Arbeiten in der Ära der Hypervernetzung

Workplace 2025 – Radikale Veränderung voraus!

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Traditionelle Arbeitsplätze werden künftigen Entwicklungen wie eine Barriere im Weg stehen.
Traditionelle Arbeitsplätze werden künftigen Entwicklungen wie eine Barriere im Weg stehen. (Bild: © photo 5000 - adobe.stock.com)

Alles und jeder ist miteinander vernetzt, mobiler Daten- und Informationsaustausch Gang und Gäbe, selbst das soziale Miteinander folgt den neuen Regeln nach Flexibilität und ständiger Verfügbarkeit. „Hyperkonnektivität“ bestimmt jetzt und noch viel mehr in Zukunft unser Leben und Arbeiten.

Doch wenn Unternehmen nicht anfangen, Pläne für den Arbeitsplatz der Zukunft zu entwickeln, werden sie zunehmend Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Talente bekommen. Und sie werden ihre sozialen und technologischen Strategien neu denken müssen, um nicht abgehängt zu werden. Damit ersetzt der Arbeitsplatz der Zukunft die bekannten, starren Hierarchien und Abteilungen durch kleine, kollaborative Teamnetzwerke.

Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung, mit der Fujitsu das unabhängige europäische Marktforschungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) beauftragt hat. Die Studie „Workplace 2025“ arbeitet die Kernthemen heraus, welche in den kommenden acht Jahren den Arbeitsplatz verändern werden und skizziert die empfohlenen Schritte, welche Unternehmen in Betracht ziehen sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben (die Studie steht am Ende des Artikels zum Download zur Verfügung).

Anspruch und Wirklichkeit

Denn die Erwartungen der Arbeitnehmer sind hoch: 79 Prozent beklagen, dass ihr Arbeitsplatz nicht die nötige Flexibilität bietet; 56 Prozent haben höhere Ansprüche an die Sicherheit, als erfüllt wird; 49 Prozent sind überzeugt, dass die traditionellen Arbeitsplätze eh verschwinden werden und 24 Prozent wünschen sich mehr Barrierefreiheit, auch in technologischer Hinsicht.

Dabei haben die Arbeitgeber schon einiges gemacht oder geplant, die Arbeitsumgebung zu reformieren. 70 Prozent wollen ihre Unternehmensrichtlinien anpassen. 60 Prozent stehen Open Innovation und Crowdsourcing im Unternehmen offen gegenüber oder praktizieren dieses bereits. 30 Prozent wollen in Analysetools investieren und fast die Hälfte kann sich die Arbeit mit digitalen virtuellen Assistenten wie Alexa praktisch vorstellen.

Anwendungen und Umgebungen, die sich am Konsumentenverhalten orientieren, wollen ebenfalls fast die Hälfte einplanen. Allerdings wollen nur 29 Prozent der Arbeitgeber ihren Mitarbeitern erlauben, Endgeräte ihrer eigenen Wahl zu verwenden. Dabei werden gerade die Endgeräte darüber bestimmen, wie der Zugang zu Informationen geregelt ist und wie diese sicher geteilt und verbreitet und wertvolle Inhalte kreiert werden.

Was sich ändern muss

Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sehen sich künftig mit fünf wichtigen, wenn nicht sogar radikalen Veränderungen konfrontiert.

1. Generationsübergreifende Arbeitsplatzverwaltung
Eine der wichtigsten Veränderungen, die Einfluss auf den Arbeitsplatz der Zukunft nehmen wird, ist die demografische Entwicklung. Bis 2025 tritt eine hohe Anzahl der Millennials, also der zwischen 1980 und 2000 Geborenen, und damit der sogenannten „Digital Natives“ ins Berufsleben ein, die eine bessere Work-Life-Balance und ein agiles und zwingendes Arbeitsumfeld erwarten. Gleichzeitig gibt es die Mitarbeiter der Generation X, die bis in ihre 60er Jahre aktiv im Unternehmen sind und mit Technologien arbeiten werden, mit denen das Alter auch bei körperlichen Aufgaben kein Hindernis mehr darstellen wird. Diese Vielfalt der Beschäftigten im Jahr 2025 mit ihren sehr unterschiedlichen Präferenzen und Bedürfnissen erfordert von Unternehmen auch radikale Veränderungen im Hinblick auf Ausbildung und Entwicklung.

