgets sinken. Auch wenn die 2020 aufgetretenen Probleme bestehen bleiben und voraussichtlich bestimmen werden, wie Unternehmen in den kommenden Jahren arbeiten, wird von Netzwerkmanagern und IT-Teams erwartet, mit weniger mehr zu erreichen und bereits vorhandene Technologien so zu stärken, dass sie die IT-Kosten optimieren und ihre Unternehmen unterstützen können.

Auf dieser Grundlage ist davon auszugehen, dass Budgetkürzungen viele Netzwerkmanager bei der Verwendung ihrer Budgets kreativer werden lassen. Die Aufmerksamkeit wird von Systemen und Infrastrukturen, die früher als geschäftskritisch galten, wie zum Beispiel die Glasfaserleitung an einem Standort, hin zu Netzwerkkomponenten wandern, die früher vielleicht als „nice to have“ galten und heute unverzichtbar geworden sind, wie etwa Client-VPN-Verbindungen für alle Angestellten.

Auch längerfristig sind Netzwerkmanager auf ihre Kreativität angewiesen, denn die Innovationswelle, die sich 2020 in Bewegung gesetzt hat, wird nicht so schnell zum Stillstand kommen.

Sascha Giese.
Sascha Giese.
(Bild: SolarWinds)

Fazit

Mit etwas Glück wird 2021 weniger chaotisch und unangenehm werden als es das Jahr zuvor gewesen ist. Langweilig wird es für die IT definitiv nicht. Netzwerkmanagern kommt es zu, die Lösungen, die sie zu Beginn der Pandemie möglichst schnell auf die Beine haben stellen müssen, feinzuschleifen. Darüber hinaus wird von erwartet, nach Trends der Zukunft Ausschau zu halten und diese für das Unternehmen wahrzunehmen. Eine Schlüsselrolle könnte dabei SD-WAN zukommen. Weil Kosten nach wie vor gering zu halten sind, ist der Einfallsreichtum von IT-Experten heuer besonders gefragt.

Über den Autor

Sascha Giese ist Head Geek bei SolarWinds.

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