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Erfolgsstory oder Flop? Microsoft-Manager Oliver Kaltner im Interview Windows 8 und der Geräteklassen-Dschungel

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Oliver Kaltner ist Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und General Manager der Consumer Channels Group. Gegenüber IP-Insider verteidigte der Manager die Windows-8-Erfolgsstory. Ein Blick auf die Geräteklassen und die Windows-Versionen.

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Microsoft-Manager Oliver Kaltner bricht eine Lanze für Windows 8.
Microsoft-Manager Oliver Kaltner bricht eine Lanze für Windows 8.
(Bild: Microsoft)

IP-Insider: Die Einführung von Windows 8 wurde teilweise von kritischen Stimmen begleitet. Wird sie Microsoft-intern als Erfolg gefeiert?

Kaltner: Wir sind mit dem Start von Windows 8 sehr zufrieden. Innerhalb der ersten zwei Monate nach dem Launch wurden bereits 60 Millionen Lizenzen weltweit verkauft. Das übersteigt bereits jetzt die Zahlen des Verkaufsstarts von Windows 7, das bei dessen Einführung bereits Rekorde gebrochen hatte.

Insbesondere die vielen neuen Geräteklassen, die mit Windows 8 nun in den Handel kommen, werden die Verkäufe in den nächsten Monaten noch einmal deutlich ankurbeln.

Die Windows-Division erzielte im zweiten Quartal des Fiskaljahres einen Umsatz von 5,88 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit war die Windows-Sparte im letzten Quartal die erfolgreichste aller Microsoft-Divisionen.

IP-Insider: Laut Gartner konnte der Windows-8-Start im vierten Quartal 2012 noch keinen Schub im PC-Markt auslösen. Medienberichten zufolge sieht man bei Microsoft die Probleme eher bei den Hardware-Herstellern, die zu wenige Touch-basierte, hochwertige Windows-8-Geräte vorgestellt haben, während die Hersteller argumentieren, dass die Kunden auf günstige Windows-8-Hardware gesetzt hätten. Wie wird es in diesem Zusammenhang nun weitergehen?

Kaltner: 2012 war erst der Anfang. Ein guter überdies. Bis heute wurden mehr als 1.700 Geräte für Windows 8 und Windows RT zertifiziert. Wir freuen uns sehr über die Bandbreite neuer Geräte unterschiedlichster Formfaktoren, die unsere Partner mit Windows 8 auf den Markt bringen. Etwa 100 verschiedene Windows-8-Modelle sind in Deutschland erhältlich.

Deloitte bestätigte in ihrer jüngsten „TMT Prediction Studie 2013“ die bleibende Dominanz des PCs. Der Markt ist ohne Zweifel im Wandel. Wir sehen das deutlich an den vielen neuen Geräteklassen wie Slider, Detachables, Convertibles und Co. Mit Blick darauf fehlt meiner Einschätzung nach derzeit jedoch eine differenzierte Klassifikation bei der Marktbetrachtung.

Wir müssen den Blick erweitern und die neuen Geräteklassen mit berücksichtigen. Unstrittig ist die gesamte IT-Industrie erneut gefordert, weitreichende Veränderungen in den diversen Ökosystemen aktiv zu initiieren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die IT-Industrie gemeinschaftlich ein neues erfolgreiches Kapitel schreiben wird. Die Überschrift lautet: Consumerization of IT.

IP-Insider: Die vergangenen Jahre waren geprägt von einem App-Hype. Einige glauben, Windows 8 habe die nötige Durchschlagskraft, um hier Weichen neu zu stellen. Immerhin können bei Windows 8 statt Apps einfach HTML5-Seiten als Metro-Kacheln platziert werden. Was ist Ihr Standpunkt?

Auch wenn Windows 8 oft eher kritisch beäugt wird, steht der Erfolg für Microsoft bereits fest.
Auch wenn Windows 8 oft eher kritisch beäugt wird, steht der Erfolg für Microsoft bereits fest.
(Bild: Microsoft)

Kaltner: Der Zugang zum Internet und die Nutzung von Webangeboten unterliegen seit geraumer Zeit einer enormen Veränderung. Internet-Services werden immer häufiger über Apps benutzt und gesteuert. Dieser Trend war maßgebend bei der Entwicklung der neuen Windows-8-Oberfläche.

Hinter der Philosophie von Windows 8 steckt der Gedanke, dem Anwender und seinem Nutzungsverhalten individuell gerecht zu werden. Das bedeutet auch, dass wir ihm nicht vorschreiben, wie er bestimmte Inhalte konsumiert. Dass wir dem Windows-Nutzer die Wahl lassen, welche Anwendungen er direkt auf den ersten Blick parat haben will, ist wegweisend in der Branche. Damit lassen wir auch Entwicklern Spielraum für Innovation.

IP-Insider: Microsoft stellt selbst Hardware her, beispielsweise schon seit geraumer Zeit Mäuse, Tastaturen und Webcams. Seit neuestem auch das auf Windows 8 ausgelegte Tablet mit Tastatur-Option namens Surface. Wie haben sich hier die Absatzzahlen entwickelt?

Kaltner: Die Resonanz auf Surface ist sehr positiv. Als Reaktion darauf werden wir die Wege, über die Interessenten Surface ausprobieren und kaufen können, weiter ausbauen. Ab dem 14. Februar 2013 wird das Surface Windows RT erstmals auch im deutschen Fachhandel erhältlich sein.

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