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Aaagon Consulting zur Betriebssystem-Migration Windows 8 kritisch beurteilt

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Firma Aagon Consulting hat sich auf Client-Management- und Security-Management-Services spezialisiert. Windows 8 sieht man bei dem Unternehmen mit drei Standorten in Deutschland eher kritisch. Wilko Frenzel, Geschäftsführer von Aagon Consulting, erläuterte gegenüber IP-Insider die Gründe dafür.

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Aagon Consulting hat Windows 8 unter die Lupe genommen.
Aagon Consulting hat Windows 8 unter die Lupe genommen.
(Bild: VBM)

IP-Insider: Windows ME überzeugte nicht, dafür das Folgeprodukt XP. Darauf folgte der Vista-Flop und dann kam der Windows-7-Erfolg. Setzt man diese Reihe fort, müsste Windows 8 ein Reinfall werden. Was halten Sie von solchen Überlegungen?

Wilko Frenzel ist Geschäftsführer bei Aagon Consulting.
Wilko Frenzel ist Geschäftsführer bei Aagon Consulting.
(Bild: Aagon)

Frenzel: Bei der Historie von Windows liegt es natürlich nahe, eine solche logische Kette zu bilden. Ich glaube, dass die „Misserfolge“ jeder zweiten Windows-Generation dabei vor allem auf Innovationen in dem Betriebssystem zurückzuführen sind, die noch nicht so ganz ausgereift waren. Diese gibt es auch bei Windows 8: nämlich zum einen den mutigen Wechsel der Standardoberfläche und zum anderen den Schritt hin zur Cross-Plattform-Fähigkeit des Betriebssystems. Die Reaktionen unseres Kundenstamms und unserer technischen Abteilungen auf Windows 8 lassen vermuten, dass dieser Version des Microsoft-Betriebssystems zumindest im Unternehmensumfeld spürbare Skepsis entgegenschlägt.

Nach dem von Ihnen zitierten Gesetz der Serie könnte man also tatsächlich wieder an einen Reinfall glauben. Ob er allerdings die Größenordnung der Vista-Verweigerung erreicht, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

IP-Insider: Gerne bläst man in der IT-Branche erst einmal ins gleiche Horn wie wichtige Firmen, mit denen man zusammenarbeitet, also beispielsweise Microsoft. Aagon hat sich hingegen bereits skeptisch gegenüber dem kommenden Betriebssystem Windows 8 geäußert. Warum?

Frenzel: Windows 7 ist gerade erst in den Unternehmen angekommen. Zurzeit laufen dort noch zahlreiche Migrationsprojekte beziehungsweise sind sogar erst in Planung. Während Windows 7 die Fehler von Vista vermeidet, aber gegen XP einen deutlichen Mehrwert bietet, malt Windows 8 aktuell ein anderes Bild. Denn die IT-Abteilungen sehen hier nach ersten Tests, dass die Änderungen in Windows 8 vor allem Reibungen bei der Einführung verursachen, ohne dem Desktop-Benutzer einen wirklichen Mehrwert zu bieten.

Schuld daran ist maßgeblich der radikale Schnitt beim User Interface, also die jetzt „Windows 8 User Experience“ genannte Oberfläche. Windows 8 wird es deshalb nicht leicht haben, sich im Enterprise-Bereich durchzusetzen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur Metro-Oberfläche und den Touch-Funktionen von Windows 8.

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