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Wann sich der Umstieg lohnt

Windows 10: Allrounder für alle Gerätetypen

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Oliver Bendig
Oliver Bendig
(Bild: Matrix42)

IP-Insider: Herr Bendig, was unterscheidet die Einführung von Windows 10 von bisherigen Betriebssystemmigrationen?

Oliver Bendig: Grundsätzlich gilt für Windows 10 dasselbe, wie für jeden vorherigen Betriebssystemwechsel: Eine OS Migration sollte sowohl technisch als auch prozessual geplant vorbereitet sein. Darüber hinaus müssen die Anwender informiert und vorbereitet ggf. auch geschult werden. Zudem gilt es zu klären, ob die im Unternehmen genutzten Geräte und Applikationen überhaupt Windows 10 unterstützen. Dabei spielt vor allem der neue Windows 10 Browser „Edge“ eine wichtige Rolle.

IP-Insider: Inwiefern?

Oliver Bendig: Microsoft Edge unterstützt beispielweise keine Active-X Controls mehr, die von vielen, älteren Webapplikationen aber noch genutzt werden. Zwar wird Windows 10 noch den Internet Explorer 11 für die Abwärtskompatibilität beinhalten, aber man kann sich denken, dass viele Anwender den neuen MS Edge Browser nutzen wollen und werden. Da ist es durchaus möglich, dass sie bei älteren Webapplikationen nach der Windows Migration negative Erfahrungen machen. Deshalb sollte seitens der IT unbedingt sichergestellt werden, dass der Edge Browser die verwendeten Applikationen unterstützt.

IP-Insider: Welche wichtigen Neuerungen sehen sie, außer dem neuen Browser?

Oliver Bendig: Ein weitreichendes und erwähnenswertes Feature ist in jedem Fall „Windows Hello“. Mit Windows Hello sollen die Anwender künftig keine Passwörter mehr eingeben müssen, sondern können sich mittels biometrischer Authentifizierung über Gesichtserkennung, Iris-Erkennung oder per Fingerabdruck identifizieren. Ich sehe hierin enormes Potenzial für die Multi-Faktor Authentifizierung und erhöhte Sicherheit beim Umgang mit dem Arbeitsplatz.

Es ist aber unverzichtbar, dass eine solche Funktion strategisch und wirtschaftlich sinnvoll eingeführt wird und dass ihre Funktionsweise gegenüber den Anwendern erläutert wird. Dass Windows Hello auch hinsichtlich der Hardware besondere Anforderungen hat, versteht sich von selbst und sollte kostenseitig ebenfalls über das Assetmanagement während eines Windows 10 Migrationsprojekts analysiert werden.

IP-Insider: Und wie stelle ich jetzt mein Unternehmen am besten auf das neue Betriebssystem um?

Oliver Bendig: Beim Windows 10 Umstieg haben Unternehmen grundsätzlich verschiedene Optionen. Sie können beispielweise nach der klassischen „Wipe & Load“ Methode vorgehen, d.h., das Betriebssystem wird auf Laptops und PCs neu installiert; diese Vorgehensweise ist übrigens die einzige, die sich bei der Umstellung von Windows 32bit auf 64bit oder UEFI anbietet.

Wer möchte, kann aber auch nach dem „In-Place-Migrationsprinzip“ vorgehen. Dabei wird die vorhandene Windows 7/8 Installation entweder über Windows Update oder als ISO/DVD aktualisiert und alle Applikationen und Einstellungen bleiben erhalten.

Ein spannendes neues Umstellungsverfahren ist die Runtime-Provisioning-Methode in Windows 10. Bei dieser neuen Installations- bzw. Konfigurationsform, kann die bereits vorinstallierte Version auf neuen PCs und Mobilen Geräte re-konfiguriert werden, ohne das System technisch neu installieren zu müssen. Hierbei kann ebenfalls zwischen Editionen und Konfigurationen gewechselt werden – das erleichtert somit die Einführung bzw. Konfiguration von Windows 10 im Unternehmen.

IP-Insider: Und welche Vorgehensweise würden Sie empfehlen?

Oliver Bendig: Welche Form der Umstellung am besten geeignet ist, hängt stark davon ab, ob bestehende Hardware beim Umstieg auf Windows 10 weiterverwendet werden soll oder ob mit der Betriebssystemumstellung auch ein Hardwareaustausch stattfindet. Vor allem die neue „Runtime Provisioning“ Methode ist für viele Unternehmen aber interessant, da die vorkonfigurierte Windows Installation auf einem Laptop oder Smartphone selten den Anforderungen der eigenen Unternehmensrichtlinien entspricht und hierdurch sehr einfach und schnell angepasst werden kann.

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