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Forscher entwickeln ein Layer-2/3-Cloud-Set aus Algorithmen und Protokollen „Wir bauen einen 100.000-Port Ethernet-Switch“

| Redakteur: Ulrike Ostler

Mit dem Papier “Portland: A Scalable Fault-Tolerant Layer 2 Data Center Network Fabric” stellen Forscher der University of California in San Diego eine Software vor, die in der Lage sein soll, Netze in Datenzentren extrem zu skalieren. Layer-2 Fabrics könnten damit 100.000 Ports und mehr bedienen. Die Jacobs School of Engineering ist Anwender des „Portland“-Prototyps.

PortLand soll Rechenzentrumsnetze virtualisieren und skalieren
PortLand soll Rechenzentrumsnetze virtualisieren und skalieren
( Archiv: Vogel Business Media )

Vorgestellt wurde das Softwarekonzept Portland in dieser Woche auf der Veranstaltung Sigcomm in Barcelona (Special Interest Group on Data Communications). Einer der Autoren des Konzeptpapiers und Professor für Computer Science an der Universität in San Diego, Amin Vahdat, erläutert die Software: „Mit Portland haben wir ein Set von Algorithmen und Protokollen zusammengestellt, das das Beste aus Layer-2- und Layer-3-Fabrics kombiniert.“ Portland soll mit existenter Hardware und aktuellen Routing-Protokollen funktionieren.

Ziel und Ausgangspunkt für die Entwicklung sei es gewesen, die Administration in den Datenzentren zu vereinfachen. Heute stehen in den größten Rechenzentren mehr als 100.000 Server. Ideal wäre eine Flexibilität, die es erlaubte, jegliche Applikation auf jedem Server laufen lassen zu können und dabei aber den Aufwand an Netzwerkkonfiguration zu minimieren“, so Vahdat.

Die Admins sollten letztlich das gesamte Netz wie einen einzigen Fabric verwalten können. „Wir arbeiten auf ein Netzwerk hin, das sich Administratoren wie einen einzigen gigantischen Switch mit 100.000 Ports vorstellen können, der bis zu einer Million virtuelle Endpunkte bedienen kann.“

Pseudo-Adressen und ein Directory

Schlüssel für diese Skalierbarkeit sei ein System, das es Servern ermöglich, sich gegenüber anderen erkennen zu geben, ohne dass Requests über das gesamte Netzwerk gestreut, beziehungsweise geschickt werden müssen (siehe unten: Zugeordnete Dateien).

Mit Hilfe von Portland nutzen Switches dafür so genannte Pseudo MAC Addressen und einen Directory Service, um den oder die Server zu lokalisieren, die verbunden werden sollen, inklusive virtueller Server.

Nach Angaben der Wissenschaftler kann eine solche Anordnung eine Menge manueller Arbeit ersetzen, die sonst notwendig wäre, um ein Layer3-Netz zu bauen.

Artikelfiles und Artikellinks

Link: Sigcomm

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