2. Mehr Bewegung und Flexibilität
Die Studie empfiehlt, die Agilität des „grenzenlosen“ Arbeitsplatzes zu forcieren. Um auch zukünftig als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sollten Unternehmen ein kontextbezogenes und personalisiertes Arbeitsumfeld entwickeln, das auf die individuellen Bedürfnisse des Mitarbeiters zugeschnitten ist. Gleichzeitig sollten sie die kollegiale Zusammenarbeit durch die Implementierung neuer Technologien, wie beispielsweise Augmented Reality, stärken. Der „Workplace 2025“-Report prognostiziert, dass die heutigen Organisationsstrukturen wesentlich agiler werden und sich den stets wandelnden wirtschaftlichen Bedingungen, Wettbewerbern und Kundenbedürfnissen anpassen. Die heute noch vorherrschenden starren Hierarchien und Abteilungen werden abgelöst durch kleine, kollaborative Netzwerkteams aus Mitarbeitern und externen Freelancern, welche durch Unified Communication Plattformen miteinander verbunden und durch intelligente Assistenten unterstützt werden.

3. Rekrutierung per Crowdsourcing
Diese gesteigerte Flexibilität hat nicht nur Einfluss auf die in Unternehmen benötigten Fähigkeiten, sondern auch auf die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass 2025 die Unternehmen am schnellsten wachsen, die schnell Kompetenzen aus einem globalen Talente-Pool identifizieren und erschließen können. Anstelle feste Mitarbeiter für eine bestimmte Rolle einzustellen, geht der Trend hin zu einem globalen Crowdsourcing aus Freelancer-Talenten. Teams aller Größenordnungen müssen dabei schnell und bedarfsorientiert zusammengestellt werden. Eine zuverlässige und flexible Technologieplattform, welche es Mitarbeitern ermöglicht, sich schnell mittels biometrischen Daten zu authentifizieren und so Zugriff auf die benötigten Tools und Systeme zu erhalten, ist dabei unerlässlich.

4. Grenzen zwischen den Industrien verschwimmen
Der Auf- und Ausbau solcher Netzwerke stellt auch neue Herausforderungen an die benötigten Technologien. Externe Partner brauchen Zugang zu zentralen Unternehmensanwendungen und unternehmensübergreifender Datenaustausch macht eine dazu passende Security-Lösung unerlässlich. Denn was die Sicherheit anbelangt, so bemühen sich die Unternehmen darum, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Bereitstellung der für eine gute interne und externe Zusammenarbeit erforderlichen Instrumente und Rahmenbedingungen zu finden und gleichzeitig der ständigen Bedrohung durch Cyber-Kriminalität wirksam zu begegnen. Der Arbeitsplatz der Zukunft braucht daher einfache, benutzerfreundliche und anpassungsfähige Sicherheitstools, die der Produktivität nicht im Wege stehen.

5. Der Schulterschluss muss her
Als Resultat aus diesen sich wandelnden Anforderungen ist davon auszugehen, dass Technologie-Partner für Unternehmen zukünftig eine immer wichtigere Rolle einnehmen und dabei helfen werden, diese neuen, größeren Ökosysteme zu verwalten und sie auch bei anderen Herausforderungen zu beraten, wie beispielsweise Sicherheitsfragen und Finanzrisiken. Dieses Modell der digitalen Co-creation bietet das Potenzial eines sehr viel höheren Unternehmenswerts als die marktdominierenden, starren Vertragsmodelle.

Zwar werden sich nicht alle Arbeitsplätze naturgemäß so radikal verändern können. Viele Unternehmen werden aber trotzdem reagieren müssen, um vor allem eben die jungen Mitarbeiter für sich zu gewinnen oder auch halten zu können. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass 20 Prozent der administrativen Mitarbeiter, die modern und zukunftsweisend arbeiten, 80 Prozent der produktiven Mitarbeiter weiterbringen hinsichtlich einer Steigerung der Produktivität und Qualität.

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